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Online-Flohmarkt: Facebook startet Marketplace

Veröffentlicht: 04.10.2016 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 04.10.2016

Facebook will schon seit Jahren eine Handelsfunktion in seine Plattform integrieren. Nach Angaben des Unternehmens sollen schließlich über 450 Millionen Menschen das Netzwerk nutzen, um Dinge zu kaufen oder zu verkaufen. Mit Marketplace bietet Facebook nun ein Feature, um das zu unterstützen.

Facebook App-Icon

Bildquelle: ymgerman / Shutterstock.com

Facebook hat sein lang erwartetes E-Commerce-Feature vorgestellt: Die neue Funktion namens Marketplace soll es den Nutzern des sozialen Netzwerks erleichtern, Produkte zu finden, zu kaufen und zu verkaufen – innerhalb ihrer Community. Damit konkurriert Facebook nun auch direkt mit ähnlichen Anbietern wie Ebay Kleinanzeigen, Craigslist oder auch Amazon. Und im Gegensatz zur Konkurrenz scheint Facebook auf einen großen Vorteil zu setzen: Das Unternehmen will offenbar auf Gebühren verzichten, wie t3n.de berichtet. „Wichtiger scheint es, Nutzer auf die Seite zu holen und zu halten“, urteilt das Magazin weiter.

Facebook Marketplace ist zunächst für die Smartphone-Nutzung optimiert. An einer Desktop-Version arbeitet das Unternehmen offenbar noch. In der mobilen App hat Facebook ein neues Icon hinzugefügt, mit dem Nutzer auf den Marketplace kommen. Dort finden sich zunächst Fotos von Dingen, die Menschen in der Nähe des Nutzers zum Verkauf anbieten. Daneben bietet Facebook aber auch eine traditionelle Suchfunktion mit Filteroptionen und einer Auswahl an Kategorien an.

Feilschen um den Kaufpreis

Beim Kaufprozess scheint Facebook allerdings auf einen Kaufen-Button zu verzichten. Der interessierte Käufer und der Verkäufer müssen sich über Nachrichten einigen, wie das Unternehmen beschreibt: „Schicke dem Verkäufer eine Direktnachricht von Marketplace, um ihm zu sagen, dass du interessiert bist, und mache ein Angebot. Von da an können beide die Details frei ausarbeiten. Facebook schreibt weder die Bezahl- noch die Lieferoption im Marketplace vor“, heißt es.

Für die Verkäufer will Facebook einen besonders einfachen Listing-Prozess schaffen: Der Anbieter muss lediglich sein Produkt fotografieren, einen Produktnamen, Beschreibung und Preis angeben, seinen Standort bestätigen und eine Kategorie auswählen. Dann kann das Angebot bereits gepostet werden.

Facebook bietet keine Garantien

Damit behält Facebooks Marketplace aber auch einen Flohmarkt-Charakter – gewerbliches Handeln im großen Stil scheint mit dieser Verkaufsmethode nahezu unmöglich. Nach Angaben von t3n.de verbietet Facebook den Verkauf von illegalen Artikeln wie Drogen oder Waffen. Aber auch Alkohol darf nicht auf dem Marketplace des Netzwerks gehandelt werden. Facebook übernehme zudem keine Garantien für den sicheren Ablauf der Transaktionen. Das Unternehmen will aber Vertrauen schaffen, indem es auf die Klarnamenpflicht besteht und den Käufern den Standort des Verkäufers und die Zeit, die dieser schon auf Facebook aktiv ist, anzeigt.

Facebooks Marketplace wird in den kommenden Tagen in den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland ausgerollt. In den kommenden Monaten sollen weitere Länder und dann auch die Desktop-Version des Marketplace folgen. Über den Deutschlandstart der neuen Funktion ist noch nichts bekannt.

 

 

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