Jahresbericht

2020 wurden rund 160 Millionen Euro DSGVO-Bußgelder verhängt

Veröffentlicht: 20.01.2021 | Geschrieben von: Yvonne Bachmann | Letzte Aktualisierung: 21.05.2021
DSGVO auf Tafel geschrieben

Das Jahr 2020 kann man nur wie folgt zusammenfassen: Autsch! Neben all der Aufregung verloren die Datenschützer aber nicht den Fokus. Rund zweieinhalb Jahre, nachdem die DSGVO in Kraft getreten ist, überwiegen in jedem zweiten Unternehmen noch immer die negativen Aspekte der Neuregelung. Rund 160.000 Verstöße sollen seit Inkrafttreten bis Anfang 2020 aufgetreten sein. Zuletzt taf es Notebooksbilliger.de. Das Unternehmen hat gerade erst schmerzlich erfahren müssen, was es heißt, eine unberechtigte Videoüberwachung durchzuführen.

Pro-Kopf-Verstöße in Dänemark am häufigsten gemeldet

Ein schönes Sümmchen kam auch durch die zahlreichen weiteren 2020 noch massenhaft begangenen DSGVO-Verstöße zusammen. Unter den Hauptsünden war Google mit 100 Millionen Euro. Insgesamt verhängten die europäischen Datenschutzbeauftragten (inklusive Großbritannien, Norwegen, Island und Liechtenstein) nach einer aktuellen Meldung von heise Strafen in Höhe von insgesamt rund 160 Millionen Euro. Die wegen Verstößen gegen die Datenschutzgrundverordnung in der EU verhängten Strafen seien 2020 deutlich angestiegen. Dabei beruft sich heise auf eine Umfrage der Kanzlei DLA Piper.

Deutschland = Datenschutzland?

Bei den Ländern scheint es unterschiedliche Prioritäten zu geben, was den Datenschutz angeht. So führt Deutschland laut heise zwar die Liste der gemeldeten Verstöße an. Seit dem Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 seien 77.747 Datenschutzverstöße hierzulande gemeldet worden. Umgerechnet auf die gemeldeten Verstöße pro Einwohner sei jedoch unser nordischer Nachbar Dänemark Spitzenreizer: Auf 100.000 seien in Dänemark in den letzten zweieinhalb Jahren 155,6 Verstöße gemeldet worden.

Italiens Regulierungsbehörde führt die Rangliste der verhängten Geldbußen an, die seit der Anwendung der DSGVO am 25. Mai 2018 mehr als 69,3 Millionen Euro verhängt haben. Deutschland und Frankreich belegten mit Bußgeldern in Höhe von 69,1 Millionen Euro bzw. 54,4 Millionen Euro die Plätze zwei und drei.

Über die Autorin

Yvonne Bachmann
Yvonne Bachmann Expertin für: IT-Recht

Yvonne ist schon seit Beginn ihrer juristischen Laufbahn mit Leib und Seele im IT-Recht unterwegs. Seit Anfang 2013 ist sie als Volljuristin beim Händlerbund tätig und berät dort hilfesuchende Online-Händler in Rechtsfragen rund um ihren Shop. Genausolange berichtet sie bei uns zu Rechtsthemen, welche die E-Commerce-Branche aufwirbeln. 

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