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Coronavirus

Update: Das sind die besten Startpakete zum Einstieg in den E-Commerce

Veröffentlicht: 23.04.2020 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 27.04.2020
Corona Virus

In der Coronakrise bieten Unternehmen, Agenturen, kleinere Firmen und Online-Händler eigene oder gemeinschaftliche Aktionen, um den wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen durch das Coronavirus entgegenzutreten. Wir zeigen eine kleine Auswahl.

Kostenlose / ermäßigte Startpakete für (stationäre) Händler

  • NEU: JTL, Ebay, DHL und der Händlerbund wollen gemeinsam stationäre Einzelhändler in den Online-Handel begleiten. Mit dem Quick-Start-Paket erhalten E-Commerce-Neulinge individuelle Beratung, ein JTL-Produktbundle mit Online-Shop und Marktplatzanbindung, Vorteilskonditionen bei vielen Partnern sowie Einsteiger-Webinare der Quick-Start-Academy.

  • NEU: Auch Dreamrobot hat gemeinsam mit Partnern ein Corona-Hilfspaket geschnürt inklusive einer verlängerten Testphase von 30 Tagen, dazu keine Grundgebühr in den ersten zwei Monaten. Händler können damit dann entweder im eigenen Shopify-Shop oder über Ebay und Real verkaufen.

  • NEU: Shipclouds Hilfspaket umfasst im Professional Special Abo bis zum 31. Juli 2020 keine Grund- und Transaktionsgebühr. Neu startende Online-Händler können damit monatlich bis zu 1.500 Sendungen über shipcloud erstellen. Kosten enstehen nur für die tatsächlich erstellten Versandmarken. 
  • Web4business will im Rahmen des Projekts „Hilfe Digital“ stationären Händlern in nur zwei Tagen eine Homepage mit zahlreichen Funktionen und Marketing-Tools erstellen. Das Ganze inklusive monatlichem Service soll bis Ende des Jahres kostenfrei sein.

  • Actindo will mit seinem Mittelstandsprogramm Unternehmen in der Corona-Krise unter die Arme greifen. IT-Produkte und Dienstleistungen im Bereich E-Commerce oder Digitalisierung stehen Händlern zu vergünstigten Kosten oder teilweise sogar kostenlos zur Verfügung.
                        
  • Auch die DHL will lokalen Händlern mit einer neuen Initiative helfen: Kleine und mittelständische Unternehmen, die mindestens 200 Pakete pro Jahr verschicken, können bei „DHL lokal handeln“ dabei sein und bekommen so günstigere Paketpreise und eine Online-Präsenz. Partner wie Ebay, Zalando und schuhe24.de sind auch dabei und bieten günstige Startkonditionen.
  • In Österreich lassen sich die aktuellen Angebote von Online-Shops über die Suchmaschine anna-kauft.at finden. Auch für Deutschland und die Schweiz soll eine solche Suchmaschine geplant sein.

  • Payment-Anbieter Concardis erlässt für Online-Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz für drei Monate die fixen Kosten für Online-Shop und Zahlungslink.

  • Das Portal miagehn.online verfolgt ein ähnliches Prinzip – allerdings nur für Münchner Händler. Diese müssen sich bis 30.März, 17 Uhr für das Projekt bewerben und erhalten dann kostenlose Unterstützung von einem Expertenteam.

  • Die Plattform kiezware bringt stationäre Händler in Deutschland mit einem kostenlosen Mini-Webshop online.

  • Die Online-Plattform lokalos.de gibt Nutzern eine Übersicht, welche Dienste stationäre Händler in der Coronakrise anbieten. Über die Suche nach Ort oder Postleitzahl sollen die Einträge differenziert werden. Die jeweiligen Händler können sich kostenlos eintragen lassen.

  • Der Software-Anbieter Amagno bietet Unternehmen die kostenfreie Nutzung seiner Cloud-Lösung für beliebig viele Anwender. Unternehmen, die besonders viel Speicherplatz brauchen und sich bis zum 30. Juni 2020 anmelden, bekommen die Abogebühren und die Setupbeiträge für die Bereitstellung erstattet.

  • We Want Shoes bietet Marken bis zum Ende der kommenden Saison die kostenlose Teilnahme an den Online-Messen We Want Shoes und The Brand Show.TV an. Anbieter von Schuhen, Taschen und Accessoires können ihr Sortiment dort in einem digitalen Showroom präsentieren.
  • Shopsoftware-Anbieter Shopify integriert auf unbestimmte Zeit das Gutschein-Feature in alle Shopify-Pakete, das sonst kostenpflichtig wäre. Außerdem bietet Shopify stationären Händlern an, das Angebot für 90 Tage kostenlos zu testen.                                

