Statistik des LKA Bayern

Betrug mit Fake Shops steigt an – wegen Corona?

Veröffentlicht: 05.01.2022 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 05.01.2022
Fake Shop

Laut dem Bayerischen Landeskriminalamt wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres 2021 deutlich mehr vermeintliche Fake-Online-Shops angezeigt als noch in den Jahren zuvor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe sich die Zahl verdoppelt, im Vergleich zu 2019 sogar versechsfacht, wie heise berichtet. Insgesamt wurden bis September des vergangenen Jahres allein in Bayern 4117 Anzeigen eingereicht.

Corona-Krise: „Markt für Betrüger wird lukrativer“

Der Anstieg könnte dabei mit den Bedingungen der Corona-Pandemie zusammenhängen, vermutet Thomas Goger von der Zentralstelle Cybercrime in Bamberg. „Wenn alle zu Hause sitzen und generell mehr übers Internet bestellt wird, wird der Markt für Betrüger lukrativer“, erklärt der Experte. Ob die Lockdowns und die allgemeine Zunahme des E-Commerce in der Corona-Krise aber wirklich zu mehr Fake Shops geführt haben, müsse erst noch kriminologisch untersucht werden.

Online-Händler versuchten in der Corona-Pandemie unter anderem mit überteuerten Desinfektionsmitteln oder Atemschutzmasken und Medizinbedarf Kasse mit der Krise zu machen. Das Problem bei vielen Fake Shops: Wenn geschädigte Nutzer diese anzeigen, sind die betrügerischen Shops teils schon wieder offline.

So kann man Fake Shops im Web erkennen

Online-Käufer sollten auf verschiedene Aspekte achten, an denen man einen möglichen Fake Shop erkennen kann, wie wir auch in einem extra Beitrag erklären:

  • Internet-Adresse: Häufig weisen Fake Shops keine sichere Verbindung auf und haben folglich das „https://“ samt Vorhängeschloss nicht in ihrer Web-Adresse. Auch eine ausländische Domain-Endung könnte, trotz deutschem Website-Inhalt, ein Indiz für einen Fake Shop sein. 
  • Gütesiegel: Oft sind vermeintliche Gütesiegel entweder frei erfunden oder werden einfach als Bild auf die Website kopiert.
  • Unrealistische Kaufpreise: Sind die Preise deutlich unter dem sonst üblichen Marktwert oder mit extremen Rabatten, sollte man lieber nochmal vergleichen. 
  • Impressum, AGB und Widerrufsbelehrung: Diese Angaben sind in Deutschland Pflicht und sollten in keinem Online-Shop fehlen. Fehlen diese Angaben vollständig, sollte man definitiv die Finger von dem Shop lassen.

Auch seriöse Online-Händler können auf Fake Shops reinfallen. Der Händlerbund zeigt unter anderem eine aktuelle Liste mit Fake Shops und gibt Hinweise, wie man sich als Händler schützen oder gegebenenfalls gegen unseriöse Anbieter vorgehen kann.

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#1 gunnar 2022-01-06 11:30
leider kann die polizei ja nicht viel machen, wenn fakeshops da sind.
die meisten sitzen im ausland, wo keine verfolgung möglich ist.
habe schon einige fakeseiten gemeldet.
aber wer schaut vorher auf die warnlisten.???
so gut wie keiner und darauf verlassen sich die betrüger.
es müßte eine verbindung zwischen der polizei und dem netzanbietern, oder so geben.
dort könnten die seiten sofort über die denic gesperrt werden.
bevor was passiert ist.
nachträglich anzeigen, bringt eigentlich nichts.
und wegen dem recht am bild usw braucht man nicht klagen, da bleibt man dann auf den kosten normal sitzen.
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