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Geplanter Börsengang

Uber wird wohl niedriger bewertet als erwartet

Veröffentlicht: 26.04.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 26.04.2019 | Gelesen: 571 mal
Uber-App und Autos

Der Börsengang des Fahrdienst-Vermittlers Uber rückt immer näher. Anfang Mai soll das Unternehmen seine Aktien erstmals platzieren. Demnach wolle Uber mit dem Börsengang acht bis zehn Milliarden Dollar einnehmen. Die Aktien sollen für 44 bis 50 US-Dollar angeboten werden, berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Sollte Uber seine Aktien am unteren Ende dieser Preisspanne festlegen, läge die Bewertung des Unternehmen nur knapp über der letzten Finanzierungsrunde.

Uber stellt Lyft in den Schatten

Damals war Uber mit 76 Milliarden Dollar bewertet worden. Nun strebt Uber einen Erlös von 80 bis 90 Milliarden Euro an. Analysten hatten allerdings erwartet, dass der Fahrdienst-Vermittler bei seinem Börsengang eine Bewertung von bis zu 120 Milliarden Dollar erreichen könne – diese Erwartung wird Uber aber wohl enttäuschen. Den Insidern zufolge habe das Unternehmen sich für einen zurückhaltenden Aktienpreis entschieden, um den Preis bei hoher Nachfrage später noch anheben zu können.

Selbst wenn Uber „nur“ acht Milliarden Dollar mit dem Börsengang einnehmen sollte, stellt das Unternehmen seinen direkten Konkurrenten Lyft in den Schatten: Lyft hatte bei seinem Börsengang, dem bislang größten IPO in diesem Jahr, 2,34 Milliarden Dollar eingesammelt.

Herbe Verluste, aber starkes Wachstum

Uber geht seinen Börsengang aus einer geschwächten Position heraus an. Das Unternehmen musste im Jahr 2018 Verluste von drei Milliarden Dollar hinnehmen, wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht. In den vergangenen drei Jahren lagen die operativen Verluste damit bei insgesamt über zehn Milliarden Dollar. Das Unternehmen lockt Anleger aber mit einem starken Wachstum, wie Heise Online berichtet: Allein im Jahr 2018 stiegen die Umsätze im Jahresvergleich um 42 Prozent.

Uber hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Image-Probleme zu kämpfen. Dazu kommt, dass einige Dienste des Unternehmens in vielen Ländern verboten wurden. Auch in Deutschland darf Uber seine Dienste UberPop und UberBlack nicht anbieten. Gegen das Unternehmen hatte sich vor allem seitens der Taxi-Branche heftiger Protest formiert, der in einigen Ländern sogar gewaltsam ausartete.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört zu er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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