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Coronavirus

Auch Facebook liefert Daten gegen die Corona-Ausbreitung

Veröffentlicht: 07.04.2020 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 07.04.2020
Facebook Datenschutz

Facebook erweitert sein Programm „Data for Good“ und will damit helfen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Das Programm nutzt aggregierte, anonymisierte Daten von Facebook-Apps und stellt sie der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung. Nun wurde „Data for Good“ um drei Funktionen bzw. Karten erweitert, die unterschiedliche Anforderungen erfüllen und dabei helfen sollen, die Ausbreitung des Coronavirus vorherzusagen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu koordinieren.

Steve Satterfield, bei Facebook verantwortlich für Privatsphäre, wird von The Verge mit den Worten zitiert: „Facebook und die gesamte Technologie-Branche kann und muss innovative Wege finden, um Gesundheitsexperten und Behörden bei der Bekämpfung der Krise zu unterstützen.“ Diese Bemühungen sollten Satterfield zufolge aber nicht auf Kosten der Privatsphäre der Menschen gehen. Facebook könne das Gesundheitssystem unterstützen und gleichzeitig die Daten der Nutzer beschützen.

Drei Karten gegen Corona

Ähnlich wie Google, das kürzlich Bewegungsdaten veröffentlicht hat, die belegen, dass die Ausgangsbeschränkungen in Deutschland Wirkung zeigen, will auch Facebook Bewegungsdaten liefern, um zu helfen. Dabei arbeitet Facebook mit drei verschiedenen Kartenarten. Die Co-Location Maps sollen zeigen, wie wahrscheinlich es ist, dass Bewohner unterschiedlicher Regionen miteinander in Kontakt kommen. Reichweiten-Trends sollen aufzeigen, ob die Menschen zu Hause bleiben oder sich wegbewegen und welche Entfernungen dabei zurückgelegt werden.

Das dritte Instrument, der sogenannte „social connectedness index“, bilde ab, wie wahrscheinlich es ist, dass Menschen aus bestimmten Gegenden mit Menschen aus anderen Regionen oder Ländern befreundet sind. Damit soll auch die Stärke sozialer Bindungen gemessen werden. Alle diese Instrumente nutzen Daten von Facebook, die aber anonymisiert sein sollen. Die gesammelten Daten seien in der aktuellen Situation sehr wichtig und würden als aggregierte Daten die individuelle Privatsphäre einerseits sicherstellen. Auf der anderen Seite sorgen sie aber dafür, dass Behörden, Politiker und Wissenschaftler Prognose-Modelle entwickeln können, so Caroline Buckee, die an der Harvard-Universität forscht.

In den USA können Facebook-Nutzer zudem an einer Umfrage der Carnegie-Mellon-University teilnehmen, die dabei helfen soll, die Pandemie und das Coronavirus besser zu verstehen. Die Nutzer sollen dort ihre Symptome angeben – auch dort sollen die Daten gesammelt und anonymisiert werden.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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