Das Infoportal des Händlerbundes

KATEGORIEN...
Wer in die BuyBox von Amazon möchte, muss umfangreiche Kriterien erfüllen. Branchenexperte Igor Branopolski vom Softwareentwickler SellerLogic verrät, worauf man achten muss.
close button
Die Amazon BuyBox: Der perfekte Preis ist „oft nicht der günstigste Preis“
| Kategorie: Interviews

Egal ob Amazon Stores, Amazon-Shops oder Amazon Markenshops – gemeint ist immer dasselbe. Bei den Websites, die unter den Domain www.amazon.de/Markenname abrufbar sind, handelt es sich um eigene „kleine Shops“ innerhalb der Amazon-Welt. Wir haben mit Amazon-Experte Trutz Fries über die Amazon Stores im Allgemeinen und die letzte wichtige Einschränkung auf Markeninhaber gesprochen.

Amazon Website
© Casimiro PT / Shutterstock.com

Amazon Stores sollen laut Amazon den Kunden „ein neues Einkaufserlebnis bieten“. Nutzer der Stores können den Produktkatalog im Shop auf mehreren Seiten einrichten und mithilfe von Vorlagen, die für Mobilgeräte optimiert wurden, neue Produkte hinzufügen und etwas über die Marke erzählen.

Auch wenn Amazon auf seiner Hilfeseite noch immer schreibt, dass alle gewerblichen Händler dazu berechtigt sind, einen Amazon-Shop aufzusetzen, hat sich dies geändert. Denn nur Marken-Inhaber können einen solchen Shop noch einrichten. Amazon-Experte Trutz Fries erklärt, warum Amazon diesen Schritt gegangen ist und ob sich so ein Amazon Shop für Markeninhaber tatsächlich lohnt.

OnlinehändlerNews: Als Amazon-Händler hatte man bisher die Möglichkeit einen sogenannten „Amazon Store“ zu eröffnen. Können Sie kurz erklären, was ein „Amazon-Shop“ ist?

Trutz Fries: Mit Hilfe der Funktion „Amazon Stores“ können Händler für im Amazon Markenregister registrierte Marken individuell gestaltete „Katalogseiten“ erstellen. Auf den Seiten können entweder die Marke selber, Kategorien oder auch einzelne Produkte einer bestimmten Marke dargestellt und erklärt werden. Damit erhält ein Interessent einen guten Einstieg in die eigene Markenwelt. Er sieht auf den Katalogseiten nur die Produktlinien oder Produkte der jeweiligen Marke. Die Seiten werden auf Basis von Vorlagen erstellt. Diese Vorlagen erhalten wiederum „Kacheln“, die entweder Text, Stimmungsbilder, Videos oder konkrete Produkte enthalten können. So lässt sich ein Kunde über die Markenstartseite über eine Kategorie zu einem konkreten Produkt leiten.

Haben diese Amazon Stores Vorteile? Wenn ja, welche?

Bei den Seiten der „Amazon Stores“ wird sehr viel Wert auf die visuelle Inszenierung gelegt, d.h. - entsprechende Bilder/Videos vorausgesetzt - kann man unterschiedliche Produkte oder Produktlinien sehr gut in Szene setzen. Die Produkte wirken in diesem Setting sehr viel hochwertiger als z.B. auf einer klassischen Suchergebnis-Seite. Auch verzichtet Amazon auf diesen Seiten komplett auf störende Werbung oder andere ablenkende Elemente. Die Seiten sind schlicht und angenehm unkompliziert.

Amazon verfolgt schon länger das Image eines Grabbeltisches, was nicht zuletzt die Folge der vergleichsweise lieblos gestalteten Suchergebnis- oder Produktdetailseiten ist. Die Funktion stand hier immer im Fokus und die Kunden haben sich daran gewöhnt. Dennoch hat das äußere Erscheinungsbild sowie das eher niedrigpreisige Produktumfeld viele Premiummarken abgeschreckt, die aus nachvollziehbaren Gründen einfach nicht wollen, dass das eigene Premium-Produkt in einer Reihe mit in China hergestellten Eigenmarken oder No-Name-Brands steht. Daran haben auch A+ Content oder die sog. „Brand-Pages“ nicht viel verändert.

