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FAQ zu Soforthilfen

Coronavirus: So erhalten Unternehmer und Selbstständige jetzt finanzielle Soforthilfe

Veröffentlicht: 24.03.2020 | Autor: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 03.04.2020
Unternehmerin mit Laptop und Rechnungen

Das Coronavirus führt nicht nur im Gesundheitssystem und in der Versorgung zu neuen Herausforderungen, wirtschaftlich sind durch die aktuellen Einschränkungen und Auflagen Unternehmen und (Teil-)Selbstständige auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Eben diese stellen sowohl die Bundes- als auch Landesregierungen nun bereit.

Doch welche Mittel gibt es genau? Wer bekommt überhaupt Hilfe? Und auf welchem Wege? Wir haben Fragen zu den Hilfsmaßnahmen gesammelt und beantwortet. Wir werden an dieser Stelle regelmäßig neue Entwicklungen und Maßnahmen hierzu aufnehmen und Informationen aktualisieren. 

Stand der Informationen: 03.04.2020, 11:45 Uhr

Soforthilfen des Bundes

Der Bund hat aktuell ein Rettungspaket beschlossen, insgesamt sollen hier für kleine Unternehmen und Selbstständige bis zu 50 Milliarden Euro Soforthilfe zur Verfügung stehen. Mittlerweile haben auch Bundestag und Bundesrat ihre Zustimmung hierzu erteilt.

In welcher Höhe wird die Soforthilfe gezahlt?

Wie hoch die Soforthilfe pro Unternehmen sein wird, ist von der Anzahl der Beschäftigten abhängig: Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern sollen 9.000 Euro erhalten, mit bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro. Bei dieser Soforthilfe handelt es sich um eine Einmalzahlung für drei Monate. 

Sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 Prozent reduziert, könne der ggf. nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden, heißt es.  

Wofür ist die Soforthilfe gedacht?

Es handelt sich um einen „Zuschuss zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Antragsteller und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen“ heißt es in dem Eckpunktepapier (PDF). Genannt werden laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume oder Leasingraten. Dieser Zuschuss gelte auch „komplementär zu den Länderprogrammen“. 

Wer erhält die Soforthilfe / welche Voraussetzung gibt es für den Erhalt der Soforthilfe der Bundesregierung?

Die finanzielle Soforthilfe (steuerbare Zuschüsse) sollen Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Solo-Selbständige und Angehörige der Freien Berufe mit bis zu 10 Beschäftigten erhalten.

Betriebe oder Selbstständige müssen im Zusammenhang mit der Coronokrise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sein. Der Schaden müsse somit erst nach dem 11. März 2020 eingetreten sein. 

Gibt es Soforthilfen des Bundes auch für Teil-Selbstständige? 

Das Bundesprogramm setzt eine selbstständige Tätigkeit im Haupterwerb voraus. Wer im Nebenwerb selbstständig ist, ist somit nicht antragsberechtigt.

Wie können die Soforthilfen des Bundes beantragt werden?

Die Soforthilfen des Bundes werden über die Länder vergeben. Die Anträge werden durch die jeweiligen Stellen der Bundesländer bewilligt und die Mittel von ihnen ausgezahlt. Aktuell ist dies noch nicht in allen 16 Ländern möglich. Alle aktuell bekannten Informationen dazu, wie die einzelnen Ländern die Beantragung von Corona-Soforthilfen organisieren, haben wir weiter unten in diesem Artikel zusammengestellt. Neue Informationen hierzu aktualisieren wir regelmäßig. 

Wichtig ist, zu beachten, dass einige Länder auch zusätzlich zu den Bundesmitteln eigene Gelder bereitstellen. Das kann Auswirkungen auf die Kombinierbarkeit der Länder- und Bundesmittel haben, einige Länder geben hierzu meist auch schon Hinweise. Im Zweifel sollten betroffene Online-Händler mit der für sie zuständigen Landesstelle klären, inwiefern neben Länderhilfen auch noch Bundesmittel beantragbar sind.

Die Existenzbedrohung bzw. der Liquiditätsengpass bedingt durch Corona müssen bei der Antragsstellung nachgewiesen werden. „Das heiß konkret, dass das jeweilige Unternehmen vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein darf und der Schadenseintritt nach dem 11. März 2020 erfolgt sein muss“, heißt es hierzu vom Bundesfinanzministerium.

