Bing SEO – Muss denn das sein? Warum Unternehmen nicht auf die Optimierung für Bing verzichten sollten

Veröffentlicht: 25.10.2017 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 25.10.2017

Die Macht von Google ist ungebrochen – in Deutschland sogar noch stärker als in den USA. Für viele Nutzer ist Google DIE Standardsuchmaschine schlechthin, die keine Alternative zulässt. Doch natürlich gibt es Alternativen: Bing zum Beispiel. Die Suchmaschine aus dem Hause Microsoft hat zwar eine wesentlich geringere Verbreitung als Google, sollte dennoch von Händlern und Unternehmen nicht unterschätzt werden. Warum und wie Bing-SEO eigentlich funktioniert, verraten wir hier.

Bing-Website auf Notebook-Screen
© Casimiro PT / Shutterstock.com

Als im Sommer 2009 die Suchmaschine Bing in ihrer Beta-Phase das Licht der Welt erblickte, war der große Konkurrent – die Google Suchmaschine – schon seit 12 Jahren auf dem Markt. Genau wie Google hat es sich Bing zur Aufgabe gemacht, Nutzern Antworten auf alle denkbaren Fragen zu liefern, Ergebnisse auf Suchanfragen sinnvoll zu ranken, zu filtern und dabei natürlich auch nach Bildern, Videos, Nachrichten und anderen Kategorien zu sortieren.

Bing: weniger Nutzer, weniger Konkurrenz

Trotz großer Ambitionen ist die Marktmacht von Google sowohl in den USA als auch hierzulande schier überwältigend, sodass Bing um jedes Prozent zu ringen scheint. Grundsätzlich finden sich verschiedene Statistiken mit leicht schwankenden Zahlen, doch die Tendenz ist hier wie da die gleiche: Während Bing in den USA seit Jahresbeginn durchgängig über zehn Prozent Marktanteil verbuchen kann (und im August sogar bei knapp zwölfeinhalb Prozent lag), sind die Zahlen in Deutschland laut StatCounter noch etwas geringer und erreichten im August 2017 gute neun Prozent in der Desktop- und nicht einmal ein halbes Prozent in der mobilen Suche.

Als großen Erfolg verbuchte Microsoft im Juni 2016 in Deutschland einen neuen Meilenstein in der Verbreitung. Hier verwies das Unternehmen auf „mehr als 21 Millionen Nutzer im Monat, die über 405 Millionen Suchanfragen“ stellten. „Damit schaffte es Bing, den Marktanteil hierzulande seit 2009 von zweieinhalb Prozent auf aktuell über zehn Prozent zu vervierfachen“, schrieb das Unternehmen damals auf seiner Website. Dennoch spielt Bing noch längst nicht in jener Liga, die Google alsbald gefährlich werden könnte, wie die Grafiken noch einmal verdeutlichen.

Man mag es kaum glauben, doch gerade diese geringe Verbreitung kann auch ein Vorteil für Unternehmen sein. Denn weil sich die allermeisten Anbieter ausschließlich auf Google fokussieren und ihre Kampagnen, Werbe- und Optimierungsstrategien ausschließlich nach dem Suchmaschinengiganten ausrichten, gibt es bei Bing auch weniger Konkurrenz. Das heißt: Der Druck ist hier geringer und die Potenziale sind entschieden größer.

Worauf legt Bing bei der SEO Wert?

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass eine Optimierung für Google immer auch eine Optimierung für Bing bedeutet. Genau wie Google legt auch Bing natürlich Wert auf qualitativ hochwertigen Unique-Content, auf eine ordentlich angelegte Sitemap, auf deren Verlinkung in der robots.txt-Datei, fehlerfreie Weiterleitungen oder auch die Nutzung von Canonical Tags.

Auch wird (wie bei der Konkurrenz) beispielsweise ein sogenannter Link-Juice belohnt: Wenn also fremde, aber vertrauenswürdige Websites Links zu einer anderen Website setzen und dieser Linkaufbau durch Dritte mit der Zeit (und vor allem organisch) wächst, wird dies von Bing positiv gewertet. Dies kann dann auch das Ranking der verlinkten Seite verbessern.

So weit zu den Gemeinsamkeiten. Wo liegen nun aber die Unterschiede zwischen den beiden Suchmaschinen? Gibt es diese überhaupt? „Muss“, lautet die Antwort. Denn natürlich handelt es sich um zwei verschiedene Algorithmen, die sich um die Rankings der Suchergebnisse kümmern und diese entsprechend sortieren. Diese Algorithmen basieren auf unterschiedlichen Faktoren, die mit unterschiedlicher Gewichtung einfließen. Mit Blick auf Bing lässt sich (neben den gerade genannten Aspekten) Folgendes zusammenfassen:

  • Für Bing sind wohl Keywords in Domainnamen, in H1- und H2-Überschriften sowie in Descriptions relevant.
  • Bestätigt wurde, dass „Social Shares“ genutzt werden, um zu bestimmen, ob eine Seite beliebt ist. Das heißt: Je mehr aktive Nutzer in den sozialen Medien mit einer Website interagieren (zum Beispiel Seiten teilen), desto besser für die jeweilige Seite.
  • Bing nutzt Meta Keywords, um Zeichen auf Manipulation einer Seite zu finden. Diese Keywords werden allerdings (wie bei Google) im Zuge des eigentlichen Rankings nicht berücksichtigt.
  • Ladezeit ist offenbar kein Faktor, der die Suchergebnisse beeinflusst.

Da natürlich keines der beiden Unternehmen genaue Einblicke in das Herz der eigenen Systeme (den sogenannten „Core“) erlaubt, kann in vielen Fällen von den SEO-Experten nur gemutmaßt werden, welche Faktoren ins Ranking einfließen und welche nicht.

Was sollte vermieden werden?

Neben der „positiven Optimierung“ der eigenen Websites gibt es natürlich auch Strategien, die Websitebetreiber unbedingt unterlassen sollten, da sie teils als betrügerisch, teils als unangebracht oder unsauber eingestuft und somit von den Suchmaschinen abgestraft werden. Bing selbst verweist auf seiner Unternehmensseite auf eine Handvoll solcher Dinge, die vermieden werden sollten. Hier einige Beispiele:

  • Cloaking: Als Cloaking wird eine Methode der Täuschung bezeichnet, bei der den Bots bzw. Crawlern der Suchmaschinen andere Seiteninhalte gezeigt werden als den eigentlichen Besuchern.
  • Link-Kauf und Link-Spamming: Der Aufbau von Linkstrukturen ist – das weiß jeder Websitebetreiber – gut für das Ranking von Seiten. Zumindest, solange es sich um ein natürliches Wachstum dieser Strukturen handelt. Genau wie Google straft auch Bing gekaufte Links, unechten Link-Juice und Link-Spamming (also die übermäßige, nicht sinnvolle und nicht organische Verwendung von Links) ab. Auch Links von minderwertigen Websites sind für die Bewertung der eigenen Seite nicht unbedingt zuträglich

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Über die Autorin

Tina Plewinski
Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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