  • Auf der Plattform Einzelheld können stationäre Läden ihr Sortiment anbieten, die Macher wollen außerdem helfen, einen Lieferservice aufzubauen. Verantwortlich für das Projekt: Die Stuttgarter StartUps Iteneo und Entrecode.

  • Auch das Software-Unternehmen Epages und Partner bieten kleinen Ladenbesitzern unter der Initiative „stayopen“ die Einrichtung eines kostenlosen Online-Shops. Bis mindestens Ende Juni ist der Service kostenlos, je nachdem, ob die offiziellen Beschränkungen weiter vorliegen womöglich auch länger. Mit dabei sind außerdem Payone und VR Payment, die Payment-Organisation der Volks- und Raiffeisenbanken.

  • Shopware offeriert Händlern für den Ein- oder Umstieg in den E-Commerce spezielle Servicepakete. So gibt es für Händler, die schnell einen Online-Shop benötigen, die Lösung Corona Care, bei der die ersten drei Monate kostenlos sind.

  • Florian Litterst, Chef der Agentur Adsventure, bietet gemeinsam mit anderen Online-Marketing-Experten stationären Händlern und vor allem Restaurants an, kostenlos Werbung auf Facebook und Instagram zu schalten. Einzige Bedingung: Sie müssen einen Lieferdienst anbieten.

  • Der Online-Marktplatz Locamo erlässt Unternehmen in der Coronakrise bis 30.09.2020 die Grundgebühr für einen Start auf dem Marktplatz. Außerdem gilt ein Sonderkündigungsrecht bis 15.06.2020.

  • Auch der Schweizer Online-Marktplatz Ricardo hat ein Angebot für stationäre Händler: Neue Kunden erhalten zum Start eine Gutschrift von 1.000 Schweizer Franken.

  • Lozuka bringt regionale Händler „innerhalb von 24 Stunden“ kostenlos auf seine Plattform.

Corona: Mitarbeiter / Helfer finden

Durch die Coronakrise fallen für viele Unternehmen und Selbstständige Aufträge und Jobs weg. Hingegen werden an anderer Stelle Helfer gesucht – etwa bei der Kinderbetreuung von Menschen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten oder bei älteren Bürgern und anderen Corona-Risiko-Personen.

    • Die ehrenamtliche Initiative „Digital Response Deutschland“ will Technologie-Experten mit deutschen Behörden vernetzen, die aufgrund der Corona-Krise Unterstützung benötigen. 

    • Das EHI Retail Institute und der HDE-Verband vermitteln auf der Plattform gemeinsam-handeln Personal zwischen Händlern, die vorübergehend Mitarbeiter suchen. Auch die Suche nach logistischen Kapazitäten ist möglich.

    • Die Online-Plattform Yoopies Deutschland, die auch sonst Babysitter und Tagesmütter vermittelt, sucht jetzt gezielt vor allem Betreuung für Kinder von Krankenhauspersonal. 

    • Ein Wiener Student hat die Webseite Corona Helper gestartet, die vor allem in Österreich und Deutschland helfen will, Menschen und Betroffene aus Corona-Risikogruppen zu vernetzen, damit erstere für die besonders bedrohten Personen etwa einkaufen gehen können. 

    • Pascal Fantou sammelt Freelancer aus verschiedenen Branchen, die durch die Corona-Krise jetzt neue Aufträge suchen und verfügbar sind. Interessierte können sich in ein Google Doc eintragen lassen, inzwischen finden sich dort rund 100 Selbständige.

    • Das Luxemburger „Online-Schaufenster“ letzshop zeigt Produkte lokaler Händler und liefert diese. Auf der Bestell-Webseite wurde jetzt ein Extra-Bereich geschaffen, der nur für vom Virus gefährdete Personen gedacht ist. Wer aus diesem Produktsortiment bestellen will, muss per Klick zustimmen, dass er zu der Risikogruppe gehört oder im Auftrag einer solchen Person handelt.

Gruppen und Webseiten: Vernetzen und Infos 

In verschiedenen, neuen Gruppen auf sozialen Netzwerken oder Portalen können sich Online-Händler über die Auswirkungen für das eigene Geschäft austauschen und sich gegenseitig Tipps und Informationen geben.

