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| Kategorie: Allgemein

Das Upcycling rettet alte, gebrauchte und kaputte Gegenstände vor dem Tod auf der Mülldeponie. Durch kreative Ideen und liebevolle Handarbeit entstehen dabei häufig einzigartige Stücke, mit denen Massenprodukte oft nicht mithalten können – zumindest, was die Individualität anbelangt. Inzwischen gibt es einige Händler und sogar Plattformen, die sich ganz auf das Upcycling-Geschäft spezialisiert haben.

Upcycling macht aus Altem Neues

Der Gedanke hinter dem Upcycling

Beim Upcycling-Prozess entstehen aus Sperrmüll originelle Möbelstücke, aus ausgedienten Alltagsgegenständen individuelle Accessoires und aus Lumpen einzigartige Kleidungsstücke. Doch dort, wo das Phänomen der Wiederverwertung früher im Pragmatismus und im Ressourcen-Mangel begründet lag, stehen heute andere Dinge im Fokus: Design, Individualität und das Besondere im Einzelstück.

Denn in einer Welt der Massenproduktion, in der alles immer und überall verfügbar ist, können Nischenprodukte wie Upcycling-Artikel eine ungemein anziehende Wirkung auf Käufer haben. Warum Sachen von der Stange kaufen, wenn man die eigene Individualität mit ebenso individuellen Kostbarkeiten und Accessoires ausdrücken kann?

Funktion trifft Design

Der Vielfalt sind in Sachen Upcycling (fast) keine Grenzen gesetzt. Zum Beispiel wirbt die schweizer Plattform freitag.ch mit der „Rekontextualisierung“ oder auch „Reinkarnation“ von LKW-Planen: Mithilfe ausgeklügelter Verarbeitungstechniken werden aus den robusten Planen individuelle Taschen aller Art gefertigt: Ob Business- oder Freizeittasche, Shopper oder Travel Bag – die textile Wiederbelebung hält für alle Gelegenheiten Lösungen parat.

Im Übrigen ist das Unternehmen ein Beispiel dafür, dass das Upcycling neben den ästhetischen Faktoren auch aus pragmatischen Gründen entstehen kann. Denn die Gründer waren auf der Suche nach einer Messenger Tasche, die vom Regen nicht durchnässt wird. Und da bietet das äußerst strapazierfähige, robuste und wasserabweisende Material von LKW-Planen förmlich die passende „Zutat“ einer funktionalen Tasche. Eine neue Idee war geboren.

Möglichkeiten der Upcycling-Vermarktung: Shops und Portale

Doch nicht nur die Verarbeitung von Planen findet sich auf dem Upcycling-Markt: Da werden zum Beispiel aus Feuerwehrschläuchen Brieftaschen und Schreibmappen, aus Lieferkisten werden Hängeregale oder „Blumenschränke“ und aus kaputten Fundstücken werden ästhetische Kunststücke.

Dabei verkaufen die Designer und Künstler, die Kreativen und Handwerker ihre Waren nicht nur über stationäre Läden oder den eigenen Online-Shop. Obwohl der Upcycling-Sektor als eher unerschlossene Marktnische gilt, gibt es durchaus auch digitale Plattformen und Online-Märkte, auf denen sich entsprechende Produkte verkaufen lassen.

Hierzulande auf dem Vormarsch ist das handmade-Portal dawanda, das sowohl Privatpersonen als auch kleinen und große Händlern die Möglichkeit bietet, ihre handgefertigten Unikate und Kreativ-Produkte aller Art zu verkaufen. Als „Online-Marktplatz für Selbstgemachtes“ ist die Plattform zwar nicht explizit für Upcycling-Waren ausgeschrieben, jedoch liegt es in der Natur der Sache, dass diese handgefertigt sind und daher in die gleiche Kategorie fallen. Von dawandas steigenden Bekanntheit und Beliebtheit können Online-Händler, die sich in der Marktnische etablieren wollen, durchaus profitieren.

Das deutsche Unternehmen dawanda hat auch ein US-amerikanischen Pendant: Etsy. Auch hier liegt der Fokus auf Handgemachtem und Vintage, wodurch sich das Portal ebenso zum Verkauf von Unikaten aus dem Upcycling-Bereich eignet. Obwohl Etsy in der Zwischenzeit auch eine deutsche Website pflegt, bietet sich das Unternehmen allein durch seine Größe und Internationalität besonders zum länderübergreifenden bzw. globalen Handel an.

Weniger weitreichend, dafür aber mit Blick speziell auf den Öko- und Upcycling-Faktor ist die Öko- und Upcycling-Plattform upcycling-markt.de. Ökologische, ethische und soziale Gesichtspunkte sollen hier Berücksichtigung finden, um vorhandene Ressourcen verantwortungsvoll zu nutzen, die Nachhaltigkeit zu stärken und Mensch und Natur nicht auszubeuten.

Upcycling bietet Händlern neue Chancen

Da der Upcycling-Markt weitaus weniger erschlossen ist als andere Felder im E-Commerce, können hier tatsächlich noch ungenutzte Kapazitäten und Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Den Kreativen und handwerklich Begabten stehen daher in zahlreichen Branchen neue Pforten offen: Egal ob im Bekleidungs- oder Möbel-Segment, bei Accessoires, Kunst- oder Gebrauchsgegenständen – alles Bereiche können hier bedient werden.

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Upcycling-Produkte zumeist keine Schnäppchen sind: Zu viel Arbeit steckt in ihnen, zu viele Liebe, Handwerkskunst und Kreativität, als dass sie zum Dumpingpreis auf den Markt geworfen werden. Verständlich! Aber mal ehrlich: Kunden, die einzigartige Sammlerstücke zu schätzen wissen, ihrer Individualität Ausdruck verleihen möchten und zugleich die Umwelt schonen, wissen den wahren Wert des Upcyclings zu schätzen und sind bereit, auch mal ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen.

Geschrieben von Tina Plewinski
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KOMMENTARE  
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Hans-Dieter Holweger
2014-01-03 11:31 | #1
Vielen Dank für Ihren Artikel zu Upcycling-Produ kten. Wir betreiben selbst einen Online-Shop für Upcycling-Mode- und Wohnaccessoires (www.recycling-vielfalt.de). Daher möchte ich ergänzen: es geht nicht nur um Individualität, sondern auch um den Gedanken von Nachhaltigkeit, ethisch verantwortbarem Konsum und den Schutz unserer Umwelt.
Zumindest war dies unser vorrangiges Anliegen, als wir unseren Online-Shop ins Leben riefen. Aus diesem Grund haben wir das Upcycling zusätzlich noch mit dem Fairtrade-Gedan ken verknüpft.
Sicher, viele unserer KundInnen sind tatsächlich in erster Linie an individuellen und einzigartigen Produkten interessiert. Aber mindestens ebenso viele möchten tatsächlich bewusst und mit möglichst wenig Schaden für Mensch und Umwelt konsumieren.Sie haben recht, in Upcycling-Produ kten steckt viel (Hand-)Arbeit und Kreativität. Dennoch sind die Produkte m. E. nicht überteuert, sondern für die meisten Menschen – auch mit kleinerem Geldbeutel - erschwinglich
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