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Rückblick: Der Online-Handel im Mai 2017

Veröffentlicht: 01.06.2017 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 31.05.2017 | Gelesen: 1503 mal

Das Frühjahrsupdate von Ebay, gesperrte Händlerkonten bei Amazon und weitere Nachrichten aus der E-Commerce-Branche. Wir fassen den vergangenen Mai zusammen.

Kalender auf dem Monat Mai

© Emily_Hwang – Shutterstock.com

Nervenprobe für Marktplatz-Händler

Der Mai brachte das diesjährige Ebay-Frühjahrsupdate mit sich, das bei vielen Händlern für einige Aufregung gesorgt hat. Ebay hat im Zuge des Updates nämlich einige Änderungen verkündet, die das Gesicht des Marktplatzes nachhaltig verändern könnten – so wird Händlern künftig die Angabe von Kontaktinformationen an vielen Stellen auf dem Marktplatz untersagt und Ebay wird die Bildrechte einfordern. Die angekündigten Änderungen sorgten bei den Händlern mitunter aber auch für einige Fragen.

Aufregung gab es aber auch bei Amazon: Im Mai berichteten vermehrt Händler davon, dass sie fälschlicherweise gesperrt worden seien. Amazon habe vermutet, dass Betrüger die Konten der Händler manipuliert hatten – dabei handelte es sich aber offenbar um eine Überreaktion. Es gibt dennoch ein paar grundlegende Tipps, die Händler beachten sollten, um die Gefahr der Sperrung zu minimieren.

Der Schrecken der Lebensmittel-Händler

Habemus Amazon Fresh! Anfang Mai startete Amazon seinen lang erwarteten Lebensmittel-Lieferdienst in einigen Teilen Berlins und verursachte damit auch das erwartete Beben in der Lebensmittel-Branche. Lidl zeigte besonders deutlich Nerven und soll umgehend Sanktionen gegen seine eigenen Zulieferer angedroht haben, sollten diese mit dem neuen Dienst kooperieren.

Bringmeister ging derweil direkt auf Angriffskurs und verkündete eine Kooperation mit Edeka, durch die man nun ganz Berlin mit Lebensmitteln versorgen könne. Damit beliefert das Unternehmen auch mehr Postleitzahlengebiete der Hauptstadt als Amazon Fresh. 

 

Die Krux mit der Online-Sicherheit

Auch im Mai setzte sich das Thema Online-Sicherheit weiter fort. Zwar entgingen die Online-Händler offenbar größtenteils der gefürchteten WannaCry-Attacke, trotzdem gab es zahlreiche Fälle, in denen sie Opfer von Betrügern und Hackern wurden. So ging unter anderem eine neue Phishing-Mail um, die es auf Amazon-Händler abgesehen hatte. Der Payment-Anbieter FastBill wurde unterdessen Opfer von Hackern, die den Service kurzerhand lahmgelegt hatten.

Problem daran ist, dass die Deutschen die Gefahr oftmals unterschätzen. Das zeigt zumindest der aktuelle Sicherheitsindex des Vereins „Deutschland sicher im Netz“: So meinen 17 Prozent der Personen, die zwischen 10 und 30 Stunden wöchentlich online sind, sich der Bedrohung bewusst zu sein, aber sich nicht dagegen wehren zu können.

Das Problem mit Betrugsversuchen nimmt zudem im Online-Handel zu. Jedes dritte Unternehmen spricht von einem starken Anstieg von Betrugsfällen. In München gab es immerhin einen Erfolg: Dort stand ein Mann vor Gericht, der mit Fake-Shops einen Schaden von rund einer halben Million Euro verursacht haben soll.

Weitere Meldungen aus der Branche

Die gab es natürlich auch noch. Los ging es im Mai mit einem Paukenschlag: Stefan Wenzel – seit rund einem Jahr Deutschland-Chef von Ebay – hat das Unternehmen überraschend verlassen. Persönliche Gründe führte er dabei an: Das seit sieben Jahren ständige Pendeln zwischen Hamburg und Berlin sei eine zu große Belastung geworden.

Die Finanzminister der Länder haben sich derweil ausgedacht, dass Marktplätze wie Amazon und Ebay künftig für alle auf ihren Seiten gemachten Umsätze Steuern zahlen sollen. So wolle man vor allem Händlern aus China, die sich dem Fiskus entziehen, an den Kragen. Die Plattformen erklärten, dass es den Händlern obliege, ihren steuerlichen Pflichten nachzukommen.

Ob Otto sich bald auch mit solchen Fragen auseinandersetzen muss, wird sich zeigen: Das Unternehmen verkündete immerhin, sich zur Plattform wandeln zu wollen. 17 Milliarden Euro Umsatz streben die Hamburger an und wollen dafür auch zunächst ordentlich in die Pläne investieren. Otto-Vorstandsvorsitzender Alexander Birken stand unserem Redakteur Christian Laude im Audio-Interview Rede und Antwort zu den ambitionierten Plänen:

 

Unsere Kolumnen im Mai

In unseren Kolumnen beschäftigten sich die Redakteure ausgiebiger mit großen Themen und gossen ihre Gedanken und Meinungen dazu in Textform. Unsere Rechtsexpertin Yvonne Bachmann setzte sich so mit den Plänen der Finanzminister auseinander („Ebay und Amazon dürfen Steuerbetrug nicht ignorieren!“), Tina Plewinski fand Anlass, die schlechte bis nicht vorhandene Pressearbeit von einigen Unternehmen anzukreiden („Danke, liebe Presseabteilung! – Für nichts!“), Julia Ptock beschäftigte sich ausgiebig mit den Marktplatzplänen von Otto („Neuer Marktplatz!? Mal sehen, was Otto so kann!“) und ich habe mich mit dem Rückzug von Spottster auseinandergesetzt („Spottster wählt den Helden-Tod“).

 

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