  • Foodly, ein Online-Marktplatz für Lebensmittel, hat eine Suchmaschine gelauncht, die alle Lebensmittel-Lieferdienste in der jeweiligen PLZ erfasst und direkt den nächsten freien Lieferslot findet. Der Online-Lebensmittel-Checker listet die bekanntesten Online-Shops, Supermärkte, Getränkehändler, Drogeriemärkte und Bio-Höfe in ganz Deutschland.

  • Der Freelancermarktplatz Fiverr bietet auf einer Website Infos für kleine und mittelständische Unternehmen zum Umgang mit der Coronakrise und Tipps für digitales Arbeiten, allerdings auf Englisch.

  • Deutsche Mitarbeiter von Facebook haben die Gruppe „Gemeinsam stark. Gemeinsam digital.“ gegründet, um kleine Unternehmen in der Corona-Krise beim E-Commerce zu unterstützen.

  • Verschiedene Unternehmer rund um Marcus Diekmann von Rose Bikes haben zunächst eine LinkedIn-Gruppe gegründet, die als Wissensplattform und zum Austausch z.B. über Hilfsprogramme und -fonds dienen soll. Die dahinter stehende Initiative „Händler helfen Händlern“ soll langfristig auch Impulse für neue Businessmodelle sammeln. Auch der Händlerbund ist der Initiative beigetreten.

  • Auch 2gather möchte von Corona betroffene Händler auf einer extra Plattform vernetzen. Hinter der Idee steckt Vanessa Janneck vom PopUp-Store B-Lage in Hamburg. Die Infos sollen auch nach Stadt oder Problem gefiltert werden können.

  • Unternehmen wie Jimdo haben eigene Facebook-Gruppen zum Thema Corona ins Leben gerufen, auch private Initiativen wie „Digital gegen Corona“ bieten Gruppenmitgliedern z.B. Infos zu Home Office und Co.

  • Philipp Knöbl hat die Facebook-Seite „Regionale Onlineshops Deutschland“ gestartet. Dort sollen sich kleine, regionale Online-Shops kostenlos präsentieren können.

Rettungsschirm aus Gutscheinen für stationäre Händler

  • Flsk.de unterstützt seine stationären Handelspartner und spendet jeweils 25 Prozent des Einkaufswertes, wenn Online-Nutzer im Webshop bestellen.

  • Metro hat die Plattform hilfelokal gestartet. Dort können Händler Gutscheine erstellen, bis Ende Mai ist die Nutzung kostenlos.
  • Die Initiative supportyourlocal bietet stationären Händlern eine Plattform an, auf der sich die Unternehmen präsentieren und ihren Kunden dort Geschenkgutscheine anbieten können, um die aktuellen Umsatzverluste zu kompensieren. Für die ersten zwei Monate nach Registrierung verzichtet der Anbieter Firstvoucher auf alle Gebühren. Die Initiative hat auch eine Facebook-Gruppe.

  • Auch die Agentur Antoni startet eine Gutschein-Aktion für kleine Händler. Auf der Webseite LongLiveTheBlock können Nutzer Gutscheine für stationäre Läden in ganz Deutschland kaufen.

  • Auch stammi.de bietet eine ähnliche kostenlose Gutschein-Plattform an, dahinter stecken die Fintechs Leaf und Stripe.

  • Speziell in Berlin ist die Gutschein-Plattform Helfen.berlin gestartet. Dahinter stecken mehrere Berliner Gründer, unter anderem vom Startup Outside Society und dem Berliner Wirtschaftsnetzwerk. Knapp 1.000 Geschäfte sind registriert.

  • PayNowEatLater bietet ein ähnliches Gutschein-System für mehrere Städte an, unter anderem in Hamburg.

  • Auch bei Please Don't Close können Kunden ihre stationären Geschäfte unterstützen, bisher in Berlin, London, Mailand und Malta.

Neue Produkte gegen die Verbreitung des Coronavirus

Das Unternehmen Veit hat den Türöffner Handz3 („Hands Free“) entwickelt, den Menschen statt ihrer Hände nutzen können. Die Infektion über Türklinken oder Schalter im öffentlichen Raum oder in Büros soll so eingeschränkt werden. Derzeit sollen 100 Stück der Geräte kostenlos an Menschen mit erhöhtem Risiko im Landkreis Landsberg/Lech verteilt werden.

Unbenannt

Politisch aktiv werden in der Coronakrise

Die selbstständige Modedesignerin Tonia Merz hat auf change.org eine Petition für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens während der Coronakrise gestartet. Über 300.000 Personen haben bereits mitgezeichnet.

