Bloomy Days forciert B2B: „Wie der moderne USB-Stick“

Veröffentlicht: 28.06.2017 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 28.06.2017

Mit dem Blumen-Abo traf Bloomy Days 2012 einen Nerv. Im Interview betont Geschäftsführerin Franziska von Hardenberg, das Bloomy Days längst mehr ist als nur ein Abo – und noch viel mehr werden soll.

Franziska von Hardenberg

© Bloomy Days

Was besonders hängen bleibt, wenn man sich mit Franziska von Hardenberg, Gründerin von Bloomy Days, unterhält, ist ihre rückhaltlose Liebe zu Blumen. Wenn sie im Interview und auch später in der Präsentation im großen Colosseum im Tempodrom, Schauplatz der Internet-Konferenz Noah 2017 in Berlin, mit Nachdruck betont: „Blumen sind ein Produkt, das jeder Mensch liebt“, dann glaubt man ihr trotzdem, selbst wenn man ein Mann mit eher reservierter Einstellung zu Blumen und Pflanzen ist. Diese Leidenschaft – und wohl auch die Tatsache, dass es tatsächlich sehr viele Menschen gibt, die Blumen lieben – hat aus einem StartUp ein Millionen-Unternehmen werden lassen, das noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist.

Marktlücke genutzt

Auf das Abonnement will sich Bloomy Days längst nicht mehr reduzieren, auch wenn damit alles begonnen hat. 2012 ging es los mit dem weltweit ersten Schnittblumen-Abo. Der Online-Markt war bis dahin dominiert von gebundenen Sträußen, die aber eher Geschenke darstellen, während Schnittblumen, die die Kunden für sich selbst kaufen, eine reine Offline-Domäne waren. Eine sehr erfolgreiche, sehr nachgefragte Offline-Domäne, die Hardenberg ins Netz transferiert hat – als First Mover und mit großem Erfolg.

Die Einzelbestellung kam erst viel später hinzu. „Das klingt gar nicht mega-innovativ“, war aber durchaus arbeitsaufwendig. Die Supply Chain musste geändert werden und etwa fünf Liefertage eingeführt werden. Die Blumen bekommt das Unternehmen direkt aus den Niederlanden. Die Einzelbestellungen entwickelten sich enorm gut, von Hardenberg spricht von Wachstumsraten von bis zu 200 Prozent. „Das ist wirklich irre!“. Vor allem befeuern sich Abo und Einzelbestellungen gegenseitig. 53 Prozent der Abo-Kunden nutzen im Nachhinein auch die Einzelbestellung und umgekehrt schließen 29 Prozent der Einzelbesteller ein Abo ab.

Blumen? Bloomy Days!

Bei Blumen als Kernprodukt will man zwar bleiben, Bloomy Days sucht aber ständig nach neuen Vertriebswegen und innovativen Ideen, die es vorher noch nicht in der Form gab. „Permanente Innovation treibt uns sehr an. Was können wir machen, um den Gesamtmarkt zu ‚disrupten‘? Wir wollen den Kunden an jedem Touchpoint erreichen. Wir wollen eine Marke wie zum Beispiel „Tempo“ aufbauen. Wenn man an Blumen denkt, soll man an Bloomy Days denken, egal für welchen Use Case.“

Das soll mittlerweile auch offline passieren. Man hat zum Beispiel im vergangenen Jahr den Verkauf in Supermärkten getestet, der aber eher nicht infrage kommt. Tulpen für 1,99 sind da eher ein Mitnahmeprodukt, Bouquets für 10 oder 20 Euro sind da eher fehl am Platze. Bloomy Days schielt gerade auf die Tankstellen, da sind Blumen in der Regel „nicht so richtig cool“. Ein deutschlandweiter Test mit Total läuft und ist offenbar vielversprechend.

B2B wird forciert

Zu einem der größten Zugpferde entwickelt sich aktuell der Corporate-Bereich. Mit Unternehmen arbeitet man schon länger zusammen, das hat man im vergangenen Jahr aber noch einmal intensiviert. Bloomy Days bietet Unternehmen die Business Box an: Eine Blumenschachtel, die individuell mit dem Corporate Design des Unternehmens gebrandet ist. Damit lasse sich, so von Hardenberg, die Marke viel tiefer im Bewusstsein des Kunden oder Partners verankern und es ist etwas Einzigartiges und nicht das Standard-Goodie, wie man es auch auf jeder Messe in die Hand gerückt bekommt. „Wie der moderne USB-Stick“, sagt von Hardenberg.

Im letzten Jahr verschickte man 100.000 Business-Boxen an Nespresso-Kunden. Davon profitierte nicht nur der Kaffee-Spezialist, sondern auch ganz enorm Bloomy Days, denn die Nachfrage nach den Boxen ist groß. Aktuell befindet man sich in Gesprächen mit einigen Automobilkonzernen und sogar einem Kreuzfahrtschiff-Anbieter.

Umsätze, Team und Brand Awareness wachsen, Bloomy Days freut sich über jede Menge Arbeit. Franziska von Hardenberg blickt optimistisch und äußerst ambitioniert in die Zukunft: „In fünf Jahren wollen wir sehr stark expandiert haben in andere europäische Länder. Das Ziel ist es, einen globalen Player und eine paneuropäische Marke aufzubauen.“ Mit dem Matratzen-Händler Casper hat man bereits den ersten Kunden im Ausland. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit soll bald gelten: „Wenn man an Blumen denkt, soll man an Bloomy Days denken.“

 

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