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Wir wurden gefragt: Wie schnell muss das Geld nach einem Widerruf erstattet werden?

Veröffentlicht: 09.06.2015 | Autor: Yvonne Bachmann | Letzte Aktualisierung: 09.06.2015

Das Gesetz räumt dem Verbraucher das Recht ein, die abgegebene Vertragserklärung innerhalb einer Frist von 14 Tagen zu widerrufen. Im Anschluss an diesen Widerruf werden die beiderseits empfangenen Leistungen zurückgewährt, d.h. der Kaufpreis wird zurückerstattet und die Ware zurückgesendet. Aber wie schnell müssen Online-Händler den Kaufpreis erstatten?

Fragen
© Jan Engel / Fotolia.com

Rückzahlung nach Widerruf: 14 Tage

Macht der Kunde von seinem gesetzlichen Widerrufsrecht gebrauch, indem er beispielsweise per Mail den Widerruf erklärt, wird der bestehende Kaufvertrag wieder beseitigt. Es gibt für den Händler also keinen Grund mehr, den Kaufpreis zu behalten. Für die Rückzahlung hat der Gesetzgeber eine eigene Frist festgelegt: Die Kaufpreiserstattung (samt Standardhinsendekosten) hat durch den Verkäufer unverzüglich, spätestens binnen 14 Tagen ab der Widerrufserklärung zu erfolgen.

Zahlungsmittel bei Erstattung

Bei der Durchführung der Rückzahlung bestehen übrigens noch weitere Besonderheiten: Der Unternehmer muss die Rückzahlung unter Verwendung desselben Zahlungsmittels vornehmen, das vom Verbraucher bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt wurde, z.B. ist eine Zahlung über Paypal eingegangen, so ist sie auch über Paypal zurückzuerstatten.

Besonderheit: Zurückbehaltungsrecht

Viele Online-Händler werden nun einwenden, dass die Rückzahlung unsicher sei, wenn er die Ware noch nicht erhalten habe. Die Kunden bekämen dann ihr Geld und die Ware kommt beim Händler nie an. Hier hat der Gesetzgeber jedoch Vorkehrung getroffen und dem Verkäufer ein sog. Zurückbehaltungsrecht eingeräumt. Der Unternehmer darf die Rückzahlung nach einem Widerruf so lange verweigern, bis er die Waren zurückerhalten hat oder der Verbraucher den Nachweis erbracht hat, dass er die Waren abgesandt hat (z.B. durch Einlieferungsbeleg).

Antwort:

Die Rückzahlung des Geldes nach einem Widerruf hat durch den Verkäufer unverzüglich, spätestens binnen 14 Tagen ab der Widerrufserklärung zu erfolgen. Solange die Ware beim Verkäufer nicht eingegangen ist oder der Verbraucher keinen Versendungsnachweis erbracht hat, kann der Händler mit der Rückzahlung aber warten.

Kommentare  

#9 Redaktion 2018-06-11 12:48
Hallo Ast,

deine Schilderungen hören sich so an, dass du in diesem Fall einen Wertersatz verlangen kannst. Den Wertersatz kannst du vom zu erstattenden Kaufpreis abziehen. Das müsstest du deinem Kunden jedoch mitteilen.

Viele Grüße
die Redaktion
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#8 ast 2018-06-06 10:48
Moin,
folgender Fall: Ein Produkt wird zurück gesandt. Für dieses Produkt sind kostenpflichtig softwareseitig Einstellungen vorgenommen worden. Der Kunde hat unautorisiert Änderungen und Hinzufügungen vorgenommen. Diese Eingriffe mussten wieder rückgängig gemacht werden. Dadurch sind Kosten erstanden.
Können diese Kosten dem Kunden in Rechnung gestellt werden, bzw. vom Erstattungsprei s reduziert werden?
Danke für die Antworten.
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#7 dario9212 2017-10-04 14:39
Mit Bitcoin bezahlt mit Bitcoin rückerstattet? Die selbe Menge Bitcoin oder äquivalent zum Momentkurs in Euro? Oder spekuliert der Verkäufer und nimmt innerhalb der Zwei Wochen einen Kurs der ihm angenehmer ist? Wer übernimmt die allgemeinen Bitcoin Transaktionskosten?

Weiß da jemand Bescheid? Will nämlich einen in Bitcoin getätigten Kauf widerrufen.
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#6 Redaktion 2017-08-14 10:56
Hallo Gerhard,

vielen Dank für die interessante Frage zu der wir folgenden Tipp geben möchten:

Wenn der Unternehmer nachweisen kann, dass die Ware von ihm ordnungsgemäß versendet wurde ist er zwar nicht zu einer erneuten Lieferung verpflichtet. Er muss jedoch umgehend den Kaufpreis erstatten. Er darf den Kunden nicht vertrösten, dass die Nachforschung noch nicht abgeschlossen ist. Dem Händler kann daher eine Frist zur Rückzahlung gesetzt werden, beispielsweise eine Frist von sieben Tagen.

Alternative: Wenn der Kunde diese wünscht, kann er den den Händler auch um einen zweiten Versand (Ersatzlieferun g) bitten.

Viele Grüße!

Die Redaktion
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#5 Gerhard 2017-08-11 18:01
"Der Unternehmer darf die Rückzahlung nach einem Widerruf so lange verweigern, bis er die Waren zurückerhalten hat ..."

Darf er das auch, wenn das Paket nie beim Verbraucher angekommen ist? Wenn die Sendung bei DHL verloren gegangen ist und DHL bis zu 4 Wochen braucht, etwas über den Verbleib der Sendung zu sagen?

Aktuell schreibt der Händler in solch einem Fall:
"Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass eine Gutschrift über den Kaufpreis erst nach Abschluss der Untersuchungen bei dem Versandunterneh men erfolgen kann. Diese kann - je nach Umfang zwischen 2-4 Wochen dauern."

Es geht im aktuellen Fall um 425 Euro, die ich als Kunde gern einsetzen würde, um den Artikel, den ich eilig benötige, bei einem anderen Händler zu erwerben.
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#4 Attenberger Sonja 2015-06-30 18:21
Wie ist das mit Sonderanfertigu ngen, muss man das auch zurück erstatten, weil durch den Poststreik hängt das Paket irgendwo, und der Käufer will jetzt sein Geld zurück.
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#3 Kerstin 2015-06-10 20:56
Das muss ich Detlev Recht geben. Es ist schon manchmal erstaunlich was einem da zurück gesandt wird. Wäre wirklich teilweise ein großes Minusgeschäft, wenn man bereits den gesamten Kaufbetrag erstattet hätte und dann nur völlig unnutzbare Ware zurück erhält.
Aber danke für einen weiteren informativen Artikel!
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#2 Sigi B. 2015-06-10 18:52
Es wird meist nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Wir haben hiermit bisher noch keine Probleme gehabt. Wir warten ab, bis die Retoure hier angekommen ist, prüfen die zurück geschickte Ware und erst dann gibt es das Geld zurück. Da hatte bisher auch kein Kunde - der dann ja eigentlich keiner mehr ist - irgend ein Problem.
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#1 Detlev Schäfer 2015-06-10 14:36
Man gut, dass sich das bei den Verbrauchern noch nicht herumgesprochen hat und sie überwiegend der Meinung sind, dass es das Geld erst bei Eingang der Ware gibt. Sonst schicken die jenigen, die die Ware verunstaltet haben, erst auf dem letzten Drücker los und fordern dann die Rückerstattung mit dem Versandbeleg ein. Der Händler zahlt und darf die Ware dann wegschmeißen. Toll.
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