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Google, Microsoft, Facebook und Twitter arbeiten an Data Transfer Project

Veröffentlicht: 24.07.2018 | Autor: Theresa Strohbach | Letzte Aktualisierung: 24.07.2018 | Gelesen: 876 mal

Die IT-Riesen Google, Microsoft, Facebook und Twitter arbeiten an einem Data Transfer Project. Das soll den Nutzern vor allem die Datenübertragung zwischen den Anbietern erleichtern. Denn der Transfer von Daten zwischen einzelnen Dienstleistern ist bisher noch sehr mühsam. 

Frau hält Ipad in der Hand, auf dessen Bildschirm verschiedene Apps angezeigt sind
© Worawee Meepian _shutterstock.com

Für Benutzer ist es nach wie vor eine Herausforderung, wenn sie zu einem anderen Produkt oder Dienst wechseln möchten, den sie als geeigneter als ihren bisherigen Anbieter empfinden. Oftmals wird von den Nutzern verlangt, ihre gesamten Daten zunächst von der einen Plattform herunterzuladen, um sie dann auf einer anderen wieder komplett hochzuladen.
Mit der neu geltenden Datenschutzgrundverordnung haben zwar zahlreiche Online-Dienste begonnen, Tools zu entwickeln, mit denen das Herunterladen der eigenen Daten vereinfacht wird. Doch für den Datentransfer von einem Anbieter zu einem anderen, ist damit noch keine Lösung gefunden.

Datentransfer für Nutzer erleichtern

Um die Datenübertragung zwischen Plattformen zu vereinfachen, haben die vier Technologie-Unternehmen Google, Microsoft, Facebook und Twitter das Data Transfer Project in Leben gerufen. Tatsächlich startete das Projekt bereits im Jahr 2017. Jedoch wurde es erstmalig im Zuge der kürzlich umgesetzten Datenschutzgrundverordnung erwähnt. Google hatte dabei zwar auf dem eigenen Blog auf das Data Transfer Project verwiesen, aber nicht erwähnt, dass es sich dabei um eine Kooperation handle. Mittlerweile existiert aber auch eine Homepage zu dem Data Transfer Project, von der aus auch ein White Paper zum Projekt heruntergeladen werden kann.

Wie funktioniert das Data Transfer Project?

Bei der Kooperation handelt es sich um ein Open-Source-Projekt, dass aktuell noch auf Github zu finden ist. Vorteil daran ist, dass verschiedene Software-Entwickler daran arbeiten und sich miteinander austauschen können.
Der Datentransfer soll über APIs zwischen den Online-Diensten erfolgen. Die Übertragung von Daten muss jedoch erst über verschiedene Authentifizierungsmechanismen genehmigt werden, bevor sie durchgeführt werden kann. Die Daten von den jeweiligen Plattformen weisen dabei anfangs noch unterschiedliche Formate auf. Um diese in eine einheitliche Form zu bringen, so auch im White Paper erläutert, müssen besondere Adapter verwendet werden. Es gibt zwei Formen von Adaptern, den Daten- und den Authentifizierungsadapter. Beides sind in der Software-Entwicklung verwendete Code-Elemente. Sie unterstützen eine Kommunikation zwischen zueinander inkompatiblen Schnittstellen.
Datenadapter sind dafür notwendig, die APIs eines Anbieters in verwertbare Datenformate zu übersetzen. Die Authentifizierungsadapter sind hingegen sorgen dafür, dass Benutzer ihre Konten authentifizieren können, bevor Daten zu einem anderen Anbieter übertragen werden können.
Die angepassten Datenformate können dann mit Hilfe beider Adapter an die gewünschte Zielplattform weitergeleitet werden.
Doch die Programmierung des Datenübertragunsprozesses ist nicht die einzige Herausforderung. Mit der neu geltenden Datenschutzgrundverordnung müssen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Übermittlung gegeben sein.

Projekt trotz Datengrundschutzverordnung umsetzbar

Das Data Transfer Project ist rechtlich gesehen durch das Prinzip der Datenportabilität möglich. Wie auch internetworld.de schreibt, wird dadurch Nutzern ermöglicht, personengebundene Daten von einem Service zu einem weiteren zu übertragen. Damit das Projekt jedoch umgesetzt werden kann, müssen alle Dienstleister dem Datentransfer untereinander zustimmen. Erst dann können auch die Nutzer ihre Accounts verifizieren und eine Übertragung erlauben.
Die Kooperation zwischen den vier IT-Unternehmen befindet sich jedoch noch in der Anfangsphase. Wie auch heise.de schreibt, ist bisher nur mit dem Google Service Download Your Data, ehemals Google Takeout, ein Datenaustausch möglich. So können Nutzer ihre Daten zumindest zwischen Dropbox, Box, MS OneDrive und Google Drive austauschen.

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