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| Kategorie: Veranstaltungen

Ist Künstliche Intelligenz die Zukunft oder die Gegenwart? Der Tenor auf den ersten AI Masters: Beides. Den enormen Chancen stehen aber nach wie vor große Vorbehalte gegenüber – selbst innerhalb der Branche.

AI Masters Keynote, Tim Leberecht

© AI Masters

Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, Deep Learning, Blockchain – Buzzwords, die aktuell nicht nur die digitale Welt bewegen. Bei den ersten AI Masters in Berlin sind sich Speaker wie Teilnehmer einig: AI verändert aktuell und in Zukunft quasi alle Branchen. Die Durchdringung entsprechender Technologien in den Unternehmen selbst scheint allerdings noch vergleichsweise gering zu sein. Fragt man die Teilnehmer, ob sie denn schon mit Künstlicher Intelligenz oder verwandten Systemen arbeiten, sind die Reaktionen eher zaghaft. Allen gemein ist das Interesse.

Viel eklatanter ist aber der Verteidigungsreflex, den man offenbar selbst auf einer Fachkonferenz nicht aus den Menschen herausbekommt. Geht es um KI, fühlt man sich noch immer bemüßigt, auf die Gefahren hinzuweisen. „Bei den Menschen herrscht immer noch Angst vor selbstlernenden Systemen vor“, hört man dann oder „Wichtig ist, dass man die Technologie auch kontrollieren kann“. Nicht nur einmal fällt im DBB Forum Berlin das Beispiel „Terminator“ mit dem bösen KI-System Skynet. Beispiele aus Film und Literatur gibt es viele und in der Regel übernimmt der Computer die Funktion des Bösen, in den Köpfen ist stets die Dystopie, nicht die mögliche Utopie.

„Romance in business“

Stellvertretend steht die hervorragende Keynote von Tim Leberecht von der Business Romantic Society. Leberecht sei Romantiker und er fordert wieder mehr Romantik und Menschlichkeit in der Digitalisierung. Er zieht gar Vergleiche mit der Romantik-Bewegung, die in der aufkommenden Industrialisierung für Menschlichkeit in einer zunehmend entmenschlichten, von Produktionswahn getriebenen Gesellschaft stand. Heute seien die Entwicklungen ähnlich, soziale Medien „connecten“ die Menschen zwar, aber trieben sie in die Einsamkeit, permanenter Erfolgsdruck und Optimierungs-Mentalität belasten die Seele. Es brauche mehr „Romantik im Business“.

Damit schlägt er die Brücke zur AI, denn, und auch an dieser Stelle ist man sich einig, diese biete, neben den heraufbeschworenen Gefahren, eben auch enorme Chancen. Künstliche Intelligenz kann kreative Kraft sein oder zumindest Kreativität befördern. Sie wird selbst nie Künstler sein, kann in kreativen Berufen etwa aber lästige Arbeit abnehmen.

Vage Telekom, handfeste Otto.de-Projekte

Die weiteren Speaker versuchen sich weniger an Meta-Überlegungen, sondern werden konkret oder versuchen dies zumindest. Wer konkrete Bauanleitungen für seinen eigenen Alexa-Ableger erwartet, wird enttäuscht, wer aber Anregungen und Use Cases sucht, wird bei den AI Masters reich bedient. Miles Lynam-Smith von der Deutschen Telekom bleibt noch eher im Ungefähren. Man habe seit 2 ½ Jahren ein eigenes AI-Programm, aus dem ein Chatbot hervorgegangen ist, man müsse interdisziplinär und mit flachen Hierarchien arbeiten, man müsse Dinge „anders“ machen und eben einfach machen. Überraschend konkret zeigt sich Otto.de-CMO Marc Opelt. Er stellt gleich eine Reihe von Projekten vor: Maschinelles Lernen und Image Mining in der Bild-Erkennung, Anstrengungen im Conversational Commerce (Chatbot „Klara“), die Arbeit an einer eigenen Smart Search bis hin zu Prognosen in der Inbound-Logistik und Gebotsindividualisierung in der Werbeausspielung. 70 Mitarbeiter gehören mittlerweile zum internen AI-Team. Dr. Timo Christophersen wird später beim Thema Bilderkennung mittels Deep Learning noch konkreter und erläutert, wie Otto.de die Technologie konkret einsetzt.

Diesen Use-Case-Fokus sollten sich die AI Masters künftig beibehalten und noch intensivieren. Denn im kommenden Jahr dürften nicht nur fünf, sechs zaghafte Hände nach oben gehen, wenn die Frage gestellt wird, wer Künstliche Intelligenz oder Deep Learning einsetzt. Die kleine Konferenz war ausverkauft, die Nachfrage dürfte dennoch steigen. Denn „klassisch“ wird es künftig nicht mehr gehen. AI ist gekommen, um zu bleiben.

Geschrieben von Christoph Pech
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