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Telekom

Pinkbus muss weniger magentafarben sein

Veröffentlicht: 04.09.2020 | Geschrieben von: Yvonne Bachmann | Letzte Aktualisierung: 04.09.2020
Bus Icon vor magentafarbenem Hintergrund

Sei es das Gold der Lindt-Hasen, das Nivea-Blau oder das Rot der Sparkassen. Nicht nur Wörter, Grafiken oder Klänge können als Marke geschützt werden. Auch Farben können seit 1995 unter Umständen als sog. Farbmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen werden. Die Hürden sind allerdings sehr hoch, denn eine Farbmarke kann nur eingetragen werden, wenn sie die sog. Verkehrsdurchsetzung erreicht hat, also die Mehrheit der Menschen die Farbe einer Firma oder einem Produkt zuschreiben. Und der Deutsche sieht nun eben im Zusammenhang mit der Telekom nicht Rot, sondern Magenta.

Telekom verteidigt Farbmarke Magenta 

Kein Wunder, dass die Telekom, die Jahre und Unsummen in den Aufbau dieses Markenimages investiert hat, die Farbe Magenta längst für sich gesichert hat. Wer dem Magenta zu nahe kommt, muss mit Post von den Telekom-Anwälten rechnen. Das haben in der Vergangenheit zahlreiche Rechtsstreitigkeiten gezeigt, etwa mit einem amerikanischen Versicherungsunternehmen.

Jüngst traf es den Busunternehmer Pinkbus. Pinkbus schickte pinkfarbene Busse auf deutsche Straßen. Das Pink kam dem Magenta jedoch nach Auffassung der Telekom zu nahe und es kam zum Streit. „Die Nutzung von Magenta und ähnlichen Farbtönen durch Ihr Haus ist für uns nicht akzeptabel, weil sie Verwechslungsgefahr mit unseren Kennzeichen begründet“, teilte die Telekom dem StartUp mit.

„Pro Fahrzeug entstehen uns Kosten von rund 10.000 Euro“

Weil die gesamte Fernbus-Branche durch die Coronaausfälle ohnehin schon vor dem finanziellen Ruin stehen könnte, hat man offenbar an dieser Front die weiße Fahne gehisst. „Bevor es zum Rechtsstreit vor Gericht kommen konnte, einigten sich die Kölner letztlich mit der Telekom”, schreibt das Handelsblatt vor wenigen Stunden.

Dabei stehen die Chancen nicht aussichtslos, gegen die Vorwürfe der Telekom vorzugehen. Die Busse von Pinkbus sind eben nun mal nicht magentafarben, sondern pinkfarben. Dennoch werden deutsche Straßen künftig wieder etwas weniger bunt sein. Wie Gründerszene schreibt, sollen die Busse ihr Pink zwar nicht gänzlich verlieren. Die Flotte rollt künftig aber nur noch mit einer teilweisen pinkfarbene Bemalung über deutsche Straßen. Schmerzlich für die ohnehin schon gebeutelten Kassen: Laut Gründerszene sollen für die neue Bemalung rund 10.000 Euro pro Bus anfallen.

Über die Autorin

Yvonne Bachmann Expertin für: IT-Recht

Yvonne ist schon seit Beginn ihrer juristischen Laufbahn mit Leib und Seele im IT-Recht unterwegs. Seit Anfang 2013 ist sie als Volljuristin beim Händlerbund tätig und berät dort hilfesuchende Online-Händler in Rechtsfragen rund um ihren Shop. Genausolange berichtet sie bei uns zu Rechtsthemen, welche die E-Commerce-Branche aufwirbeln. 

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