Test in den USA

Amazon bietet E-Mail-Marketing für Marktplatz-Händler

Veröffentlicht: 26.04.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 27.04.2021
Amazon auf Smartphone auf Tastatur

Ohne Tools zur Kundenbindung ist es schwer, Käufer immer wieder zu locken. Bis dato können Amazon-Händler außerhalb der Bestellung kaum Kontakt zu ihren Kunden aufnehmen – das könnte sich aber ändern. Amazon testet derzeit eine Funktion, mit der Marktplatz-Händler Kunden, die ihrem Store folgen, via E-Mails über neue Produkte und Aktionen informieren können, berichtet cnbc.

Das neue Feature nennt sich Manage Your Customer Engagement (MYCE). Es ist aber im Test nur für Amazon-Händler mit einem Store verfügbar, die bei der Brand Registry registriert sind. Dort sind derzeit rund 350.000 Marken vertreten.

Amazons neues Marketing-Tool für Marktplatz-Händler: Manage Your Customer Engagement

„Mit Manage Your Customer Engagement können Sie direkt an Amazon-Kunden vermarkten, die Ihrer Marke folgen. MYCE hilft Ihrer Marke, loyale Beziehungen zu Amazon-Kunden aufzubauen und hilft, die Sichtbarkeit Ihrer neuen Produkte zu erhöhen“, erklärt Amazon dazu. Die jeweiligen Marketing-Kampagnen werden außerdem auch von einem Amazon-Moderationsteam überprüft, was bis zu drei Tage dauern kann.

Amazon hat eine derartige Kundenbindung zwischen Drittanbieter auf dem Marktplatz und Online-Kunde bisher eher verhindert. Jetzt scheint das Unternehmen damit einen Schritt auf beide zuzugehen und mehr Service bieten zu wollen – immerhin haben große Konkurrenten wie Shopify vergleichbare Funktionen längst im Angebot. „Amazon betrachtet die Kunden als ’Amazons Kunden’ und nicht als unsere“, kritisiert etwa Ash Crawford vom Kaffee- und Teehersteller Quivr. „Dieses Tool scheint eine Lockerung dieser Beschränkungen zu sein und eine kontrollierte Möglichkeit, Kunden für unsere Produkte zu erreichen und mit ihnen in Kontakt zu treten.“

Amazon lässt Händler nicht in die Daten blicken

Amazon würde so das Vertrauen der Kunden zu den Stores-Händlern stärken und die Kunden des jeweiligen Shops auch auf dem Marktplatz halten, erklärt Fahim Naim von der Beratungsfirma eShopportunity. „Amazon möchte, dass Sie die Marke, an die Sie denken, besser kennen, denn dann gehen Sie zurück auf die Plattform, um es dort zu kaufen.“

Amazon gibt die Kontaktinformationen der Kunden jedoch nicht weiter. Der Online-Marktplatz stellt den Test-Unternehmen außerdem aggregierte Daten zur Verfügung, die ihnen etwa zeigen, wie viele E-Mails verschickt werden.

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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