Teilen Teilen Kommentare Drucken

Porträt: Wie ein Kölner Unternehmer mit Marktplätzen die Welt erobert

Veröffentlicht: 26.06.2018 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 25.06.2018

25 Menschen arbeiten für die G+L GmbH, die den Online-Shop About-Tea.de und weitere Online-Kanäle betreibt. Das 2005 gegründete Unternehmen versendet aus Köln zahlreiche Produkte rund um Tee, Kaffee, Kakao, aber mittlerweile auch Haushalts- und Spielwaren. Damit erzielt die G+L GmbH einen Absatz im zweistelligen Millionenbereich, wie CEO Antonio Ligato verrät. Der Hauptteil davon wird dabei auf Marktplätzen erwirtschaftet.

Antonio Ligato in seinem Lager
Antonio Ligato in seinem Lager (Foto: Michael Pohlgeers)

 

About-Tea.de bietet seine Produkte neben dem eigenen Online-Shop bisher auf Amazon und Ebay an, ab Juli 2018 sollen mit Real.de, Rakuten, C-Discount und Otto.de gleich vier weitere Marktplätze hinzukommen. Über einen Connector sei es der G+L GmbH möglich, auf großen Marktplätzen in diesem Umfang einzusteigen – und zwar „direkt und mit voller Kraft“, wie er im Interview verrät. Kein vorsichtiges Herantasten an die Plattformen – wer Erfolg haben will, muss auch mit ganzer Energie dahinterstehen. Die Marktplätze sind für Ligato schließlich der wichtigste Absatzkanal und damit für sein Unternehmen sehr wichtig. „Einen Online-Shop haben wir, aber der ist halt da“, erklärt er. „Das kann man auch so sagen, wie es ist.“

Jede Plattform hat ihre eigenen Vorzüge

Amazon ist dabei der stärkste Absatzkanal für den Kölner Unternehmer. Der Marktplatz biete ihm zufolge „eine brutale Reichweite und hohe Transaktionsmöglichkeiten“. Wenn es aber um die Individualität und die Kommunikation mit dem Kunden geht, sieht der G+L-CEO andere Plattformen im Vorteil: „Ebay bietet eine Vielzahl von möglichen Kommunikationen zum Endkunden durch das individuelle Layout an“, so Ligato. „Damit kann man sich als Händler auf diesem Marktplatz besser präsentieren.“

Dass Ligato nun auch andere Marktplätze angeht, hat verschiedene Gründe. Neue Kunden zu gewinnen und damit weitere Potenziale auszuschöpfen, ist einer davon. Plattformen wie Otto.de bezeichnet der Kölner Unternehmer als „sehr interessant“, da sie ihm Zugang zu Käuferschichten bieten, die er bisher noch nicht erreicht hat. Der Marktplatz der Hamburger Unternehmensgruppe steht bei ihm aufgrund seiner Größe deshalb ganz hoch im Kurs – genauso wie der Marktplatz Real.de.

Doch bei aller Reichweite und allen Verkaufspotenzialen sieht Ligato auch große Herausforderungen für Händler, die sie beim Verkauf auf Marktplätzen meistern müssen. „Die wesentliche Herausforderung ist, seine Prozesse im Griff zu haben und ständig über Neuerungen informiert zu sein“, erklärt der Unternehmer. Da die Plattformen immer wieder ihre Richtlinien anpassen und neue Features veröffentlichen oder an ihren Algorithmen schrauben, kann dieser Punkt beim Handel auf mehreren Marktplätzen schnell zur Belastung werden. „Man muss schnell agieren können oder extrem vorausschauend arbeiten“, meint Antonio Ligato. Das gelte auch für die Logistik, die „schlank und professionell“ sein sollte. Zudem sei die Kommunikation mit den Plattformen sehr wichtig, um beispielsweise Überverkäufe zu verhindern.

Antonio Ligato strebt auch nach Indien

Auf die Frage, welche Plattformen er noch gerne bedienen würde, hat der Kölner Unternehmer sehr genaue Vorstellungen. Abgesehen von den vier Marktplätzen, auf denen er im Juli den Handel beginnen wird, stehen noch Allegro, Ricardo.ch und Amazon.in – der indische Amazon-Marktplatz – auf seiner Liste. Damit zeigt Ligato, dass er die Plattformen auch zur internationalen Expansion nutzt. „Wir bedienen schon die USA, Kanada und Mexiko“, erklärt er. „Aber der indische Markt ist der nächste große Wachstumsmarkt. Hier muss man frühzeitig aktiv werden, damit man nicht den Anschluss verpasst und seine Chancen verspielt.“

Die Planung, diesen Markt zu erschließen, sei schon konkret vorangeschritten. Doch gerade hier tun sich Herausforderungen auf, die für Indien besonders sind. „Nehmen wir einmal die indischen Schriftzeichen als Beispiel. Diese müssen richtig dargestellt werden können, damit es keine Probleme gibt. Das sind Herausforderungen, die man nirgendwo anders erlebt.“ Doch von solchen Stolpersteinen wird Antonio Ligato sich wohl nicht unterkriegen lassen. Die Plattformen sind der essenzielle Baustein für sein Unternehmen und als Absatzkanäle unerlässlich. Etwas anderes wäre für Antonio Ligato mittlerweile auch undenkbar.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Marktplatz-Sonderausgabe unseres Onlinehändler Magazins, das zum Marketplace Day am 29. Juni 2018 in Berlin erscheint. Auf dem Marketplace Day werden die verschiedenen Plattformen vorgestellt und sind selbst vor Ort, um sich den Fragen von Händlern zu stellen. Zudem werden auch einige Dienstleister zeigen, wie sie Händler beim Handel über Marktplätzen zur Seite stehen. Alle Teilnehmer der Veranstaltung erhalten ein gedrucktes Exemplar der Sonderausgabe. 

Noch kein Ticket? Mit dem Rabattcode Last_MinuteOHN erhalten Händlerbund-Mitglieder (noch bis zum 27.06.2018) die Tickets zum Marketplace Day 2018 für nur 133,- statt 169,- Euro und alle anderen Händler zahlen nur 199,- statt 219,- Euro!

Jetzt Last-Minute-Tickets sichern!

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört zu er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Michael Pohlgeers

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.

Meistgelesene Artikel