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Eigener Lieferdienst: Amazon fokussiert Logistik-Einstieg

Veröffentlicht: 25.04.2014 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 25.04.2014

Amazon hat sich im Laufe der Zeit durch seine aggressive Preisstrategie und das gigantische Vollsortiment viele Online-Händler zum Feind gemacht. Und die Zahl der Konkurrenten wächst stetig weiter, weil das US-Unternehmen in immer neue Branchen eindringt und neue Segmente und Services erschließt. Nach E-Books, Verlagsprogrammen und TV-Streaming scheint Jeff Bezos nun einen Angriff auf die Logistik zu starten, indem ein eigener Lieferdienst auf dem Programm steht.

 Amazon fokussiert Einstieg ins Logistik-Geschäft

(Bildquelle Pakete, Lieferung: Sashkin via Shutterstock)

Logistik als einer der Kernfaktoren im Geschäft

Strebt Amazon auch nach der Herrschaft auf dem Logistik-Markt? – Dies scheint durchaus denkbar, betrachtet man sich die Anstrengungen, die das US-Unternehmen in diesem Sektor bereits unternommen hat. Das Thema Lieferung ist nämlich eines der Kernfaktoren im Amazon-Service-Bereich. Einige Beispiele:

Mit seinem Prime-Programm bietet Amazon seinen Kunden eine kostenfreie Sendung der Bestellung am nächsten Werktag. In amerikanischen Großstädten wie Los Angeles und San Francisco feiert das US-Unternehmen Erfolge mit Amazon Fresh, einem schnellen Lieferdienst für frische und schnell verderbliche Lebensmittel. Noch in diesem Jahr soll der Service auch in Deutschland starten. Hinzu kommen Unternehmungen in der HighTech-Branche: Die Debatte um Logistik-Drohnen, die Amazon im Zuge der Lieferung von Paketen anstrebt, dürfte vielen noch im Gedächtnis sein.

Eigener Lieferdienst bereits länger in Vorbereitung

Wie das Wall Street Journal nun verkündet, sollen all diese Logistik-Bestrebungen durch einen eigenen Lieferdienst vervollständigt werden. Die entsprechenden Tests sollen bereits im vollem Gange sein und es Amazon erlauben, die stetig steigenden Versandkosten in den USA einzudämmen. Außerdem hätte ein solcher Lieferdienst auch den Vorteil, dass der Bereich Same Day Delivery weiter ausgebaut werden könne – und zwar ganz ohne sich an die führenden amerikanischen Logistik-Unternehmen wie UPS, FedEx oder die US-Post zu binden.

Im Zuge der experimentellen Vorbereitung, die bereits im vergangenen Jahr begonnen haben, seien aktuell Amazon-Lastwagen mit unternehmenseigenen Fahrern im Einsatz, die Pakete in New York, L.A. und San Francisco zustellen.

„Amazon wächst in einer größeren Geschwindigkeit als UPS und FedEx, die für eine Mehrheit unseres Paketversands verantwortlich sind.“, verkündete das Unternehmen von Jeff Bezos in Bezug auf einen eigenen Lieferdienst. „Bei diesem Tempo kann sich Amazon künftig nicht allein auf die Lösungen verlassen, die traditionelle Logistikdienstleister zur Verfügung stellten. Täten wir dies, würden wir unser eigenes Wachstum beschränken, Kosten erhöhen und Innovationen im Liefer-Bereich behindern“, so der Konzern weiter.

Amazon Lieferdienst: Auch Deutschland möglicher Angriffspunkt

Es ist anzunehmen, dass Amazon den eigenen Lieferdienst – sollte er in den USA erfolgreich starten – auch in anderen Ländern einführen wird. Auch in Deutschland sei ein entsprechender Einstig in die Logistik-Branche und ein Angriff gegen die Deutsche Post durchaus möglich. Schließlich ist das US-Unternehmen stets bemüht, auch hierzulande seine Vernetzung und Abdeckung immer weiter auszubauen und die Lücken zwischen Standorten immer weiter zu schließen.

Kommentare  

#1 Stephan 2014-05-02 10:34
Wenn man bedenkt, wie stressig der Job eines Lieferanten ohnehin schon ist, dann will ich gar nicht erst wissen, wie die Arbeitsbedingun gen bei Amazon sein werden.
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