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Gastartikel

Recycling-Symbole: Darauf sollten Online-Händler beim Versand ins Ausland achten

Veröffentlicht: 21.07.2020 | Autor: Gastautor | Letzte Aktualisierung: 21.07.2020
Recycling-Symbol mit Verpackungen

Recycling und Nachhaltigkeit haben sich in den letzten Jahren zu essentiellen Themen im E-Commerce entwickelt. Nicht nur, dass von Kundenseite die Ansprüche an ressourcenschonende Prozesse und recyclebare Verpackungen stark gestiegen sind. Auch im Compliance-Bereich haben sich die Anforderungen an Online-Händler deutlich erhöht. Neben Verpackungsgesetz und EU-Verpackungsrichtlinie sind es vor allem Recycling-Symbole, mit deren Umgang Online-Händler vertraut sein müssen – dabei gibt es gerade hier häufig Wissenslücken. Wir stellen die wichtigsten Recycling-Symbole und deren korrekte Verwendung bei Versand ins Ausland vor.

Das universelle Recycling-Symbol

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Das Recycling-Symbol mit den drei Pfeilen, die in einem Dreieck angeordnet sind, findet sich besonders häufig auf Verpackungen aus Altpapier. Generell gibt das Symbol lediglich an, dass das Material der Verpackung wiederverwertbar ist. Es kann freiwillig vom Hersteller aufgedruckt werden und ist auch für den internationalen Versand perfekt geeignet, weil es keinerlei Lizenzbeschränkungen unterliegt. Da es sehr bekannt ist und Kunden es mit Recycling verbinden, kann die Platzierung des Symbols auf den Versandverpackungen dabei helfen, den eigenen Shop als nachhaltig zu positionieren.

Das FSC-Zertifikat

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Um nicht nur nach außen nachhaltig zu wirken, sondern sich aktiv für Umweltschutz zu engagieren, kann es ratsam sein, auf zertifizierte Verpackungen zurückzugreifen. Eines der bekanntesten Zertifikate für Papier ist das FSC-Zeichen. Es garantiert unter anderem den Schutz besonderer Wälder, bedrohter Tierarten, von Böden und Gewässern sowie eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft. Auch beim Versand ins Ausland führt das Zertifikat nicht zu Problemen, denn es gilt international.

Das Triman-Logo in Frankreich

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In Frankreich gibt es ein besonderes Recycling-Symbol, das „Triman“-Logo. Es soll französische Endverbraucher darauf hinweisen, was recyclebar ist und was nicht. Auch für nicht-französische Händler, die mit ihrem Online-Shop nach Frankreich liefern, ist es deshalb verpflichtend, das Triman-Logo auf den Verpackungen und auf bestimmten Produkten (insbesondere Textilien und Schuhe, Möbel, Reifen und Printerzeugnisse) anzubringen.

Das Logo ist lizenzfrei und kann somit kostenlos verwendet werden. Wenn es neben anderen Recycling-Symbolen angebracht wird, muss es mindestens genauso groß abgebildet werden. Eine detaillierte Anleitung, worauf Händler bei Verwendung des Triman-Logos achten müssen, bietet die französische Agentur für ökologischen Wandel als PDF zum Download an. Darin enthalten sind auch hochauflösende Druckdateien zur freien Verwendung.

Sollte es nicht möglich sein, das Symbol auf Produkten oder Verpackungen anzubringen, müssen Online-Händler zumindest auf ihrer Website über die Recyclingfähigkeit informieren. Es genügt also, das Triman-Logo auf der Produktseite zu platzieren oder eine Unterseite im Online-Shop zu erstellen und Kunden dort über das Recycling aufzuklären – unter Verwendung des Logos und vorzugsweise auch in französischer Sprache. Der Hinweis kann zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

Nos produits et emballages se recyclent, ne les jetez pas!
Trouvez où les déposer sur le site www.quefairedemesdechets.fr

Das Symbol und der Hinweis allein sind allerdings nicht ausreichend. Online-Händler müssen darüber hinaus ihre Verpackungen bei einem französischen Recycling-System lizenzieren – äquivalent wie in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern.

Der Grüne Punkt

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Eines der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Recycling-Symbole auf Verpackungen ist der Grüne Punkt. Er sagt zwar nichts über die Recyclingfähigkeit aus, ist jedoch ein Zertifikat dafür, dass der Hersteller oder Händler einen finanziellen Beitrag zum Recycling entrichtet. Durch seine hohe Bekanntheit eignet er sich sehr gut als Werbemittel, um die eigene Marke als nachhaltig zu positionieren.

Aber Vorsicht beim internationalem Versand: Da sich die Lizenz für den Grünen Punkt in Deutschland nur auf die Verwendung hierzulande beschränkt, muss in jedem Land eine separate Lizenz erworben werden. Das kann besonders bei kleinen Versandmengen im Ausland zu hohen zusätzlichen Kosten und Verwaltungsaufwand führen. Zwar gelten ähnliche Pflichten, wie sie aus dem deutschen Verpackungsgesetz bekannt sind, auch in den anderen EU-Mitgliedsstaaten, in vielen Ländern gibt es aber Freigrenzen für kleine Händler. Bei Verwendung des Grünen Punkts gilt: Schon ab der ersten Verpackung muss in jedem Land lizenziert werden.

Aber ist die Verwendung des Grünen Punkts freiwillig? In Deutschland seit 2009 ja. Herstellern und Händlern steht es frei, stattdessen eine Verpackungslizenz bei einem anderen Dualen System einzuholen. Aber Achtung: Bei Versand nach Spanien und Zypern herrscht auch heute noch die gesetzliche Pflicht, den Grünen Punkt auf der Verpackung anzubringen und die Verpackungen bei einem lokalen Lizenzgeber zu lizenzieren.

Über den Autor

Andreas Landes ist Co-Founder und Geschäftsführer von ecosistant. Um Online-Händlern die Verpackungslizenzierung bei Recycling-Systemen europaweit zu ermöglichen, hat ecosistant den Compliance-Service digitalisiert. Auf diese Weise bietet das Unternehmen auf den individuellen Bedarf zugeschnittene Anleitungen, die auch für kleine Händler erschwinglich sind. Zusätzlich gibt es auf dem HB Marketplace 10 Prozent Nachlass auf den digitalen Service von ecosistant.

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