Deutsche Konzerne planen Generalschlüssel für Online-Dienste

Veröffentlicht: 08.05.2017 | Geschrieben von: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 08.05.2017

Mehrere deutsche Großkonzerne haben sich zusammengeschlossen, um eine Internetplattform zu starten, über die sich Nutzer mit einem einzelnen Schlüssel Zugang zu verschiedenen Diensten verschaffen können. Das Projekt orientiert sich dabei an Google und Facebook.

Goldener Schlüssel auf vielen weißen Schlüsseln
© juliannedev – shutterstock.com

Google und Facebook sind nicht nur große Konzerne – immer mehr Websites setzen auf Facebook- oder Google-Logins, um den Nutzern das umständliche Anmelden zu ersparen. Nun haben sich gleich mehrere deutsche Unternehmen zusammengetan, um gegen die Vormachtstellung von Facebook und Google im Netz vorzugehen.

Die Allianz, die Deutsche Bank mit ihrer Tochtergesellschaft Postbank, Daimler und Axel Springer wollen zusammen mit dem IT-Unternehmen Core und Here eine Internetplattform aufbauen, über die sich Nutzer mit einem einzelnen Schlüssel Zugang zu verschiedenen Diensten verschaffen können. Wie bei der FAZ zu lesen ist zu lesen ist, wurde das Projekt, welches schon länger in Planung ist, am Montag durch die beteiligten Unternehmen bestätigt. „Kern des geplanten neuen, einheitlichen Zugangs für Online-Angebote wird ein sogenannter Generalschlüssel sein“, teilte das Konsortium mit. „Diesen könnten Kunden dann branchenübergreifend verwenden, um sich im Internet zu registrieren und zu identifizieren.“

Bundeswirtschaftsministerium ist mit an Bord

Die Absichtserklärung wurde bereits in der vorigen Woche von den Beteiligten unterzeichnet, eine entsprechende GmbH wiederum soll noch in diesem Jahr gegründet werden. Die noch namenlose Plattform soll dann spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2018 online gehen. Technische Partner sind Core und Here: Die beiden IT-Unternehmen sollen gemeinsam mit den IT-Abteilungen die Plattform entwickeln. Für den Punkt Sicherheit hat man unter anderem das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme eingebunden. Neben den privatwirtschaftlichen Teilnehmern ist auch das Bundeswirtschaftsministerium in die Planung involviert. Hintergrund: Über die neue Plattform sollen künftig auch Verträge abgeschlossen und Behördenangelegenheiten erledigt werden können.

Viele Informationen gibt es zu der Plattform, die unter den Beteiligten den Arbeitstitel DIPP erhalten hat, nicht. So ist nicht bekannt, wie viel Geld die Unternehmen in das Gemeinschaftsprojekt stecken und welcher Konzern sich zu welchen Teilen daran beteiligt. Auch das Design des „Generalschlüssels“ ist noch nicht geklärt und muss erst noch erarbeitet werden.

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