Welche staatlichen und finanziellen Hilfen für Unternehmen gibt es noch?

Ausführliche Hinweise zu weiteren Möglichkeiten der Förderung durch Darlehen und zu staatlichen Hilfen bei Krediten haben wir auch in diesem Beitrag zusammengestellt: „Coronakrise: Was Händler jetzt wissen müssen“.   

Zudem hat die Bundesregierung aktuell einen Gesetzesentwurf erarbeitet, sodass Vermieter ihren Mietern nicht kündigen können, wenn diese innerhalb der nächsten drei Monate (bis zum 30.06.) ihre Miete nicht oder nur teilweise zahlen können. 

Muss ich Soforthilfen zurückzahlen?

Soforthilfen müssen laut Bundesfinanzminister Olaf Scholz nicht zurückgezahlt werden: „Wir geben einen Zuschuss, es geht nicht um einen Kredit. Es muss also nichts zurückgezahlt werden. Damit erreichen wir die, die unsere Unterstützung jetzt dringend brauchen“, erklärte er in einer Pressemeldung der Ministerien.

Rückzahlungen wären aber laut dem Eckpunktepapier im Falle einer Überkompensation notwendig – also wenn im Nachhinein festgestellt wird, dass nicht der volle Soforthilfebetrag zum Ausgleich der Liquiditätsengpässe notwendig war.

Wie lange können die Soforthilfen beantragt werden?

In nahezu allen Bundesländern findet sich bei der Antragsstellung der Hinweis, dass Anträge bis einschließlich 31. Mai 2020 gestellt werden können. Einige Bundesländer haben noch keine oder abweichende Regelungen.

Soforthilfen der Bundesländer 

Auch viele Bundesländer haben unterschiedliche ausgestaltete Programme mit Soforthilfen. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist in der Regel, dass die Unternehmen ihren Hauptsitz in dem jeweiligen Bundesland haben. Die Soforthilfe der Länder ist ein ergänzendes Hilfsangebot zur Soforthilfe des Bundes, teilweise wohl kombinierbar, allerdings dürfen die vom Bund festgesetzten Fördergrenzen nicht überschritten werden. Die niedersächsische Investitions- und Förderbank empfiehlt wenn möglich zuerst Ländermittel zu beantragen, und dann wenn nötig mit Bundesmitteln zu ergänzen. Ob und wie Online-Händler zusätzlich zu Landesmitteln noch Bundesmitteln beantragen können, sollte im Einzelfall im Gespräch mit der jeweiligen Landesinstitution geklärt werden.

Die Soforthilfe-Programme der einzelnen Länder werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Baden-Württemberg

Anträge für Soforthilfen sollen im Land Baden-Württemberg all jene Unternehmen, definiert als „jede Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt“ mit bis zu 50 Mitarbeitern stellen können. Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen mit unter fünf Beschäftigten sind nur insoweit antragsberechtigt, als dass sie mit ihrer selbständigen Tätigkeit das Haupteinkommen oder zumindest ein Drittel des Nettoeinkommens eines Haushalts bestreiten. Zuschüsse von 9.000 Euro für Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten bzw. 15.000 Euro mit bis zu zehn Beschäftigten werden aus den Soforthilfe-Mitteln des Bundes finanziert. Darüber hinaus stellt das Land 30.000 Euro Soforthilfe für Unternehmen mit 11 bis zu 50 Beschäftigten bereit.

Die Antragstellung für Bundes- als auch Ländermittel ist seit dem 25.03. möglich. Informationen zur Antragsstellung und zur Corona-Soforthilfe gibt es beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Bayern

In Bayern können Selbstständige und Unternehmen seit dem 01.04. sowohl die Soforthilfen des Bundes als auch zusätzliche Landesmittel beantragen, wenn es wegen des Coronavirus Liquiditätsengpässe gibt. Je nach Anzahl der Mitarbeitenden kann die Höhe der Soforthilfe 9.000 (bis fünf Beschäftigte), 15.000 Euro (bis zehn Beschäftigte), 30.000 Euro (bis 50 Beschäftigte) und 50.000 Euro (bis 250 Beschäftigte) betragen. Bayern war das erste Bundesland, das Soforthilfen bereitgestellt hat. Zusammen mit den Bundesmitteln wurden daher die Höhe der Zuschüsse angepasst. Wer bereits Soforthilfen des Landes Bayern erhalten hat, kann nun auch einen  Aufstockungsantrag stellen – für den Fall, dass die bisher bewilligten Landesmittel den Liquiditätsengpass nicht vollständig kompensieren konnten.

