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EU-Urheberrechtsreform

Sperrt Twitch bald seine EU-Nutzer aus?

Veröffentlicht: 02.04.2019 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 03.04.2019 | Gelesen: 475 mal
Twitch auf Smartphone

Genau eine Woche ist es her, dass die umstrittene Urheberrechtsreform vom EU-Parlament durchgewunken wurde. Trotz zahlreicher Proteste aus der Bevölkerung wird der Artikel 13 (beziehungsweise 17) wohl in Kraft treten. Dieser macht die Content-Service-Provider haftbar, sollten Nutzer urheberrechtlich geschützte Materialen auf deren Plattformen hochladen. Der Videostreamingdienst Twitch zieht nun erste Konsequenzen aus dem Beschluss und erwägt einen Ausschluss der EU-Nutzer.

Twitch-CEO kritisiert die vage Richtlinie

Plattformen wie YouTube, Reddit und Twitch werden von der neuen Reform direkt betroffen sein und müssen sich bis zum Inkrafttreten 2021 entsprechende Wege überlegen, wie mit der Gesetzesänderung umgegangen werden kann. Für Twitch-CEO Emmett Shear ist die Ungenauheit das größte Problem. „Das entworfene Gesetz ist meiner Meinung nach ziemlich schlecht gemacht“, zitiert Fortune ihn. „Es ist völlig unklar, was wir machen müssen, um es zu erfüllen oder was nicht.“ Die vage Ausrichtung der Reform ist dem Twitch-Chef ein Dorn im Auge, durch Lobbyarbeit will er erreichen, dass es weiterhin eine faire Nutzung von geschützem Material gibt.

Generell steht er einem Gesetz offen gegenüber, welches die Urheber der Materialien schützt, eine solche Regelung sollte in seinen Augen aber auch korrekt ausgeführt werden. „Das Gesetz wurde nicht für uns geschrieben“, betont er.

EU-User fallen aus dem Filter

Der Videostreamingdienst spielt nun mit dem Gedanken von Uploadfiltern, um dem neuen Gesetz zu entsprechen, wie bei t3n zu lesen ist. „Denn wir haben die Verpflichtung, es zu stoppen, bevor es veröffentlicht wird“, so Emmett Shear weiter. Gemäß der derzeitigen Auslegung würde Twitch bereits zur Verantwortung gezogen werden, sollte im Hintergrund eines Videos ein Filmposter hängen. Der Dienst steht nach der neuen EU-Urheberrechtsreform nun in der Pflicht, zu verhindern, dass Nutzer aus der EU geschütztes Material hochladen oder darauf zugreifen können. „Grundsätzlich müssten wir, um uns und unsere Kreativen zu schützen, eine Art automatisiertes Filtersystem implementieren, das sehr restriktiv ist und das alles aus Europa, was eine Urheberrechtsverletzung sein könnte, daran hindert, rauszugehen. Das ist leider eine sehr niedrige Schwelle“, so Shear laut t3n. Das bedeutet: „Wenn jemand in den USA streamt, werden die europäischen Nutzer aus dem Stream herausgefiltert.“

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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