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Studie „Freedom on the net“

Soziale Medien bedrohen das freie Internet

Veröffentlicht: 07.11.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 07.11.2019
Demo zu freiem Internet

Wie ist es um die Freiheit im Internet bestellt? Die Nichtregierungsorganisation Freedom House veröffentlicht regelmäßig den Freedom on the net Report, um genau diese Frage zu klären. Untersucht wurde der aktuelle Zustand in 65 Staaten, in denen zusammen 87 Prozent der Internetnutzer leben. Auf dem ersten Platz thront dabei erneut Island, gefolgt von Estland und Kanada. Deutschland liegt dahinter auf dem vierten Platz. Am unteren Ende liegen Syrien, der Iran und China – das Reich der Mitte ist zum vierten Mal in Folge auf dem letzten Platz.

Weniger gut – wenn auch lange kein Vergleich zur Situation in China – sieht es laut Report auch in den USA aus. Zum dritten Mal in Folge wurde das „Land of the free“ herabgestuft, so Deutschlandfunk Nova. Die Vereinigten Staaten liegen nun auf dem siebten Platz. Eine verschärfte Internetüberwachung, Handydurchsuchungen an den Grenzen und die Abschaffung der Netzneutralität seien die Gründe für die dort sinkende Freiheit im Netz.

Social Media als „neues Schlachtfeld“: Gefahr für die Freiheit

Insgesamt ist weltweit ein Abwärtstrend zu erkennen. Während sich die Lage in 33 Ländern verschlechtert habe, sei sie nur in 16 Ländern besser geworden. Die Ursache dafür sieht Freedom House vor allem in Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter. Diese seien ein „neues Schlachtfeld“ für Demokratien. Propaganda funktioniere in sozialen Medien besser als Zensur, Fake News und geschönte Fakten trügen zur Meinungsbildung bei. Auch der Cyber Security Report von Deloitte und Allensbach machte kürzlich Fake News als größte digitale Gefahr aus.

Darum sind extremistische Parteien im Web so erfolgreich

Freedom House beobachtete für den „Freedom on the net Report“ Wahlen in 30 Ländern und identifizierte dabei 24 mit Kampagnen, die gezielt Informationen manipulierten – durch Bots, Parteien und Regierungen selbst, die soziale Medien zur Verbreitung von Propaganda und Falschmeldungen nutzten. Problematisch sei dabei auch, dass in vielen Fällen extremistische Parteien besser darin sind, Facebook und Co. zur Manipulation einzusetzen. Sie seien deswegen so erfolgreich, weil sich „falsche, schockierende, negative, übertriebene und emotional aufgeladene Inhalte“ in sozialen Medien schneller und weiter verbreiten, so Deutschlandfunk Nova. Social Media müsste unbedingt „repariert“ werden, warnt Freedom House, damit das Internet nicht zu einem Unterdrückungswerkzeug werde.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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