Abgasskandal: Deutsche See verklagt VW

Veröffentlicht: 06.02.2017 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 06.02.2017

Bereits im Sommer 2016 ließ der Online-Händler Deutsche See seinen Unmut über den Abgasskandal verlauten (wir berichteten). Als Großkunde von VW fühle sich das Unternehmen von dem Autobauer hintergangen und prüfe auch rechtliche Schritte, hieß es damals. Nun hat Deutsche See seine Ankündigung in die Tat umgesetzt.

Verrostetes VW-Logo
Lukassek / Shutterstock, Inc.

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ein erster Großkunde von VW wegen des Abgasskandals vor Gericht zieht. Dieser erste Großkunde ist nun Deutsche See mit rund 500 betroffenen Fahrzeugen. Der Fischhändler hat beim Landgericht Braunschweig Ende vergangener Woche Klage gegen den Autobauer eingereicht. Darin werde VW „arglistige Täuschung“ vorgeworfen, wie Reuters mit Verweis auf Bild am Sonntag schreibt.

Deutsche See soll im Zuge der Klage die Erstattung von Leasing-Raten und Wartungskosten fordern – und das in Höhe von 11,9 Millionen Euro.

Deutsche See hatte Flotte auf VW umgerüstet – zum Wohle der Umwelt

Hintergrund der Klage ist eine Umrüstung der kompletten Autoflotte von Deutsche See im Jahr 2010. Damals war der Händler mit Blick auf die Umwelt eine Partnerschaft mit VW eingegangen, weil der Autobauer „das umweltfreundlichste, nachhaltigste Mobilitätskonzept versprochen hat“, kommentiert Deutsche See in einer Pressemitteilung. Man wollte laut Vereinbarung „den gesamten Nutzfahrzeug- und PKW-Bereich auf eine ganzheitliche, schadstoffarme sowie elektroangetriebene Flotte umzustellen“ und gemeinsam eine umweltfreundliche und zukunftsweisende Mobilitätsstrategie umsetzen.

Im Zuge des Abgasskandals kam dann heraus, dass VW manipulierende Technik eingesetzt hat, um die Abgaswerte der eigenen Fahrzeuge zu optimieren. Damit habe VW ganz bewusst gegen „den Geist der gemeinsamen Vereinbarungen verstoßen“. Überdies habe Deutsche See bei der Umsetzung anvisierter, nachhaltiger Projekte keine Unterstützung von VW erfahren.

Gespräche zur gütlichen Einigung seien gescheitert, sodass sich Deutsche See nun zu einer Klage entschlossen habe. Egbert Miebach, Geschäftsführender Gesellschafter von Deutsche See, sagte: „Wir sind tief enttäuscht über VW und fühlen uns hingehalten und betrogen, da die gemeinsam angedachte Partnerschaft im Bereich der umweltfreundlichen Mobilität nur von unserer Seite eingehalten wurde. Entsprechende Gespräche, dieses zu verändern, wurden von Seiten VW abgeblockt.“

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