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Umfrage von Plan International

Keine Gleichberechtigung: So fördert Social Media Geschlechter-Stereotype

Veröffentlicht: 20.08.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 21.08.2019
Mann und Frau am Tisch

Der Mann bringt das Geld, die Frau kriegt die Kinder und macht den Haushalt – überkommene Stereotype über die Geschlechter kennt jeder. Gerade bei jungen Menschen, die Social-Media-Kanäle nutzen, gibt es aber neue alarmierende Zahlen, wie eine Umfrage der Kinderrechtsorganisation Plan International zeigt. Je intensiver junge Menschen soziale Medien wie Facebook, Instagram und Youtube nutzen, desto stärker halten sie an stereotypen Rollenbildern fest, heißt es in der Mitteilung. Die Gleichberechtigung werde so ausgebremst.

Frauen sollen weniger verdienen – sagen sogar die Frauen

Frauen sollen für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer – ein Drittel der weiblichen Teilnehmer stimmt laut Studie dieser Aussage zu, bei den männlichen Interviewten sind es sogar mehr als die Hälfte. 57 Prozent der Männer und immerhin noch 35 Prozent der Frauen sehen die Hausarbeit als Frauensache an. Vor allem bei den häufigen Nutzern von Instagram und Co. herrsche überdies ein klassisches Schönheitsideal vor: Männer haben Muskeln, Frauen sind schlank und hübsch. Dabei bemerken sogar viele Social-Media-Nutzer derartige Stereotype, wehren sich aber kaum dagegen. Eine Mehrheit von Männern und Frauen denke über Gleichberechtigung nach, zwei Drittel aller Befragten stören die vermittelten Rollenbilder bei Social Media trotzdem nicht.

Stereotype verhindern Gleichberechtigung

Dieses Bild via Instagram und Co. könnte aber die Gleichstellung von Mann und Frau behindern, meint Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. „Ausgerechnet in den sozialen Medien, dem modernen digitalen Zuhause der Millennials und Centennials, begegnen wir völlig überalterten Rollenbildern. Das ist beunruhigend, denn Gleichberechtigung ist die wichtigste Voraussetzung dafür, um Armut nachhaltig zu bekämpfen. Zu diesem UN-Nachhaltigkeitsziel hat sich die Weltgemeinschaft, und damit auch Deutschland, verpflichtet. Doch nach wie vor ist in keinem Land der Welt echte Gleichberechtigung erreicht, auch bei uns nicht.“

Für die  Umfrage wurden 1.000 jungen Frauen und Männern in Deutschland im Alter von 14 bis 32 Jahren interviewt. Den Bericht „Rollenbilder in den sozialen Medien und ihre Auswirkungen auf die Gleichberechtigung“ kann man hier einsehen.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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