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Personalisierte Zigarettenwerbung: Philip Morris testet Gesichtserkennung

Veröffentlicht: 04.07.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 04.07.2018

Um zielgenaue Werbung auszuspielen, testet der Tabakkonzern Philip Morris aktuell die Gesichtserkennung in zwei Wiener Kiosken. Je nach Alter und Geschlecht werden den Kunden unterschiedliche Zigarettenmarken angepriesen. Das Vorhaben hat bereits Datenschützer auf den Plan gerufen.

Konzept Gesichtserkennung
© all_is_magic / shutterstock.com

Um passgenaue Werbung auf den jeweiligen Kunden auszuspielen, testet Philip Morris aktuell Marketing gepaart mit Gesichtserkennung. In zwei Wiener Kiosken wurden Kameras aufgestellt, die jeweils das Geschlecht und das Alter des Kunden erkennen. Je nachdem, ob auf den Konsumenten die Attribute männlich oder weiblich und über oder unter 30 Jahre zutreffen, werden auf den im Laden aufgehängten Anzeigetafeln unterschiedliche Zigarettenmarken beworben. Der Test soll vorerst für vier Wochen laufen und „Erkenntnisse über die Kundenfrequenzen in den Verkaufsstellen“ liefern, wie bei Futurezone zu lesen ist.

Vorgehen lässt bereits Datenschützer aufhorchen

Eine derartige Technik ruft natürlich auch über kurz oder lang die Datenschützer auf den Plan. Bereits in der Vergangenheit wurden Unternehmen, die Gesichtserkennung zu Marketingzwecken eingesetzt haben, gerügt. So erlebte eine Apotheke in Linz für derartige Gesichtsscans einen Shitstorm im Internet und musste den Test entsprechend wieder einstellen. Auch Real musste sich im vergangenen Jahr bei einem ähnlichen Test mit den Datenschützern auseinandersetzen.

Bei Philip Morris versichert man inzwischen, dass diese Gesichtserkennung lediglich anonymisierte Zahlenreihen liefere und keine Bilder gespeichert werden. „Bei der Ermittlung wird weder von uns noch von unserem Dienstleister eine Identifizierung oder Wiedererkennung von Personen vorgenommen. Es werden keine personenbezogenen Daten gespeichert. Sie werden auch nicht mit anderen Daten verknüpft“, so Claudia Oeking, Leiterin Corporate Affairs bei Philip Morris Austria.

Hinweise für den Einsatz der Gesichtserkennung in den Kiosken ist laut Oeking nicht notwendig: „Wir schauen uns nicht die Person an, sondern erheben rein statistische Merkmale, die auf Wahrscheinlichkeit beruhen.“ Sollte es dennoch zu Beschwerden kommen, muss nach den neuen EU-Datenschutzregeln die gesetzeskonforme Datenverarbeitung von Philip Morris nachgewiesen werden, betont die österreichische Datenschutzbehörde.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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