Weitere Informationen, etwa wer berechtigt ist und wie genau das Antragsverfahren bzw. Bewilligung funktionieren, hat das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie auf der Unterseite Soforthilfe Corona veröffentlicht. Hier werden auch die Antragsformulare zur Verfügung gestellt. Die Soforthilfen müssen bis zum 30. Juni 2020 beantragt werden.

Berlin

Der Berliner Senat hat aktuell rund 900 Millionen Euro Zuschüsse an über 100.000 betroffene Unternehmen ausgezahlt, gefördert wurden Kleinunternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten mit maixmal 5.000 Euro. Nun stellt Berlin die bisherige Programmkombination auf das Bundesprogramm um: Unternehmen bis 5 Beschäftigte erhalten somit nun bis zu 9.000 Euro, mit bis zu zehn 10 Beschäftigten 15.000 EUR aus Bundesmitteln. Um das Programm technisch umzustellen, wird die Antragstellung pausiert und ist ab dem 06.04. wieder möglich. Informationen und die Möglichkeiten zur Antragstellung gibt es auf der Website der Investitionsbank Berlin. Bisherige Positionen in der Warteschlange für die Möglichkeit zur Antragstellung sollen erhalten bleiben. Die Antragsstellung für Rettungsbeihilfen in Form von zinslosen Darlehen ist bis auf Weiteres ausgesetzt, informiert die Behörde.

Brandenburg

Für Untenehmen in Brandenburg werden Soforthilfe-Zuschüsse über 9.000 Euro (bis fünf Beschäftigte), 15.000 Euro (bis 15 Beschäftigte) aus Bundesmitteln ermöglicht, darüber hinaus gewährt das Land Brandenburg 30.000 Euro (bis 50 Beschäftigte) und 60.000 Euro (bis 100 Beschäftigte). Die Soforthilfe soll von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) nach Eingang der vollständigen Antragsunterlagen kurzfristig auf das Konto der Leistungsempfänger überwiesen werden. Die Anträge können seit dem 25.03. über die ILB gestellt werden. Dies ist bis zum 31.05.2020 möglich. Auf der Webseite der ILB gibt es eine Übersicht zu weiteren Coronahilfen.

Bremen

Bremen hat die Soforthilfen für Unternehmen komplett auf das Bundesprogramm umgestellt: Es gibt zu 9.000 Euro für Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten und 15.000 Euro für Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten. Desweiteren wurde ein Förderprogramm für größere Firmen zur Verfügung gestellt: Unternehmen mit mehr als 10 und weniger als 50 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) und bis zu 10 Millionen Euro Jahresumsatz können hier bis zu 20.000 Euro erhalten. Antragsformulare für die Länderhilfen sollen am 03.04. zzur Verfügung stehen. Unternehmen in Bremen können die Soforthilfen des Bundes bei der BAB beantragen. Informationen für Bremerhaven gibt es bei der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (bis),  Anträge für das Bundes- und in Kürze auch für das Landesprogramm können auf bis.contingent.de gestellt werden. Anträge können bis zum 31.05.2020 eingereicht werden.

Bis April konnten im Land Kleinstunternehmen (bis zu zehn Beschäftigte; bis zu 2 Mio. Euro Jahresumsatz) und Solo-Selbstständige in Bremen und Bremerhaven, die wegen des Coronavirus in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, Soforthilfen „von bis zu 5.000 Euro im vereinfachten Verfahren und bei besonderem Bedarf bis 20.000 Euro beantragen“. Wer noch finanzielle Hilfe benötigt, soll nun die Bundeshilfen beantragen. Auf der Webseite Coronavirus – Hilfen für die Wirtschaft des Landes Bremen gibt es weitere Informationen über Hilfemaßnahmen.

