Der frühe Vogel

Amazon löscht 200 Mio. Fake-Bewertungen

Veröffentlicht: 26.07.2021 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 26.07.2021
Amazon-Logo auf einem Paket

Der Kampf im Hause Amazon gegen Bewertungsbetrug geht weiter. In regelmäßigen Abständen berichtet der Online-Konzern über die Entwicklungen rund um gefälschte Rezensionen und die Maßnahmen, die er unternimmt, um Kunden und Händler zu schützen. Auch am vergangenen Samstag gab das Unternehmen neue Einblicke und ließ verlauten, dass allein im vergangenen Jahr weltweit wieder mehr als 200 Millionen Fake-Bewertungen auf seinen Marktplatzseiten gelöscht worden seien.

Doch das Löschen an sich sei dabei nicht der einzige Schachzug, den der Konzern übernimmt: Auch gerichtlich gehe Amazon beispielsweise gegen Agenturen vor, die sich auf den Verkauf gefälschter Rezensionen spezialisiert haben, berichtet Heise Online mit Verweis auf den Spiegel: „Der Konzern hat seit 2018 allein in Deutschland 30 Prozesse gegen derartige Unternehmen angestrengt“, so das Fazit aus den zurückliegenden Jahren. Allerdings sei es nicht immer einfach, gegen spezialisierte Verkäufer von Fake-Bewertungen vorzugehen – eine Verfolgung der Verantwortlichen und etwaige Zivilklagen seien deshalb so schwierig, weil die Betrüger häufig im Ausland sitzen.

Grundsätzlich scheint sich das Problem auf den Marktplätzen zu verstärken, denn wie Amazon mitteilte, mussten im Jahr 2020 „erheblich mehr falsche Bewertungen gelöscht“ werden, als dies noch vor einigen Jahren notwendig war. Dabei gestalte sich der Kampf gegen Bewertungsbetrug auch als teures Projekt: Global gebe der Konzern rund 700 Millionen Dollar pro Jahr aus, um Betrug und Manipulationen rund um Bewertungen Einhalt zu gebieten. Dass Amazon nicht davor zurückschreckt, durchaus auch größere Anbieter von seiner Plattform zu verbannen, die Bewertungsbetrug nutzen, zeigten die jüngsten Fälle der chinesischen Anbieter Aukey und Ravpower.

Bundeskartellamt wirft Auge auf Facebook-Deal

Ende vergangenen Jahres hatte Facebook angekündigt, das StartUp Kustomer übernehmen zu wollen. Das New Yorker Jungunternehmen wurde 2015 gegründete und bietet Plattformen nicht nur einen Kundenservice, sondern speziell auch Chatbots an, die dabei helfen sollen, Anfragen von Nutzern automatisiert zu beantworten. Die Ankündigung der Übernahme hat nun jedoch offenbar die Aufmerksamkeit des Bundeskartellamts auf sich gezogen, das zugleich auch ein Ermittlungsverfahren gegen das soziale Netzwerk eingeleitet hat. Im Rahmen der Ermittlungen solle geprüft werden, ob der anvisierte Deal zum Geltungsbereich der hiesigen Fusionskontrolle falle.

„Sollte sich herausstellen, dass die Fusion bei uns anmeldepflichtig ist, würden wir Facebook dazu auffordern, unverzüglich entsprechende Unterlagen für eine Prüfung einzureichen“, zitiert die Internet World Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. Insbesondere im Bereich der digitalen Wirtschaft sei eine „stringente Kontrolle unverzichtbar“, da hier eine starke Konzentration vieler Märkte zu verzeichnen ist. 

Kritisch sei demnach vor allem auch, dass Facebook im Zuge der Ankündigung der Kustomer-Übernahme keine genaueren Informationen zum Preis bzw. den finanziellen Konditionen genannt habe. Wie es weiter heißt, geht das Wall Street Journal von einem Deal aus, der mit mutmaßlich mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden könnte.

Clubhouse-Daten zu verkaufen?

Derzeit sorgt ein angeblicher Daten-Leak der Podcast-Plattform Clubhouse für Aufsehen: Im Darknet soll ein anonymer Nutzer den Verkauf von Clubhouse-Nutzerdaten angekündigt haben. Konkret gehe es um „einen kompletten Satz aller Telefonnummern aus den Adressbüchern von Clubhouse-Nutzern“, der nach Angaben von Heise Online illegal versteigert werden soll. Dabei stehe die Zahl von satten 3,8 Milliarden Telefonnummern im Raum. 

Allerdings gibt es auch Zweifel an der Echtheit dieser Ankündigung – so habe sich etwa ein Beispieldatensatz laut IT-Sicherheitsspezialisten als wertlos herausgestellt. Auch die Macher hinter Clubhouse dementierten einen angeblichen Leak strikt: „Es gibt eine Reihe von Bots, die Milliarden von zufälligen Telefonnummern generieren. Für den Fall, dass eine dieser zufälligen Nummern aufgrund eines mathematischen Zufalls auf unserer Plattform existiert, gibt die API von Clubhouse keine benutzeridentifizierbaren Informationen zurück“, so ein Statement des Unternehmens.

Über die Autorin

Tina Plewinski
Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#1 suisai 2021-08-18 21:34
Meine ganzen Rezessionen sind alle gelöscht worden meine Beiträge werden nicht akzeptiert und so bekam ich eine Antwort von Amazon.

,,Guten Tag,

es tut mir sehr leid, dass Ihre Bewertungen nicht angenommen und Ihre Rezensionen alle gelöscht worden sind.

Damit dieses Problem nicht in Zukunft wiederholt wird, habe ich soeben den Fall an die zuständige Abteilung weitergeleitet.

Ich würde Ihnen sehr gerne weiterhelfen! Leider kann ich aber nicht genau nachvollziehen, um welche Bestellung oder Artikel es sich genau bei Ihrer Anfrage handelt und welche Artikel Sie Bewertung geben möchten. Daher möchte ich Sie noch um eine zusätzliche Angabe bitten.

Darf ich Sie deshalb bitten uns die Bestellnummer und die Name der Artikel mitzuteilen? Damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Sobald wir Ihre Antwort erhalten, bearbeiten wir Ihr Anliegen so schnell wie möglich weiter.“

Jetzt wollen die meine Bestellnummer haben ich hab auch gar kein Bock alles zu kopieren lächerlich Frechheit. Ich geh woanders bestellen nicht mehr bei Amazon unfähige angestellte.
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