Lovoo: Dating-App geht für 65 Millionen Dollar an The Meet Group

Veröffentlicht: 20.09.2017 | Geschrieben von: Christian Laude Alt | Letzte Aktualisierung: 20.09.2017

Die US-amerikanische Meet Group übernimmt die deutsche Dating-App Lovoo für 65 Millionen Dollar. Weitere 5 Millionen könnten hinzukommen, wenn Lovoo bis zum Ende des Jahres ein bestimmtes Umsatzziel erreicht.

Flirtendes Paar im Restaurant

© Lucky Business - Shutterstock.com

Für stolze 65 Millionen Euro geht die deutsche Dating-App Lovoo an die US-amerikanische Meet Group, die bereits verschiedene Unternehmen aus dieser Sparte im Portfolio hat. Lovoo selbst spricht von „einer bedingten Earn-out-Komponente von 5 Millionen US-Dollar“. Das bedeutet, dass dieser Betrag hinzuaddiert werden könnte, sobald Lovoo bis zum Ende des Jahres einen bestimmten Umsatz erzielt, wie auch Gründerszene berichtet.

„Wir freuen uns sehr darüber, unsere globale Präsenz auszubauen und mit Lovoo ein rentables Wachstumsunternehmen in unser App-Portfolio aufzunehmen“, meint Meet-Group-Geschäftsführer Geoff Cook. „Lovoo ist unsere dritte strategische Übernahme in zwölf Monaten und wird künftig gemessen am Traffic unsere größte Einzel-App sein.“ Meet-Group-CFO David Clark führt weiter aus: „Wir rechnen damit, die Übernahme im Oktober 2017 abzuschließen und mit dem Kauf von Lovoo für 2018 und darüber hinaus einen positiven Ergebnisbeitrag und zusätzliche freie Cashflows zu erzielen.“

Lovoo hatte mit Skandalen zu kämpfen

Im Zuge der Übernahme liefert Lovoo einige Einblicke in die aktuelle Lage des Unternehmens. So hat Lovoo rund 100 Mitarbeiter in Berlin und Dresden, die voraussichtlich auch erhalten bleiben sollen. Die App verzeichnet 47.000 neue Registrierungen pro Tag und ist laut eigenen Angaben „die führende Dating-App in der gesamten DACH-Region“. Der Umsatz der letzten zwölf Monate lag bei 27,2 Millionen Euro, wobei sich die Umsatzquellen wie folgt aufteilen: 48 Prozent Abonnements, 28 Prozent Werbung und 24 Prozent In-App-Käufe.

Lovoo stand in der Vergangenheit massiv in der Kritik. Im Juni 2016 durchsuchten das Landeskriminalamt Sachsen und die Staatsanwaltschaft Dresden 16 Wohnungen und die Firmen-Räume der Dating-App. Lovoo soll Nutzer der App bewusst mit Fake-Profilen betrogen haben, weswegen Mitarbeitern des Unternehmens gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen wurde. Dabei kam es sogar zu Festnahmen der Geschäftsführer.

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