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BITKOM-Studien: Große Vertrauensverluste und hohe Erwartungen

Veröffentlicht: 22.07.2013 | Autor: Doreen Rothmann | Letzte Aktualisierung: 22.07.2013

Unter Internetusern wächst immer mehr die Angst, dass die persönlichen Daten nicht sicher im Internet sein könnten – PRISM und Co. sei Dank. Der Hightech-Verband BITKOM gibt gleich mit zwei aktuellen Studien aufschlussreiche Daten dazu bekannt: Die Angst der User um ihre Daten wächst und mittelständische Hightech-Unternehmen sind guter Dinge.

Hand an Maus

Studie belegt: Vertrauensverlust unter Internetusern

Die deutschen Internetuser fühlen sich seit dem Bekanntwerden der verschiedenen Überwachungsaktionen wie PRISM nicht mehr sicher. Nach einer im Juli dieses Jahres durchgeführten Befragung von mehr als 1000 Internetnutzern ab 14 Jahren durch das Meinungsforschungsinstitut ARIS halten zwei Drittel der Befragten ihre Daten im Netz für gefährdet. Auftraggeber der Erhebung ist BITKOM.

Mögliche Folgen, die Online-Händler befürchten, sind der Rückgang an Online-Bestellungen aus Angst der Internetuser, persönliche Daten ins Internet eingeben zu müssen.

Die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen ebenfalls diesen erheblichen Vertrauensverlust aufseiten der Internetuser: 2011 waren es „nur“ 55% der befragten Internetuser, die um ihre Daten fürchteten – mittlerweile sind es 66% und damit rund zwei Drittel der Befragten. Waren es 2011 noch 6%, die davon ausgingen, dass ihre Daten im Netz sehr sicher sind, ist diese Gruppe nun auf erschreckende 2% gesunken.

Eine weitere mögliche Folge ist auch die Angst vor der Eingabe von Daten, was auch mittelständische IT-Unternehmen wie E-Commerce-Anbieter massiv schädigen könnte, wenn User davor zurückschrecken, Nutzerprofile anzulegen oder Zahlungsinformationen zu hinterlegen.

Auch Prof. Dieter Kempf, BITKOM-Präsident, sagt: „Die Zahlen sind ein Alarmsignal. Der BITKOM hat seit Bekanntwerden der Ausspähaktionen schnellstmögliche und größtmögliche Transparenz gefordert und vor einem Vertrauensverlust gewarnt. Die Internetnutzer wollen und brauchen Klarheit und Wahrheit“.

Konjunkturumfrage: Hightech-Verband bleibt dennoch positiv

Trotz Befürchtungen als Auswirkungen für den Vertrauensverlust aufseiten der Internetuser, rechnen offenbar drei Viertel der mittelständischen Hightech-Unternehmen im zweiten Halbjahr mit steigenden Umsätzen. So die Ergebnisse der Konjunkturumfrage des Hightech-Verband BITKOM.

Nur 13% der befragten Unternehmen gehen von gleichbleibenden Umsätzen aus. Genauso viele rechnen aber sogar mit rückläufigen Einnahmen. Der BITKOM-Mittelstands-Index liegt somit bei 61 Punkten. Auch wenn der Spitzenwert des ersten Halbjahres so nicht gehalten werden kann, bleibt er auf einem hohen Niveau.

Ähnlich zuversichtlich wie 79% der IT-Dienstleistungs-Anbieter, die für das zweite Halbjahr steigende Umsätze erwarten, gehen auch 77% der Softwarehäuser steigenden Umsätzen aus, weshalb in diesen Bereichen 61% der befragten Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen wollen. „Auch für dieses Jahr gilt: Im Mittelstand bleiben die Jobaussichten hervorragend“, so Dietz. „IT-Spezialisten, vor allem Softwareentwickler, sind vielerorts beim innovativen deutschen IT-Mittelstand begehrt.“

Fazit

Die Datenschutzskandale der letzten Wochen führen unter den deutschen Internetusern zu Unsicherheiten und Vertrauensverlusten. Mögliche Folgen, die befürchtet werden, sind der Rückgang an Online-Käufen und Nutzerprofilen aus Angst, persönliche Daten ins Internet eingeben zu müssen. Dies belegt auch die Studie des Meinungsforschungsinstituts ARIS.

Mittelständische IT-Unternehmen – so die Ergebnisse der Konjunkturumfrage, die durch BITKOM durchgeführt wurde – erwarten jedoch offenbar keine weitreichenden Auswirkungen. Ganz im Gegenteil: Ein Großteil der befragten Unternehmen rechnet mit steigenden Umsätzen im zweiten Jahreshalbjahr.

Wie sich beide Tendenzen zusammen entwickeln, wird jedoch erst in zukünftigen Studien feststellbar sein.

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