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„Falls man noch was für die Frau UND die Freundin sucht…“

Der Valentinstag als Chance und Fettnapf-Falle zugleich

Veröffentlicht: 13.02.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 13.02.2019
Zwei Herzen an einer Leine, die durchgeschnitten wird

Auch in diesem Jahr wird der Valentinstag in der Online-Welt wieder groß zelebriert. Und wie in jedem Jahr spaltet der „Tag der Liebe“ die Gemüter. Denn während die einen Kunden den Tag nutzen, um ihre Lieben mit kleinen Geschenken zu beglücken und sich über entsprechende Valentins-Aktionen freuen, gibt es andere Kunden, die nur Spott und Kritik übrig haben. Als Unternehmen ist es da nicht immer leicht, einen Mittelweg zu finden, der dem lieblichen Anlass entspricht, aber nicht über das Ziel hinausschießt – dies zeigen auch einige aktuelle Beispiele.

Unbekannte Bücher, verständnisvolle Weine und Anti-Valentinstags-Aktion

So vielfältig wie die Sortimente sind, so verschieden sind auch in diesem Jahr wieder die Aktionen, die sich Händler ausgedacht haben. So hat mich heute beispielsweise der Tweet eines Berliner Weinhändlers zum Schmunzeln gebracht. Mit einem einzigen Satz hat er meine Aufmerksamkeit als Nutzer und meine Würdigung gewonnen. Das zeigt: Manchmal braucht es nicht viel, um werbetechnisch zu punkten.

Als erfrischend und wirklich gut durchdachte Aktion ist mir auch eine Strategie von Hugendubel aufgefallen: Die Buchkette hat in der Leipziger Filiale einen separaten Valentinstags-Verkaufstisch errichtet und dort alle Bücher in rotes Geschenkpapier verpackt. Der Kunde weiß nicht, welches Buch er kauft. Da jedoch die Aktion unter dem Titel „Liebe auf den ersten Satz“ geführt wird, wurde eben dieser erste Satz eines jeden Buches auf die Vorderseite gepackt. Sozusagen ein romantisches Blind-Date mit einem Buch. Wenn das mal nicht originell ist!

Valentinstag 2019 Hugendubel

Weniger emotional und dafür viel actiongeladener zeigt sich die diesjährige Valentinstags-Aktion von Amazon: Wer das Videoportal dieser Tage besucht, stolpert vielleicht über die Kategorie „Anti-Valentinstag“, in der einige Action-Krache wie „G. I. Joe“ oder „Hänsel und Gretel“, Psychothriller wie „Split“ oder Horrorkomödien wie „Stolz und Vorurteil und Zombies“ auf weniger kitsch-liebende Kunden warten.

Valentinstag 2019 Amazon Video Antivalentinstag

Manchmal bleibt ein fader Beigeschmack

Ein recht kurioser Hype der vergangenen Monate, der sich auch zum diesjährigen Valentinstag niederschlägt, ist der Handel mit extrem langlebigen Rosen. Da sich über  Geschmack nicht streiten lässt, finden sich zahlreiche Anbieter und viele Fans dieser floralen Kuriositäten: Einer dieser Anbieter ist unter anderem auch Aldi.

Doch mit dem entsprechenden Valentinstagsangebot hat sich der Discounter anscheinend einige Arbeit aufgehalst: Schuld daran ist jedoch nicht ein unglücklicher Slogan oder ähnliches. Viele Kunden äußerten auf Facebook ihren Unmut über den Preis – und das, obwohl andere Händler entsprechende Rosen auch durchaus teurer vertreiben. Dem Social Media-Team blieb da nur, Schadensbegrenzung zu betreiben und regelmäßig beschwichtigende, freundliche oder neckische Antworten zu verteilen.

Valentinstag 2019 Aldi Rosen Blumen Facebook Screenshot

Viel gravierender ist da schon ein Fauxpas, der im Rahmen eines Schokoladenverkaufs von Lindt gemacht wurde: Wie ein Twitter-Nutzer zeigt, warb man hier mit einer Rabattaktion, bei der die Schoki billiger wird, wenn man gleich zwei kauft. Dass dies geradezu nach einer Fremdgeh-Situation – bzw. für ein Valentinsgeschenk für die Frau UND die Freundin – schreit, scheint dem Anbieter allerdings nicht aufgefallen zu sein…

Neben all den Chancen, die der Valentinstag so bietet, müssen Händler aber auch gehörig aufpassen, dass sie nicht in einen der vielen Fettnäpfe treten: Schon vielen Anbietern wurde – ob begründet oder nicht – Sexismus, Respektlosigkeit oder eine unangemessene Strategie vorgeworfen. Manchmal lohnt es sich deshalb, lieber ein Augenpaar mehr über die geplante Aktion drüberschauen zu lassen.

Valentinstag: Wenig Schnörkel und klare Strukturen

Grundsätzlich wurden in den vergangenen Tagen wieder zahlreiche Valentinstags-Newsletter verschickt, die mit viel Liebe zusammengestellt wurden. Eines wird dabei auch schnell klar: Auf Klimbim oder Brimborium verzichten viele Anbieter aktuell. Blinkende Gifs oder überbordende Layouts scheinen – glücklicherweise – die Seltenheit zu sein.

Viele Newsletter erscheinen in diesem Jahr sehr modern, besitzen einen klaren Fokus, übersichtliche Strukturen und einfache (aber effektive) Slogans. Und nicht nur das: Immer öfter werden nicht nur Einzelpersonen angesprochen, die nach einem Präsent für den Partner oder die Partnerin suchen. Vielmehr gilt die Ansprache auch den Paaren selbst. „Zusammen“ ist das Motto – wie die Beispiele des Uhrenherstellers Skagen oder des Erotikhändlers Amorelie beweisen.

Valentinstag 2019 Newsletter

Wahnsinn, Epilepsie und Pest zum Valentinstag

Es hat sich gezeigt: Der Valentinstag ist auch dieses Mal ein sprudelnder Quell für Fauxpas, aber auch für tolle und auffallende Aktionen. Das Thema wird in den sozialen Netzwerken gerade wieder groß geschrieben – dort finden sich neben kritischen Beiträgen und genervten Kommentaren auch jede Menge lustiger Einwürfe. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

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