Auch der Händlerbund fordert schnelle Soforthilfen für Online-Händler. Außerdem bietet der Händlerbund betroffenen Online-Händlern an, ihren Webshop auf dessen Instagram- und Facebook-Account vorzustellen. Interessierte Teilnehmer müssen dafür nur bei Instagram einen Kommentar mit Namen und kurzer Info zum Shop hinterlassen.

Die europaweite B2B-Online-Messe für Schuhe, Taschen und Accessoires We Want Shoes mit Sitz in Berlin hat ein Soforthilfe-Programm für Marken gestartet: Mode-, Schuh- und Accessoires-Marken können ab sofort und bis zum Ende der kommenden Saison ihre aktuelle Lagerware kostenlos auf den Online-Messen We Want Shoes und The Brand Show.TV präsentieren.

„In dieser dramatischen Situation müssen jetzt alle zusammenstehen und jeder seinen Teil zur Lösung beitragen. Wir von We Want Shoes wollen mit unseren Mitteln schnell und unbürokratisch helfen“, erklärt Saydou Bangoura, Gründer und CEO der Berliner Online-Messe Plattformen We Want Shoes und The Brand Show.TV, in einer Pressemitteilung vom Mittwoch.

Alle interessierten Marken können deshalb ab sofort und ohne die üblichen Showroom-Kosten einen speziellen Digitalen Showroom erhalten. Dort können sie ihre Produkte hochladen und im Bereich SprintWare, dem Marktplatz für aktuelle Lagerware, listen lassen und sich so einfach internationalen Einkäufern präsentieren. Bei Verkauf der Ware erhält We Want Shoes eine Transaktionsgebühr.

Digitalisierung wirkt derzeitiger Situation entgegen
„Zum jetzigen Zeitpunkt ist es natürlich noch völlig unklar was genau in den kommenden Monaten passieren wird. Klar ist aber, dass es irgendwie weitergehen muss und wird. Im besten Fall läuft es so wie nach der SARS-Epidemie 2002/03 in Asien, wo der Konsum danach sogar höher war als davor“, fügt Bangoura hinzu.

Er bezweifelt jedoch, dass selbst wenn der Einzelhandel nach einer Verbesserung der Situation so schnell wie möglich wieder öffnen kann, in der nächsten Saison Massenveranstaltungen wie Messen mit ihren vielen Tausenden Besuchern überhaupt stattfinden dürfen. Zudem ist zu diesem Zeitpunkt nicht klar, wie sich die Coronavirus-Situation entwickelt.

„Alle müssen sich darauf einstellen, dass unter Umständen in den nächsten sechs Monaten keine physischen Messeplattformen stattfinden werden, da Experten für den Herbst eine weitere Infektionswelle erwarten. Das wäre ein herber Schlag für die gesamte Branche, uns eingeschlossen“, so Bangoura.

Digitalisierung heißt die Antwort, die es Marken erlaubt, sich auf diese mögliche Situation vorzubereiten. Die interaktive Bestell- und Marketingplattform We Want Shoes präsentiert derzeit Digitale Showrooms von rund 200 Marken, die von über 20.000 Einkäufern der Schuhbranche eingesehen und deren Produkte direkt über die Plattform bestellt werden können.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Markus Gärtner

Kommentare  

#2 Wilfrid Moser 2020-03-27 10:33
Wir haben in Österreich am letzten Wochenende eine Suchmaschine gebaut um diverse Onlineshop-Verz eichnisse zu durchsuchen.

[Anm.: Link von der Redaktion entfernt]


Ziel ist den österreichische n Onlinehandel zu stärken.

Würden das gleiche auch gern für die Schweiz und für Deuschtland machen sobald wir genug Verzeichnisse haben und uns jemand bei der Bekanntmachung hilft.

Vorteil: Die Listen sind etwas mühsam zu durchsuchen - mit der Suchmaschine geht das viel einfacher.

Die österreichische n Verzeichnise sind folgende:

[Anm.: Links wurden von der Redaktion entfernt]

LG
Willi
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#1 Antje Stein 2020-03-22 20:18
Hallo, Wir sammeln auf unserer Webseite Ideen rund um die Corona Krise.
Sie können unseren Kontakt gerne an Initiativen weitergeben, die sie nicht veröffentlichen können.
Die Initiativen,Pro jekte, Ideen können bei uns von den Initiatoren direkt eingetragen und verlinkt werden.
Liebe Grüße Antje Stein www.ideengegencorona.de
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