Hamburg

Der Hamburger Senat hat einen „Hamburger Schutzschirm für Corona-geschädigte Unternehmen und Institutionen“ beschlossen, ein Teil davon sind „unbürokratische Zuschüsse“. Die Zusammensetzung von Fördersummen aus Landes- und Bundesmitteln gestaltet sich wie folgt: Für Solo-Selbstständige bis zu 2.500 Euro (Landesmittel) und plus bis zu 9.000 Euro (Bundesmittel), Unternehmben mit bis zu fünf Beschäftigten erhalten bis zu 5.000 Euro (Landesmittel) plus bis zu 9.000 Euro (Bundesmittel), Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigte bis zu 5.000 Euro plus bis zu 15.000 Euro (Bundesmittel). Größere Unternehmen erhalten Unterstützung aus Landesmitteln: bis zu 25.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten und 30.000 Euro bei bis zu 250 Beschäftigten.

Weitere Informationen zur Antragsstellung und Antragsformulare sollen bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) „in Kürze“ zur Verfügung stehen.

Hessen

In Hessen setzt man „bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zunächst auf bewährte Mittel zur Entlastung der hessischen Unternehmen“. Hessen stockt die Bundessoforthilfen auf: Unternehmen können so bis zu 10.000 Euro Zuschuss (bis zu 5 Beschäftigten) bzw. 20.000 Euro (bis zu 10 Beschäftigten) beantragen. Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern können bis zu 30.000 Euro Zuschuss erhalten, dieser wird ausschließlich aus Landesmitteln zur Verfügung gestellt. Die Anträge können seit 30.03. über die Website des Regierungspräsidiums Kassel und bis spätestens zum 31.05. gestellt werden. 

Über die Hilfsangebote des Landes und des Bundes informieren das Wirtschaftsministerium Hessen sowie die Bürgschaftsbank Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Das Land Mecklenburg Vorpommern stellt Soforthilfen bereit: Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten erhalten bis zu 9.000 Euro bzw. mit bis zu 10 Beschäftigten bis zu 15.000 Euro aus Bundesmitteln, Unternehmen mit bis zu 24 Beschäftigten können bis zu 25.000 Euro bzw. mit bis zu 49 Beschäftigten bis zu 40.000 Euro aus Landesmitteln bekommen. Seit dem 01.04. können auch Unternehmen mit 50 bis 100 Beschäftigten Soforthilfen von bis zu 60.000 Euro erhalten. In Einzelfällen würden auch Unternehmen mit 101–249 Unterstützung erhalten. Anträge können über das Landesförderinstitut bis zum 31.05.2020 gestellt werden. Das Formular kann vorab per E-Mail versandt werden, aber eine postalische Zusendung ist erforderlich.

Außerdem gewährt das Land Unternehmen Darlehen mit einer Laufzeit von fünf Jahren, die zurückgezahlt werden müssen. Ein Darlehen bis 20.000 Euro ist zinsfrei, darüber hinaus fallen Zinsen an. Antragsformulare stehen voraussichtlich ab dem 01.04. zur Verfügung, es gibt eine Möglichkeit zur Antragsvormerkung bei der Gesellschaft für Struktur und Arbeitsmarktentwicklung (GSA).  

Niedersachsen

Das Land Niedersachsen und die NBank des Landes haben zwei Förderprogramme. Hierbei handelt es sich zum einen um Kredite zur Liquiditätshilfe, zum anderen um einen Zuschuss des Landes für Kleinunternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten, der nicht zurückgezahlt werden muss. Letztere wurden nun aufgrund der zusätzlichen Mittel des Bundes nochmals erhöht und sind nun wie folgt gestaffelt: Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten erhalten 9.000 Euro, bis zehn Beschäftigte 10.000 Euro, bis 30 Beschäftigte 20.000 Euro, bis 49 Beschäftigte 25.000 Euro. Explizit stehen die Hilfen auch StartUps zur Verfügung, wenn diese jünger als 5 Jahre sind. Eine Antragstellung erfolgt über die NBank

Nordrhein-Westfalen 

Nordrhein-Westfalen reicht die Bundeshilfen, die für Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigen gilt, 1:1 an die Zielgruppe weiter, erweitert aber im Rahmen des NRW-Rettungsschirmgesetz Hilfen für Unternehmen mit 11 bis 50 Beschäftigten. Diese Firmen können Soforthilfen in Höhe von bis zu 25.000 Euro erhalten. Anträge können digital seit dem 27.03. unter https://www.wirtschaft.nrw/corona gestellt werden. Die Antragsstellung muss bis 31.05.2020 erfolgen. Weitere Fragen beantwortet das Land auf der Webseite NRW-Soforthilfe 2020.

