Neue Google-Geräte: Pixel 2, Home Mini und der Babelfisch-Kopfhörer

Veröffentlicht: 05.10.2017 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 05.10.2017

Mit seinen gestern vorgestellten neuen Geräten richtet Google eine klare Kampfansage an die Konkurrenz. Vor allem die neuen Kopfhörer, die Google Pixel Buds, verblüffen.

Google Pixel 2

© Google

Am gestrigen Mittwoch hat Google die nächste Generation seiner Hardware vorgestellt, die Google die „Schnittstelle von Hardware, Software und fortgeschrittener künstlicher Intelligenz (AI)“ nennt. Die großen Neuigkeiten waren zunächst keine Überraschungen: Neue Pixel-Smartphones, ein smarter Mini-Lautsprecher und die VR-Brille Daydream VR waren erwartbar. Überraschen konnte Google mit den Pixel Buds. Die Kopfhörer kommen analog zu Apples iBuds ohne Kabel aus und kommunizieren via Bluetooth mit dem Smartphone. Besonders werden sie durch ihre Funktionen abseits von der Tonwiedergabe. Allen gemein ist die enge Verzahnung mit dem Google Assistant.

Smartphones: Pixel 2 und Pixel 2 XL

Das Flaggschiff der Geräte-Offensive von Google sind die neuen Smartphones Pixel 2 und Pixel 2 XL. In diese ist natürlich der Google Assistant als smarter Sprachassistent integriert. Spannend dabei ist die neue Active-Edge-Funktion: Der Assistent lässt sich auf Wunsch durch Drücken des Rahmens aktivieren – prinzipiell also wie die Bixby-Taste bei Samsung, nur stromlinienförmiger und intelligenter integriert. Außerdem ist nun auch Google Lens an Bord. Sieht der Nutzer etwa ein Gemälde, welches ihm gefällt, so kann er über ein Foto herausfinden, wer zum Beispiel der Maler ist. Die Pixel-Smartphones laufen mit der aktuellen Android-Version 8.0 Oreo, sind wasser- und staubabweisend und versprechen eine kompetente Schnelllade-Funktion. Mit 799 Euro für das Pixel 2 (5-Zoll-Display) und 939 Euro für das Pixel 2 XL (6-Zoll-Display) tritt Google in direkte Konkurrenz zu Samsungs High-End-Geräten, bleibt aber klar unter dem neuen iPhone.

Google Home Mini

Der neue Google Home MiniEs war nur eine Frage der Zeit, bis der sprachgesteuerte Lautsprecher Google Home einen kleinen Bruder bekommt, nun wurde der Google Home Mini auch offiziell vorgestellt. Damit will sich Google recht eindeutig gegen den Echo Dot von Amazon positionieren. Das Herz ist auch hier der Google Assistant, mit dem sich das Smart Home steuern, Musik abspielen oder Google durchsuchen lässt. Dank Voice Match ist es möglich, bis zu sechs verschiedene personalisierte Profile anzulegen. Der kleine Lautsprecher ist ab sofort für 59 Euro erhältlich und kostet damit genauso viel wie der Echo Dot. Clever: Wer ein Pixel 2 oder Pixel 2 XL vorbestellt, bekommt den Home Mini gratis dazu.

Mit Actions on Google, das nun auch auf Deutsch verfügbar ist, hat das Unternehmen seine eigene Variante der Alexa Skills im Portfolio. Damit lassen sich eigene Dienste einbinden, die man über den Home Mini oder andere Geräte mit Google Assistant nutzen kann.

Daydream View ab November in Deutschland

Daydream ViewGoogles Virtual-Reality-Brille Daydream kommt im November nun auch nach Deutschland. Das 109 Euro teure Headset funktioniert wie Samsungs Gear VR nur in Verbindung mit einem kompatiblen Smartphone. Google nennt u. a. die neuen Pixel-Geräte, Samsungs Galaxy 8-Familie und das LG V30. Die großen Worte, mit denen die Brille beworben wird – die „erste Wahl für ein einzigartiges Erlebnis“, „erstaunliche Qualität“ – klingen mittlerweile etwas abgeschmackt. Ob Google dem Hype wirklich Momentum verschafft, bleibt eher abzuwarten.

Pixel Buds: Der Babelfisch ist da

Google Pixel BudsDas gar nicht so heimliche Highlight des Tages waren die Google Pixel Buds, die ab November für 179 Euro erhältlich sind. Wie Apple mit seinen iBuds verzichtet Google bei seinen neuen Kopfhörern auf Kabel und setzt auf Bluetooth. Der Tod der Kopfhörerbuchse rückt näher, Klangenthusiasten wird das allerdings weniger freuen. Bei den Pixel Buds handelt es sich aber nicht nur um schnöde Kopfhörer, denn auch diese sind smart und beherbergen den Google Assistant: Mit Druck auf den rechten Kopfhörer kann man den Assistenten bitten, bestimmte Songs abzuspielen, eine Wegbeschreibung zu geben oder auch aktuelle Nachrichten vorzulesen. Die Antworten kann der Nutzer direkt diktieren, ohne sie eintippen zu müssen.

Der große Clou ist aber die integrierte Übersetzungsfunktion, die versierte Leser von Douglas Adams‘ „Per Anhalter durch die Galaxis“ aufhorchen lässt. Denn die Pixel Buds bringen einen integrierten Babelfisch mit. Sagt der Nutzer dem Google Assistant „Hilf mir, spanisch zu sprechen“, soll man sich auch ohne Fremdsprachenkenntnisse mit den Einheimischen unterhalten können. Der Nutzer spricht deutsch und der Assistent übersetzt es in Echtzeit und gibt es dem Gegenüber spanisch wieder. Umgekehrt übersetzt es die spanischen Ausführungen für den Nutzer auf Deutsch.

Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein, und muss sich im Alltag erst einmal erweisen, aber mit diesem einen Feature könnte Google noch für viel Aufsehen sorgen. Bei all den erwartbaren Veröffentlichungen schafft sich das Unternehmen mit dieser Idee ein Alleinstellungsmerkmal, selbst wenn es im Gebrauch die vorprogrammierten Kinderkrankheiten geben sollte. Mit Pixel-Smartphone, Home Mini und Daydream VR setzt sich Google einem schwierigen Konkurrenzkampf aus, aber mit übersetzenden Kopfhörern gibt man auch ebenjener Konkurrenz ein paar Hausaufgaben mit auf den Weg.

Über den Autor

Christoph Pech
Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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