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Weil er kubanische Asseln verkauft, wurde einem Händler das Paypal-Konto gesperrt. Es ist nicht der erste Fall, in dem Paypal das kubanische Handels-Embargo missdeutet.
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Wegen kubanischer Asseln: PayPal-Konto gesperrt
| Kategorie: Allgemein

Zalando verspricht seinen Kunden glückselige Kreisch-Tiraden – zumindest, wenn man den Werbespots glauben mag. Doch seinen Arbeitnehmern scheint diese Glückseligkeit – laut Mitarbeiteraussagen – nicht vergönnt zu sein. Demnach herrscht am Erfurter Standort des Mode-Händlers Missstimmung.

Zalando Karton

Hintergrund der neuerlichen Zalando-Kritik sind Informationen aus den Reihen der Mitarbeiter, die die Arbeitsbedingungen am Zalando-Standort Erfurt anprangern und kürzlich von Deutschland today veröffentlicht wurden.

Die Tarif-Problematik

Die Thüringer Zweigstelle ist nagelneu, doch Tarifverträge soll es nicht geben. Das Unternehmen betont zwar, dass die Arbeitnehmer einen Tarif-entsprechenden Lohn nach regionalen Standards der Logistik-Branche erhalten und der Einstiegslohn bei 8,79 Euro liegt, doch ohne tariflichen Vertrag ist dies für viele nicht zufriedenstellend.

Zudem muss darauf verwiesen werden, dass Mitarbeiter von Amazon mit analogem Arbeitsgebiet auf Vergütung nach Einzel- und Versandhandelsstandard und nicht nach Logistik-Maßstäben drängen. Zalando betont, dass Mitarbeiter Vergünstigungen wie Mitarbeiterrabatte und Ermäßigungen beim Kantinenessen nutzen können.

Klimaanlagen sollen nachgerüstet werden

Ein Beschäftigter beklagte gegenüber Deutschland today zudem das Fehlen von Klimaanlagen und die dadurch entstehenden unzumutbaren Arbeitsbedingungen: "Es fallen täglich drei Leute um, weil drinnen eine Bullenhitze ist". Eine Anpassung der Arbeitsbedingen bei Zalando dahingehend ist dem Unternehmen zufolge bereits in Planung: „Wie in jedem produzierenden oder logistischen Betrieb, müssen wir […] ein normales Arbeiten zulassen. Hier sammeln wir in Erfurt gerade im ersten Sommer erste Erfahrungen. Eine Klimaanlage haben wir vor Ort in Erfurt noch nicht installiert. Wenn wir erkennen, an welchen Stellen eine Klimaanlage notwendig sein wird, rüsten wir nach.“

Als eine weitere Kuriosität in den Arbeitsvorschriften wurde der Umstand angeprangert, dass aus den Arbeitshallen alle Uhren entfernt wurden, um unmotivierte und nachlassende Arbeitsleistungen zu verhindern. In seiner Stellungnahme verweist Zalando darauf, dass es „von Anfang an Uhren im gesamten Produktionsbereich [gab]. Diese wurden temporär abgehängt, um sie durch neue Uhren mit größerem Display zu ersetzen, damit unsere Mitarbeiter die Zeiten auch auf größere Distanzen ablesen können.“

Zalando: „die Bereitstellung angemessener sanitärer Anlagen“ bereits umgesetzt

Auf die kritischen Aussagen reagiert Zalando, indem das Unternehmen seine vielen positiven Errungenschaften und Entwicklungen seit den letztjährigen Protesten gegen die Arbeitsbedingungen hervorhebt: „Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen zählen die gleiche Entlohnung für eigene Angestellte und Zeitarbeitskräfte, die Bereitstellung angemessener sanitärer Anlagen, mehr Spinde für die Mitarbeiter sowie die kostenlose Bereitstellung von Wasser und Obst. Die Erweiterung von Pausen- und Sozialflächen ist zum Teil schon fertiggestellt oder befindet sich aktuell in der Umsetzung.“

„Nur mit zufriedenen Mitarbeitern und guten Arbeitsbedingungen können wir unserem Serviceversprechen an die Kunden gerecht werden. Deshalb werden wir weiterhin aktiv daran arbeiten, entstehende Herausforderungen immer im Sinne unserer Mitarbeiter zu meistern“, so ein Sprecher des Unternehmens weiter.

Die Arbeitsbedingungen von Zalando befinden sich demzufolge auf dem richtigen Weg. Es bleibt allerdings ein bitterer Beigeschmack, auch weil ein Großunternehmen wie Zalando, das im Jahr 2012 laut Medienangaben über eine Milliarde Euro Umsatz verbuchen konnte, sich unter anderem mit der „Bereitstellung angemessener sanitärer Anlagen“ rühmt.

Geschrieben von Ariane Nölte
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KOMMENTARE  
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Pb
2013-07-02 10:21 | #2
Hier gibt es auch noch einen schönen Artikel zum Thema.
http://whats-up-in.berlinvalley.com/amazon-und-zalando-sind-das-neue-shell-was-will-der-konsument-eigentlich/
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Marc
2013-06-27 12:40 | #1
Die Doppelmoral der Investoren und selbst ernannten Enterpreneure ist mir völlig unverständlich.
Wie kann man sich selbst auf die Schulter klopfen wenn Mitarbeiter wie in Legebatterien arbeiten müssen
während bei CEO Dinner tausende von Euro ausgegeben werden?

Sitzen bei Lieferheld tatsächlich alle Mitarbeiter in einem Raum und die CEOS warten auf den Exit?

Ist diese Vorgehensweise föderungswürdig ? Mich würden weitere Meinungen dazu interessieren?


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