Rheinland-Pfalz

Seit dem 30.03. können Solo-Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen in Rheinland-Pfalz die Bundesmittel über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz beantragen und bei Bedarf mit Sofortdarlehen aus Landesmitteln kombinieren. Die Antragsstellung muss bis 31.05.2020 erfolgen.

RLP sieht vor, dass Unternehmen 9.000 Euro Zuschuss und bei Bedarf bis zu 10.000 Euro Sofortdarlehen (bis zu 5 Beschäftigte), 15.000 Euro Zuschuss und bei Bedarf 10.000 Euro Sofortdarlehen (bis zu 10 Beschäftigte) oder bis zu 30.000 Euro Sofortdarlehen plus bis zu 9.000 Euro Landeszuschuss (bis zu 30 Beschäftigte) erhalten. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden, die Sofortdarlehen allerdings schon. Die Darlehen könne man zu einem „späteren Zeitpunkt“ bei der Hausbank beantragen. Mehr Informationen gibt es auf der Website des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums.  

Saarland

Im Saarland konnten bis April Selbstständige mit einem Beschäftigten bis zu 3.000 Euro, 6.000 Euro und mit bis zu fünf und 10.000 Euro mit bis zu zehn Beschäftigten Soforthilfe erhalten. Nun hat das Saarland komplett auf die Fördermittel aus dem Bundesprogramm umgestellt, somit können Unternehmen mit fünf Beschäftigten nun bis zu 9.000 Euro und mit zehn Beschäftigten bis zu 15.000 Euro erhalten. Wer bereits Landesmittel erhalten bzw. beantragt hat und der Liquidätsengpass damit nicht behoben ist, kann zusätzliche Mittel aus dem Bundesprogramm beantragen. Es ist darauf hinzuweisen, dass bereits Landesmittel beantragt wurden. Es kann insgesamt aber maximal die Fördersumme des Bundesprogramms gewährt werden.

Die Antragsstellung für die Bundesmittel ist über das saarländische Wirtschaftsministerium noch bis zum 31.05.2020 möglich.

Sachsen

Bei der Sächsischen Aufbaubank können Einzelunternehmer, Freiberufler und Kleinstunternehmen ein „Soforthilfe-Darlehen“ beantragen. Hierbei handelt es sich jedoch um ein Darlehen, das zurückgezahlt werden muss. Unternehmen und Selbstständigen aus Sachsen stehen darüber hinaus natürlich die Soforthilfen des Bundes offen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Weitere Informationen und Anträge zu dem Programm „Sachsen hilft sofort“ gibt es bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB). 

Die SAB nimmt seit 30.03. auch Anträge für die Soforthilfen aus Bundesmitteln entgegen. Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten können bis zu 9.000 Euro beantragen, bei bis zu zehn Beschäftigten sind 15.000 Euro Zuschuss möglich. Die Antragstellung kann bis 31.05.2020 erfolgen.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist die Antragstellung für Soforthilfen ab dem 30.03. auf der Seite der Investitionsbank Sachsen-Anhalt möglich. Unternehmen können Zuschüsse in Höhe von bis zu 9.000 Euro (bis zu fünf Beschäftigte), 15.000 Euro (bis zu zehn Beschäftigte) aus Bundesmitteln, sowie bis zu 20.000 Euro (bis zu 25 Beschäftigte) und 25.000 Euro (bis zu 50 Beschäftigte) aus Landesmitteln erhalten. Informationen zu Unternehmenshilfen hat das Land auf der Webseite Wirtschaft in Sachsen-​Anhalt: Auswirkungen und Hilfen veröffentlicht. Die Anträge müssen bis 31.05.2020 eingereicht werden.

