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Die Fülle an Werbung in den sozialen Netzwerken macht es für Nutzer immer schwieriger, diese auch als Werbung zu identifizieren.
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Studie: Social-Media-Nutzer erkennen Werbung nur schwer
| Kategorie: Studien

Ad Fraud bzw. Werbebetrug ist keine Seltenheit. Immer wieder liest man von Fällen, die aufgedeckt wurden. Doch eine neue Studie von Google zeigt jetzt, wie extrem der jährliche Schaden ist. Dabei ist die Masche der Betrüger ganz einfach: Es wir einfach mehr Werbung verkauft als auf den gebuchten Seiten tatsächlich abgespielt werden kann.

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© Prabowo96 – shutterstock.com

Werbung ist im Netz allgegenwärtig. Ob Banner, Textanzeigen oder Videos – für einige Seiten ist Werbung sogar die einzige Einnahmequelle. In der Branche wird viel Geld bewegt, was jedoch auch Betrüger anzieht. Und die richten einen großen finanziellen Schaden an. Wie hoch dieser ist, ließ sich bisher nur raten. Google hat nun allerdings mit zwei Dutzend anderer großer Portale wie der New York Times, der Washington Post und Business Insider eine Studie durchgeführt, in der der jährliche Schaden auf 1,27 Milliarden US-Dollar beziffert wird.

Einfache Betrugsmasche mit viel Erfolg

Die Betrüger nutzen dabei die Unübersichtlichkeit des Systems aus. Wie der GoogleWatchBlog erklärt, könnte das Geschäft mit der Online-Werbung eigentlich ganz einfach sein: A kauft Werbeplätze bei B die dann wiederum bei allen C-Webseiten ausgeliefert werden. Allerdings ist das System durch viele Zwischenhändler kompliziert und unübersichtlich geworden. Kaum eine größere Webseite weiß noch, wer Werbung schaltet bzw. woher die Banner kommen. Allerdings haben auch die Inserenten den Überblick dahingehend verloren, wo ihre Anzeigen überall zu sehen sind und über welches Werbenetzwerk sie gerade ausgeliefert werden.

Betrüger machen sich genau diesen Zustand, dass eigentlich kein Werbekunde mehr so recht weiß, an wen genau er Werbegelder zahlt, zu Nutze. Die Google-Studie fand heraus, dass gebuchte Werbeanzeigen auf den großen Plattformen niemals die Nutzer erreichte – aber dennoch von den Inserenten bezahlt wurde. Der Kreis der Betrogenen ist groß. So wurden zum Beispiel dreimal so viele Werbeplätze verkauft wie durch den Traffic überhaupt ausgespielt werden können. Das entspricht 3,5 Millionen Dollar Werbebudget pro Tag bzw. 1,27 Milliarden Dollar pro Jahr.

Besonders beliebt: Videos

Geld verlangen konnten die Betrüger, da sie die Werbeanzeigen oft auf gefälschten Websites, die dann etwa Botnetze abrufen, ausgespielt hatten. Durch die gefälschten Zugriffe wird den Werbetreibenden vorgegaukelt, dass die Werbung tatsächlich angezeigt wird.

Nach Angaben von heise.de sind Video-Anzeigen für die Betrüger von besonderem Interesse, da hier besonders viel Geld zu holen ist. Die Studie offenbart die extremen Zustände: Auf den untersuchten Werbemarktplätzen fanden die Autoren Angebote für 57-mal so viele Werbeabrufe als auf den betroffenen Domains tatsächlich ausgespielt werden konnten. Nach Googles Angaben wurden insgesamt täglich rund 700 Millionen falsche Buchungen für Werbevideos entdeckt.

Insgesamt konnten die Studien-Autoren 994 Konten auf 24 Online-Marktplätzen identifizieren, die betrügerisches Werbeinventar anboten. Nach Deaktivierung der Accounts soll laut heise.de das Marktvolumen in den vergangenen Wochen bereits wesentlich abgenommen haben.

Eine richtige Lösung für Werbebetrug gibt es bisher nicht, jedoch empfiehlt Google das Projekt Ads.txt. Wie stark Google von dem Werbebetrug betroffen ist, wird in der Studie nicht bekannt gemacht. Jedoch dürfte man davon ausgehen, dass Google als größter Werbeanbieter weltweit ebenfalls stark davon betroffen ist.

Geschrieben von Julia Ptock
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KOMMENTARE  
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Thoralf
2017-12-14 06:24 | #1
Klar kommt die Studie von Google, schließlich möchte man dass Werbung direkt dort gebucht wird. ;)

"Dabei ist die Masche der Betrüger ganz einfach: Es wir einfach mehr Werbung verkauft als auf den gebuchten Seiten tatsächlich abgespielt werden kann."

EINE Masche von vielen btw. - seit jeder unbedingt Influencermarke ting machen möchte steigt auch hier die Fraudrate. Im Grunde die gleiche Masche: Fakeprofile mit simuliertem Engagement greifen Werbebudget ab. Und Klickfarmen haben selbst A-Publisher noch lange nicht im Griff.

Ansonsten: spam follows money. Wo viel zu holen ist, wird die Zahl der Betrüger naturgemäß höher sein. Wenn man also mal wieder das 52 $ KW targeten will...

Wenn ich von eigenen Erfahrungen ausgehe dürfte die Dunkelziffer mindestens noch einmal um den Faktor 10 höher sein.
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