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E-Commerce: Tod dem stationären Handel? Eher nicht...

Veröffentlicht: 19.12.2013 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 19.12.2013

Schon vor Jahren glaubten Kritiker an den Zerfall des stationären Geschäfts. Da es durchaus Verkäufer gibt und gab, die dem Druck des E-Commerce nicht standhalten konnten, nahmen Einige das Schlimmste an und weissagten dem Einzelhandel eine düstere Zukunft: Ausgestorbene Innenstädte und einen verlassenen Einzelhandel.

E-Commerce: Tot dem stationären Handel?

(Bildquelle Online gegen Offline: sibgat via Shutterstock)

Doch der Einzelhandel lebt! Das zumindest behauptet ein neuer Beitrag in dem wissenschaftlichen Magazin Technology Review, das sich mit lebensverändernden Technologien wie Bio-, Nano- und Energietechniken befasst. Dort geht der Professor Avi Goldfarb von der Universität Toronto davon aus, dass es eine separate und unabhängige Online-Welt gar nicht gibt. Ganz im Gegenteil: Auch das digitale Universum sei immer im Kontext der stationären, physischen Welt verankert.

Denn auch, wenn wir im digitalen Zeitalter völlig im Internet aufgehen und uns dort frei entfalten können, so werden wir doch von der „realen“, physischen Welt beeinflusst. Sie hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unseren individuellen Geschmack, auf unser Wesen und unsere Vorlieben. Goldfarb verweist darauf, dass Kunden durchaus sowohl die Möglichkeiten als auch die Nachteile vom Online- und Einzelhandel abwägen und dass sich die beiden Kanäle auch bedingen können.

Als Beispiel nennt er eine selbst angestellte Untersuchung an verschiedenen Orten in den Vereinigten Staaten. Gerade abseits großer Städte profitieren die Menschen von dem „Death of Distance“ – der Irrelevanz großer Entfernungen, da der Online-Handel auch abgelegene Regionen bedienen kann. Nachdem jedoch in solchen Städten Filialen großer Einkaufsketten oder Buchunternehmen öffneten, konnte der Einzelhandel Amazon viele Kunden entreißen, die nun lieber (zumindest bei Mainstream-Artikeln) stationär kauften.

Es lassen sich darüber hinaus auch zahlreiche Beispiele finden, bei denen sich Kunden von der digitalen Welt inspirieren lassen und dann schnellstmöglich die Waren stationär kaufen – ohne Wartezeit, ohne technische Komplikationen. Doch die Zukunft liegt wohl in der Kombination von beiden:

„Es ist aber schon heute klar, dass Offline-Läden davon profitieren, wenn sie Online-Kanäle nutzen. Gleichzeitig müssen aber auch die E-Commerce-Anbieter verstehen, wie und wo ihr Kunde lebt.“ Anders formuliert: Mit den richtigen Unternehmensstrategien können der E-Commerce und der Einzelhandel voneinander profitieren. Mittlerweile gibt es viele große und kleine Händler, die sich nicht nur ein Standbein aufgebaut haben, sondern mit einem gut durchdachten Multi-Channeling große Erfolge feiern.

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