Schleswig-Holstein

Die Antragstellung für die Bundesmittel für Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige in Schleswig-Holstein in Höhe von bis zu 9.000 Euro (bis zu 5 Beschäftigte) und bis zu 15.000 Euro (bis zu 10 Beschäftigte) ist über Antragsportal der Investitionsbank Schleswig-Holstein möglich. Das Antragsformular wurde zudem überarbeitet: Das Land hat mit dem Bund verhandelt, sodass auch alle jungen Unternehmen einen Zuschuss beantragen können oder dass der Bezug von Arbeitslosengeld von Gewerbetreibenden kein Ausschluss-Kriterium mehr ist. Die Anstragstellung ist bis 31.05.2020 möglich.

Thüringen

In Thüren konnten bis zum 02.04. Zuschüsse gestaffelt nach Anzahl der Beschäftigten über 5.000 Euro (bis fünf Beschäftigte), 10.000 Euro (bis zehn Beschäftigte), 20.000 Euro (bis 25 Beschäftigte) bis hin zu 30.000 Euro (bis 50 Beschäftigte) aus Landesmitteln beantragt werden. Nun stellt das Land auch die Möglichkeit zur Antragsstellung für Bundesmittel bereit: Für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten gilt, dass die Programme des Landes und des Bundes miteinander verrechnet werden: Wenn 5.000 Euro durch die Thüringer Soforthilfe gerzahlt wruden, können Antragsteller maximal noch 4.000 Euro aus dem Bundesprogramm (insgesamt 9.000 Euro) bekommen. Fehlende Unterlagen für das Bundesprogramm sollen erst nach Aufforderung bei der Thüringer Aufbaubank eingerecht werden. Unternehmen mit 11-50 Beschäftigten können weiterhin die Landesmittel beantragen. Weitere Informationen und Antragsformulare gibt es bei der Thüringer Aufbaubank. Anträge können bis 31.05.2020 gestellt werden. 

Weiterführende Informationen und Unterstützung für Händler

Der Händlerbund stellt eine Broschüre zu den Soforthilfen in der Coronakrise zum kostenlosen Download bereit, die regelmäßig aktualisiert wird. 

Der BVMW - Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat außerdem einen Download-Bereich erstellt, in dem Unternehmen Anträge, Formulare und Bescheinigungen zur für Unterstützungsmöglichkeiten aufgegliedert nach Bundesländern zur Verfügung gestellt werden. 

Auch verschiedene Unternehmen und Privatpersonen haben Aktionen gestartet, um zusammen die Coronakrise zu bewältigen – hierzu haben wir ebenfalls eine umfangreiche Übersicht zusammgestellt: Diese Projekte können Händlern helfen.

Über den Autor

Hanna Behn Experte für Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Hanna Behn

Kommentare  

#27 Redaktion 2020-04-03 11:44
Lieber Frank,

wenn du eine Bewilligung erhalten hast, solltest du auch die Soforthilfen überwiesen bekommen. Das kann bestimmt ein paar Tage dauern, schließlich werden viele Anträge eingehen und viele Überweisungen getätigt. Hin und wieder dauert eine Überweisung ja auch ein paar Tage. Hast du das Geld in der Zwischenzeit schon erhalten?

Ja, die jeweiligen Bedingungen für die Soforthilfe muss man im Blick behalten, schließlich gibt es einige Auflagen und Punkte, die berücksichtigt werden müssen. Hier schauen wir aktuell auch gezielt danach, ob sich die Soforthilfen negativ auswirken können oder ob man trotz allen Rückzahlungen am Ende mehr Geld zur Verfügung hat, als ohne die Soforthilfen. Auch für dein Feedback in dieser Thematik sind wir sehr dankbar, denn es ist für uns sehr hilfreich!

Im FAQ der Soforthilfe in NRW wird als entscheidender Stichtag für einen Wegfall von Aufträgen auch der 1. März 2020 genannt. Daher wird dieses Datum das richtige sein.

Die Presse in Deutschland weist unserer Meinung allerdings schon darauf hin, dass in Deutschland weniger getestet wird als in anderen Ländern. Eine Täuschung der Öffentlichkeit können wir da nicht beobachten. Als Beispiel für viele Artikel, die in diese Richtung gehen, hier ein Artikel aus dem Spiegel vom 20.3.: https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-testet-deutschland-zu-wenig-im-vergleich-zu-suedkorea-a-4fb86f9e-1a5f-4434-b05f-7fad3dda34f4

Mit besten Grüßen

Die Redaktion
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#26 Redaktion 2020-04-03 11:42
Guten Tag Siri,

das kommt aktuell auf das Bundesland an, in dem sie leben und/oder tätig sind. In den Ländern können Sie ab sofort die Soforthilfen beantragen, die sie nicht zurückzahlen müssen. Die Voraussetzungen sind jedoch überall verschieden.

