Kündigung nach kurzer Zeit

TikTok-Chef gibt wegen Trump-Streit auf

Veröffentlicht: 27.08.2020 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 27.08.2020
TikTok USA

TikTok dürfte vielen älteren Online-Nutzern bis vor Kurzem eher als launige Video-App aufgefallen sein. Doch das dahinter stehende Unternehmen ist längst ein gigantischer Player und spielt, was Nutzerzahlen angeht, in einer Liga mit Facebook, Instagram und Co. Und die Social-Video-Plattform wird auch immer mehr zum Politikum, wie der Rücktritt des TikTok-Chefs Kevin Mayer zeigt, über den der Guardian berichtet. 

Warum tritt TikTok-Chef Mayer zurück?

Mayer war erst im Frühjahr von Disney zu dem zum chinesischen Konzern ByteDance gehörenden Unternehmen gewechselt – jetzt ist schon wieder Schluss. Seine Erklärung: „In den letzten Wochen, in denen sich das politische Umfeld stark verändert hat, habe ich lange darüber nachgedacht, welche Veränderungen die kommenden Monate für TikTok zur Folge haben könnten. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass meine Rolle nicht mehr die sein wird, für die ich ursprünglich einen Vertrag unterzeichnet habe.“

Mayer, der TikToks globale Expansion vorantreiben sollte, bezieht sich damit auf den vorherrschenden Kampf mit US-Präsident Donald Trump. Dieser wirft TikTok unter anderem vor, für die chinesische Regierung zu spionieren und damit sogar die nationale Sicherheit der USA zu gefährden. Trump erließ daraufhin Dekrete, die zuletzt den Verkauf des US-amerikanischen Geschäfts von TikTok einläuteten – wogegen wiederum TikTok Klage in den USA einreichte. „Das Unternehmen nimmt es nicht auf die leichte Schulter, die Regierung zu verklagen, aber wir glauben, dass wir keine andere Wahl haben, als Maßnahmen zu ergreifen, um unsere Rechte und die Rechte unserer Gemeinschaft und unserer Mitarbeiter zu schützen“, heißt es dazu im Unternehmensblog von TikTok.

An wen wird TikTok USA verkauft?

TikTok macht derzeit auch mit Shopping-Aktionen Stimmung gegen das Verbot in den USA. An TikToks US-Geschäft sind unter anderem Twitter, Microsoft, Oracle und Softbank interessiert. 

Mayer wird zwischenzeitlich durch TikToks US-Chefin Vanessa Pappas ersetzt. TikTok äußerte sich in einer Erklärung über den überraschenden Rücktritt: „Wir sind uns bewusst, dass die politische Dynamik der letzten Monate den Umfang von Kevins Rolle in der Zukunft erheblich verändert hat, und respektieren seine Entscheidung voll und ganz.“

In Deutschland wird TikTok ebenfalls immer beliebter – auch im E-Commerce. Wie Online-Händler und Unternehmen die Video-App nutzen können, erfahren Sie hier.

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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