Mit den Amazon Stores versucht Amazon dieser Kritik entgegenzuwirken und gibt jetzt auch Händlern erstmalig die Möglichkeit, die eigene Marke ansprechend zu inszenieren. Die Seiten erinnern dabei eher an individuell gestaltete Homepages als an Seiten von Amazon. Dadurch tritt Amazon in den Hintergrund und die Marke in den Vordergrund. Am Ende landet der Kunde natürlich wieder auf einer klassischen Produktdetailseite, aber durch die ansprechende Gestaltung kann die Marke angemessen positioniert und die Wahrnehmung durch den Kunden gesteuert werden.

Die Stores sind auch in Deutschland schon lang verfügbar. Jedoch hat Amazon jetzt eine Begrenzung vorgenommen, so dass nur noch Markeninhaber einen eigenen Store anlegen können. Was glauben Sie, warum Amazon den Schritt gegangen ist?

Amazon möchte sicherstellen, dass die Amazon Stores einem bestimmten Qualitätsanspruch hinsichtlich Gestaltung und auch Sortiment genügen. Vor diesem Hintergrund macht ein Filter Sinn, der verhindert, dass ein Händler einfach sein gesamtes Produktsortiment mehr oder weniger lieblos als „Amazon Store“ Seite anlegt. Zwar durchläuft jeder Store nochmal einen Freigabeprozess, aber durch diesen Filter stellt Amazon teilweise sicher, dass nur Marken einen Store anlegen, die es mit der Positionierung auch ernst meinen.

Wie können Kunden auf die Stores aufmerksam gemacht werden? Hat Amazon besondere Werbemöglichkeiten oder ähnliches?

Amazon empfiehlt ausdrücklich, diese Seiten z.B. als Einstiegsseite für Posts auf den sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Pinterest zu nehmen. Die Seiten helfen, dem Kunden einen angenehmen Einstieg in die Markenwelt zu verschaffen, ohne gleich mit dem „In den Warenkorb legen“ Button zu wedeln. Zudem würde es mich wundern, wenn man diese Seiten nicht auch über AMS (Amazon Marketing Services) Kampagnen wie „Headline Search Ads“ ansprechen könnte, die ja als Voraussetzung haben, dass auf der jeweiligen Seite mindestens drei Produkte der eigenen Marke dargestellt werden.

Würden Sie Markeninhabern einen Amazon Store empfehlen oder reicht ihrer Meinung nach ein einfaches Listing der Angebote aus?

Ob Amazon als Vertriebskanal grundsätzlich in Frage kommt, muss jeder Markeninhaber unabhängig von der Möglichkeit der Amazon Stores entscheiden. Aber wenn man auf Amazon verkauft, sollte man auch einen „Amazon Store“ einrichten, da dieser dem Händler die Möglichkeit gibt, seine Marke ansprechend in einem vom Markeninhaber kontrollierten Umfeld zu inszenieren. In Verbindung mit den konversionsstarken Produktdetailseiten sollte es auf diese Weise möglich sein, entweder einen höheren Preis zu erzielen oder die Conversion Rate zu steigern. Beides führt zu mehr Umsatz. Aktuell ist die Einrichtung eines „Amazon Stores“ kostenlos, sodass allein der Aufwand für die Erstellung und ggfs. die Erstellung von Foto- und Videomaterial anfällt. Gerade letzteres gibt einem Markeninhaber natürlich ungleich mehr Möglichkeiten, seine Markengeschichte zu erzählen oder auf Produktbesonderheiten einzugehen.

 


 

Trutz FriesTrutz Fries ist Autor des Buches „Amazon Marketplace“ und Gründer und Geschäftsführer des Monitoring und Analyse-Tools AMALYTIX, welches Amazon Sellern und Vendoren hilft, den Überblick über Ihr Sortiment zu behalten.

 

 

 

 

 

 

Geschrieben von Julia Ptock
ARTIKEL WEITEREMPFEHLEN
6118 mal gelesen
ÄHNLICHE ARTIKEL
KOMMENTAR SCHREIBEN

Sicherheitscode
Aktualisieren

Zum Schutz vor Spam-Kommentaren wird meine IP-Adresse gespeichert. Mit dem Absenden meines Kommentars bin ich damit einverstanden und stimme der Veröffentlichung meines Namens sowie der Verlinkung meines Namens mit meiner Webseite, soweit ich diese bei der Kommentierung angegeben habe, zu.