In Schleswig-Holst ein können beispielsweise alle Solo-Selbststän digen und Unternehmen Soforthilfe beantragen, die „ihre Waren und Dienstleistunge n bereits vor dem 01.04.2020 am Markt angeboten haben.” (https://www.ib-sh.de/produkt/corona-soforthilfe-programm/)

In anderen Ländern wie NRW ist der Stichtag jedoch der 31.12.2019. Ob es auf Bundesebene zu einer Änderung der Zugangsvorausse tzungen für die Soforthilfen kommt, ist derzeit noch nicht absehbar.

Sie müssen sich als an die für sie zuständige Landesstelle wenden und dort die Bedingungen einsehen. Leider ist es nicht einheitlich in allen Bundesländern. Die für sie zuständige Stelle finden Sie in dieser Broschüre vom Händlerbund: https://www.haendlerbund.de/de/downloads/broschuere-corona.pdf

Mit besten Grüßen

Die Redaktion
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#25 Frank 2020-04-01 22:31
Hallo,
ich habe in NRW die Soforthilfe am 27.03.20 beantragt, schon am 29.03.20 kam die Bewilligung, jedoch ist bis Dato nichts auf dem Konto eingegangen, dabei sind nun schon mehr Tage vergangen als der Antrag bis zur Bewilligung benötigte, ich frage mich was da los ist und in wie weit habe ich nach Bewilligung auch einen Anspruch? Ein Rechtsanspruch selber gibt es nämlich nicht für die Bewilligung, was ist aber wenn es bewilligt wurde?, zudem muss nach 3 Monaten der Betrag zurückgezahlt werden den ich nicht verwende, UND ich darf damit keine laufenden Kredite befriedigen...w ie bitte? Aus welchen Topf soll ich denn laufende Kredite befriedigen? Ansprehpartner im Form von Mails oder Telefon wird niergendwo genannt, man kann also niht nachfragen wann und ob das Geld nun kommt. Nach 3 Monaten behält man sich eine Prüfung vor, wo ich dann alles Nachweisen muss, und vor allem steht oben der Engpass darf nicht vor dem 11.03.20 bestanden haben, im Antrage selber und in der Bewilligung wird aber der 01.03.20 genannt. Was ich nicht verbrauche oder nicht korrekt nachweisen kann, wird zu 5% verzinst und man behält sich rechtliche Schritte vor, also alles in allem eine Luftblase, genauso wie die Coronazahlen selbst in Deutschland, selbst Heinsberg, das erste Zenrum in Deutschland wurde nie abgeschirmt, und bis Dato wurde weder ich noch Freunde aus der Gegend, ich komme von dort, getestet, und man sagt uns in der Presse das Deutschland mehr testet als andere Länder, Fakt: Es wird in Deutschland nur getestet wer komplett auf der Kippe steht, das ist alles verschönern von Wahrheiten, ich vertraue dem Staat nicht mehr.
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#24 Siri 2020-03-31 19:57
Bin seit Anfang März dabei mich aus der Arbeitslosigkei t heraus selbstständig zu machen und es läuft zur Zeit immernoch die Prüfung beim Amt für meinen Antrag auf einen Gründungszuschu ss. Die selbstständige Tätigkeit musste inzwischen fristgemäß aufgenommen werden. Ob der Zuschuss, welcher die Existenz sichern würde, genehmigt wird ist unklar. Und die Auftragslage ist krisenbedingt auch schlecht. Dennoch vermute ich, dass mir keine Hilfe zusteht, wenn mein Unternehmen erst seit Kurzem existiert. Oder hat da jemand bereits alternative Informationen?
Freue mich sehr über Rückmeldungen!
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#23 Redaktion 2020-03-31 07:29
Liebe Valerie,

die Hilfen in Schleswig-Holst ein, die uns bekannt sind, gelten leider nur, wenn die Tätigkeit den Haupterwerb darstellt. Eine ausführlichere Antwort und eventuelle Möglichkeiten, die wir vielleicht übersehen, wird Dir sicherlich das Wirtschaftsmini sterium Schleswig-Holst ein geben können: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/VII/Kontakt/kontakt_node.html;jsessionid=64EDBB057CF90921195A6FE2A4C10AD2.delivery1-master

