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Alibaba knackt Börsenrekord in New York

Veröffentlicht: 22.09.2014 | Autor: Redaktion | Letzte Aktualisierung: 24.09.2014

Wie erwartet hat der Börsengang des chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba in New York alle Rekorde gebrochen und wurde damit zum bisher größten Börsengang eines Unternehmens in der Geschichte des Börsenhandels.

Alibaba Börse New York (Bildquelle Alibaba an der New Yorker Börse: Christopher Penler via Shutterstock)

Nachdem Alibaba am vergangenen Freitag um 15.30 Uhr MEZ zum ersten Mal das internationale Börsenparkett betreten hatte, gab es für die Aktienkäufer kein Halten mehr. Nachdem die Aktien zu einem Preis von 68 US-Dollar ausgegeben wurden, schoss der Wert der Papiere kurz darauf auf 92,70 Dollar, stieg zwischenzeitlich auf 99,70 Dollar nach oben und pendelte sich zum Handelsschluss am Freitag dann bei einem Preis von 93,80 Dollar ein. Das entspricht einer Wertsteigerung von rund 38 Prozent im Vergleich zum Startpreis.

Rekord erst am Wochenende geknackt

Der Verkauf der rund 320 Millionen Aktien brachte Alibaba damit einen Gewinn von 21,8 Milliarden Dollar und verpasste damit am Eröffnungstag die Rekordmarke von 22,1 Millionen Dollar, den die Agricultural Bank of China im Jahr 2010 aufgestellt hatte, nur knapp. Nachdem im Verlauf des Tages bekannt wurde, dass die Aktie mehr als nur ein wenig überzeichnet wurde, die Nachfrage also das Angebot an vorhandenen Aktien überstieg, nutzten die Banken, die Alibabas Börsengang begleiteten, daraufhin am Wochenende die sogenannte Greenshoe-Option und brachten weitere 48 Millionen Aktien auf den Markt.

Durch diesen Verkauf konnte das Gesamtvolumen auf 25 Milliarden Dollar gesteigert werden – und macht den Börsengang von Alibaba so zum größten Börsengang aller Zeiten. Allerdings hat sich Alibaba, laut Business Insider, noch nicht zu dem Verkauf der zusätzlichen Aktien geäußert.

Börsenexperten sind skeptisch wegen Alibaba-Aktie 

Börsenexperten sind sich allerdings unsicher, ob der Höhenflug des Börsenneulings lange anhalten wird. Das denkt laut re/code auch Stephen Massocca, Geschäftsführer von Wedbush Equity Management in San Francisco: „Es ist wirklich schwer vorherzusagen, ob die Aktie aufgrund ihres wirklichen Werts gehandelt wird, oder ob es sich dabei um eine Kultaktie wie zum Beispiel Tesla oder Solar City handelt.“ Er fügte weiter hinzu „Ich denke, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Aktie zu einer von der Sorte gehört, welche die Leute glauben lässt, dass sie noch höher gehandelt werden könnte. Aber basiert man die Fakten auf einer grundsätzlichen Einschätzung, dann würde ich sagen, dass die Alibaba-Aktie bei diesem Preis etwas überbewertet wird.“

Die Zurückhaltung mancher Börsenexperten wird wohl auch auf den Fakten von Alibabas erstem Börsengang in Hong Kong im November 2007 basieren. Damals hatte das Unternehmen eine ähnliche Euphorie wie am Freitag verursacht und der Wert der Papiere verdreifachte sich am ersten Tag. Allerdings nahm Jack Ma die Aktie fünf Jahre später wieder aus dem Handel, da sie die Investoren nicht mehr überzeugen konnte. Und auch das Marktforschungsunternehmen Forrester glaubt, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis Alibaba mit direkten Konkurrenten wie Amazon oder eBay außerhalb Chinas messen kann.

Börsengang hat sich für Investoren und Teilhaber gelohnt 

Nichtsdestotrotz hat sich der Börsengang nicht nur für Alibaba, sondern auch für die Teilhaber am Unternehmen gelohnt. So bekam Yahoo am Freitag durch den Verkauf einiger Aktien frisches Kapital im Wert von rund acht Milliarden Dollar und durch den Verkauf weiterer Aktien am Wochenende noch einmal rund 1,2 Milliarden Dollar hinzu. Durch den Verkauf der Aktien behält Yahoo noch rund 16 Prozent am Unternehmen, während Softbank, die keine Aktien verkauft hatten, mit etwa 32 Prozent der größte alleinige Anteilseigner an Alibaba bleibt. 

Doch nicht nur für die Investoren hat sich der Börsengang ausgezahlt, denn neben Jack Ma profitieren viele der Angestellten bei Alibaba von den zusätzlichen 25 Milliarden Dollar. Laut re/code werden sich wohl einige Manager, Programmierer und andere Unternehmensangehörige bald zu Chinas neuesten Millionären zählen können.

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