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SEPA: Liquiditätsprobleme wegen mangelnder Vorbereitung?

Veröffentlicht: 21.08.2013 | Autor: Katja Naumann | Letzte Aktualisierung: 07.12.2015

Kurz vor dem Stichtag ist die Single Euro Payments Area in den Köpfen von vielen deutschen Unternehmern oft immer noch nur eine Randnotiz. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie zur SEPA-Umsetzung in Deutschland, die ibi researh unter deutschen Unternehmen, Behörden und Vereinen durchgeführt hat.

Single Euro Payment Area

SEPA – Umstellung kann bereits jetzt erfolgen

Nach der Einführung von Buchgeld und Bargeld ist die Einführung der Single Euro Payment Area die dritte Stufe der Euro-Umstellung. Bezeichnet wird mit SEPA die Umstellung von nationalen Verfahren zu Überweisung und Lastschrift auf europaweit einheitliche Zahlungsverfahren. Stichtag für die Umstellung ist der 01. Februar 2014. Aber bereits jetzt können die neuen Verfahren SEPA-Überweisung und SEPA-Lastschrift genutzt werden. Der Stichtag ist lediglich der Termin, bis zu dem die Umstellung spätestens erfolgt sein muss, da ab diesem Datum die nationalen Verfahren der Überweisung und Lastschrift nicht mehr möglich sein werden.

Unternehmen, Vereinen und Behörden, die den Stichtag verpassen drohen im schlimmsten Fall Liquiditätsengpässe. Eine Konsequenz, der sich viele Unternehmer vermutlich nicht einmal bewusst sind, denn der Studie „SEPA-Umsetzung in Deutschland Fortschritt und Status quo bei Unternehmen, Behörden und Vereinen kurz vor dem Stichtag“ folgend ist sich ungefähr ein Fünftel der Befragten der Thematik nur unzureichend oder überhaupt nicht bewusst.

SEPA – Unternehmen verfolgen Last-Minute-Strategie

Wie aus der Umfrage hervorgeht, setzen die deutschen Unternehmen, Behörden und Vereine verbreitet auf eine Last-Minute-Strategie bei der Umstellung der Zahlungsverfahren. Bis jetzt nutzt lediglich ein Drittel der befragten Unternehmen die SEPA-Überweisung, die meisten Organisationen wollen noch im zweiten Halbjahr 2013 darauf umstellen. Circa 30 Prozent der befragten Unternehmen haben angegeben, die SEPA-Überweisung erst ab dem Stichtag 01. Februar 2014 ausschließlich nutzen zu wollen.

Noch bedenklicher sind die Zahlen und Angaben zum Thema SEPA-Lastschrift. Einen geplanten Termin für die finale Umstellung auf diese Zahlungsmethode konnten 20 Prozent der Befragten noch nicht angeben und viele Unternehmen wollen erst Ende 2013 oder Anfang nächsten Jahres auf die ausschließliche Nutzung von SEPA-Lastschrift umstellen.

Last-Minute-Umstellung – unterschätzte Risiken

Bedenklich ist, dass 11 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass die Umstellung ihrer Systeme auf SEPA erst nach dem Stichtag abgeschlossen sein wird, zumal die meisten Umstellungsschritte erst im letzten Quartal des Jahres 2013 durchgeführt werden sollen. Diese Taktik des Hinauszögerns birgt allerdings nicht unerhebliche Risiken für die reibungslose Abwicklung des Zahlungsverkehrs über den 01. Februar 2014 hinaus.

Besonders das Risiko einer verspäteten Umstellung des Lastschriftverfahrens auf SEPA-Lastschrift birgt für viele Händler Risiken, denn in der Umfrage haben 27 Prozent der Befragten, die vorhaben SEPA-Lastschrift zu nutzen, angegeben, dass sie nicht lange auf das Lastschriftverfahren verzichten können und ihnen ohne bereits nach maximal fünf Tagen Liquiditätsprobleme drohen. Trotz dieser Tatsache fehlt vielen Unternehmen noch immer die notwendige schriftlich vorliegende Einzugsermächtigung, die dann auch für die bereits jetzt bestehenden Lastschrifteinzüge notwendig wird.

Unter den befragten Online-Händlern planen etwa 10 Prozent bereits jetzt die Zahlungsoption Lastschrift in ihren Shops nach der Umstellung nicht mehr anzubieten, womit sicher auch der eine oder andere Kunde verloren gehen dürfte.

Betrachtet man die Gesamtheit der neuen Umfrageergebnisse von ibi research, stellt man fest, dass der Nachholbedarf in Sachen SEPA noch immens hoch ist und die Umstellung auch jetzt, nicht einmal ein halbes Jahr vor dem Stichtag, eher schwerfällig vorangeht. Um einen reibungslosen Zahlungsverkehr gewährleisten zu können und die Umstellung noch rechtzeitig abzuschließen, sollten jetzt auch die letzten Online-Händler und Unternehmer dieses Thema angehen.

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