Mit freundlichen Grüßen

Die Redaktion
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#22 Manuela Donath 2020-03-30 14:58
guten tag

es ist schade das man Soforthilfe spricht aber bis geld kommt wenn man was bekommt dauert für uns klein Unternehmer zulange u dann die unterschiede die einen müssen nicht zurück zahlen u anderen müssen es zurück zahlen...es werden diese jahr viele unternehmen sterben..
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#21 Redaktion 2020-03-30 14:48
Lieber Martin,

danke für Deine Anfrage und die wirklich spannenden Fragen. Du triffst mit beiden Fragen kritische Punkte, die jedoch wahrscheinlich am besten die zuständigen Behörden klären müssten. Wir können als Redaktion derzeit keine Aussagen zur Bemessung der Überkompensatio n treffen, natürlich liegen uns bislang auch keine Praxiserfahrung en dazu vor. Da die Antragsbedingun gen wahrscheinlich auch variieren, je nachdem ob ein Bundesland Bundes- oder Ländermittel zur Verfügung stellt, ist der sicherste Weg, die jeweilige Behörde in Deinem Bundesland anzufragen. Die Übersicht der zuständigen Landesbehörden zur Ausgabe der Bundesmittel findest Du in dieser Händlerbund-Bro schüre: https://www.haendlerbund.de/de/downloads/broschuere-corona.pdf

Auch zu der steuerlichen Frage können wir derzeit keine abschließende Antwort geben. Das Problem wird deutlich, und in der Tat: Die Soforthilfe muss in der Steuererklärung als gewinnwirksam angegeben werden. Wie sich das genau auf Deine Steuerzahlungen auswirkt, wird dir am besten Dein Finanzamt erklären können.

Ich hoffe, wir konnten Dir wenigstens ein bisschen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Redaktion
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#20 Redaktion 2020-03-30 11:47
Lieber Herr Baze, Lieber WOK,

vielen Dank für Ihre Anmerkungen zu unserem Artikel. Natürlich muss man Überförderungen zurückzahlen, wenn eine Nachprüfung erfolgt ist. Die Passage im Text und das Zitat von Minister Scholz beziehen sich darauf, dass die einem zustehende Soforthilfe nicht rückzahlbar ist, was ja auch ein großer Unterschied zu einem Kredit ist.

Wir werden die Stelle im Text konkreter und differenzierter ausdrücken, vielen Dank für Ihre Hinweise!

Mit freundlichen Grüßen

Die Redaktion
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#19 Redaktion 2020-03-30 11:12
Sehr geehrte Frau Bechtel,

diese Frage können wir Ihnen leider nicht abschließend beantworten. Da die zuständige Behörde die Anträge im Einzelfall prüft und wir keine Einschätzung Ihrer Liquidität vornehmen können, wäre ein Rat von uns in diese Frage nicht aussagekräftig. Zudem gibt es Unterschiede zwischen den Bundesländern. Wir können Ihnen daher ans Herz legen, die für Sie zuständige Behörde zu kontaktieren. Alle weiteren Infos darüber, welche Behörde im jeweiligen Bundesland zuständig ist, finden Sie hier: https://www.haendlerbund.de/de/downloads/studie-corona-studie-2020.pdf

Wir hoffen, dies hilft Ihnen ein wenig weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Die Redaktion
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#18 Valerie 2020-03-30 09:45
Ich bin seit letztem Jahr auch im Nebenerwerb in Schleswig-Holst ein selbstständig. Das ganze neben dem Studium. Da ich mit Unternehmen in der Veranstaltungsb ranche zusammenarbeite , fallen nun natürlich auch große Teile der Einnahmen weg. Gibt es hierfür auch Hilfen, die man beantragen kann? Finde überall nur Hilfen für Vollzeit Selbstständige und Freie ..

Vielen Dank für die Hilfe!
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