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Drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung

Wirecard stellt Insolvenzantrag

Veröffentlicht: 25.06.2020 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 25.06.2020
Wirecard-Zentrale

Schon kurz nach der letzten Verschiebung der Bilanzvorlage wurden Stimmen laut, die eine Insolvenz von Wirecard in Betracht zogen. Nun hat der Zahlungsanbieter beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. 

„Der Vorstand der Wirecard AG hat heute entschieden, für die Wirecard AG beim zuständigen Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung zu stellen“, teilte das Unternehmen der Welt zufolge mit. 

Wirecard fehlen 1,9 Milliarden Euro

Das Unternehmen prüfe nun, ob auch für Wirecard-Töchter Insolvenzanträge gestellt werden müssen. Erst vor einer Woche hatte der Zahlungsdienstleister seine Bilanzvorlage erneut kurzfristig verschoben und damit den Skandal endgültig ins Rollen gebracht

Dem Unternehmen fehlen 1,9 Milliarden Euro, die in der Bilanz verbucht worden waren. In der Nacht zu Montag räumte Wirecard dann ein, dass das Guthaben, das auf Treuhandkonten auf den Philippinen liegen sollte, mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht existiere. Die Bafin verdächtigt Wirecard deshalb der Marktmanipulation.

Wirecard-Aktie ist nur noch knapp 10 Euro wert

Die Wirecard-Aktie wurde nach Bekanntwerden des Insolvenzantrags für 60 Minuten vom Handel ausgesetzt. Das Wertpapier hatte vergangene Woche einen Absturz erlebt, war von rund 100 Euro auf gerade einmal 9,96 Euro gefallen. Das ist der tiefste Stand seit August 2011, berichtet die Welt. 

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen die ehemaligen Wirecard-Vorstände Markus Braun und Jan Marsalek. Gegen beide wurde Haftbefehl erlassen, Braun stellte sich den Ermittlern am Montag und wurde einen Tag später gegen Kaution und mit Meldeauflagen wieder aus der Haft entlassen. Wo Marsalek sich aufhält, ist nicht geklärt. Medienberichten zufolge soll der ehemalige Wirecard-COO sich auf den Philippinen befinden, wolle sich aber dem Verfahren in Deutschland stellen. 

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für: Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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