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Projekt Jedi: Google will keinen Milliarden-Deal mit dem Pentagon machen

Veröffentlicht: 10.10.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 10.10.2018

Google lässt sich einen lukrativen Coup mit dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium entgehen. Der Konzern begründet diese Entscheidung unter anderem damit, dass man mit diesem Deal womöglich gegen die eigenen Prinzipien verstoße.

Angehöriger des US-Militärs, Nahaufnahme
© Daniel Chester – shutterstock.com

Ein potenzieller Deal mit dem US-Verteidigungsministerium könnte Google insgesamt 10 Milliarden Dollar bringen. Im Rahmen der geplanten Kooperation sucht das Pentagon ein Unternehmen, das ein Cloud-System für das sogenannte „Jedi“-Projekt („Joint Enterprise Defense Infrastructure“) zur Verfügung stellt. Dennoch hat der Konzern nun verlauten lassen, kein Gebot für die entsprechende Ausschreibung der Behörde abgeben zu wollen.

Google: Beteiligung an Militärprojekten ist ethisch bedenklich

Als Gründe für die Absage verweist Google unter anderem auf interne Regeln, die man sich im Umgang mit militärischen Projekten und künstlicher Intelligenz auferlegt habe. „Wir bieten nicht auf den Jedi-Vertrag, weil wir nicht sicher sind, ob er unsere KI-Prinzipien verletzt“, wird ein Google-Sprecher von Heise Online mit Verweis auf Bloomberg zitiert.

In der Vergangenheit hatte Google bereits massiven Druck seiner eigenen Mitarbeiter gespürt, als es um eine Beteiligung an einem Militärprojekt ging – diese Beteiligung legte man dann schlussendlich auch aufgrund ethischer Gesichtspunkte nieder.

Der Grundgedanke der Google-Prinzipien sieht vor, dass man sich nicht am Einsatz künstlicher Intelligenz beteiligen werde, wenn das entsprechende Projekt darauf abzielt, im militärischen Bereich (zum Beispiel für militärische Waffensysteme) eingesetzt zu werden. Im Rahmen des „Jedi“-Vertrages könne eben nicht ausgeschlossen werden, dass ein entsprechender Einsatz anvisiert wird.

Google: Absage an Jedi-Projekt ist keine Absage an die Regierung

Darüber hinaus gab Google auch noch einen anderen Grund für die Absage an: Demnach könne man jene staatlichen Zertifizierungen nicht vorweisen, die für eine Projektumsetzung notwendig wären: „Google hätte zwar gerne in bestimmten Bereichen eine ‚überzeugende Lösung‘ angeboten, allerdings sei der Jedi-Vertrag so ausgestaltet, dass er nicht für mehrere Anbieter offen stehe“, heißt es bei Heise Online weiter.

Für Behörden der Regierung sei es außerdem von Vorteil, nicht nur auf einen Cloud-Anbieter zu setzen, sondern stattdessen eine Multi-Cloud-Strategie zu verfolgen, kommentierte ein Sprecher von Google. Dennoch wolle der Konzern die US-amerikanische Regierung grundsätzlich „auf viele Arten“ im Cloud-Sektor unterstützen.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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