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Neue Maßnahmen gegen Betrüger

Bundesländer wollen gegen Fake-Shops vorgehen

Veröffentlicht: 24.05.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 24.05.2019
Mann mit Maske vor dem Gesicht

Fake-Shops sind nach wie vor ein massives Problem im Online-Handel. Sie locken Verbraucher mit unschlagbaren Preisen, behalten das gezahlte Geld ein, verschicken aber keine Ware. Wenig später verschwinden die Shops häufig von der Bildoberfläche und tauchen später mit neuem Namen wieder auf.

Dass solche Betrugsstrategien durchaus funktionieren, zeigt die Praxis: Insgesamt vier Millionen Kunden in Deutschland sollen bereits auf Fake-Shops hereingefallen sein. „Die Zahl ist erschreckend hoch“, zitiert die Süddeutsche Zeitung Peter Hauk, Verbraucherschutzminister von Baden-Württemberg. „Und wir wissen, dass die Zahl der Fake-Shops zunimmt.“ Aus diesem Grund wollen die Verbraucherschutzminister der Länder gemeinsam neue Strategien verfolgen und Maßnahmen ergreifen, um dem Problem entgegenzuwirken.

Fake-Shop-Betreiber arbeiten oft agil und schnell

Am heutigen Freitag soll dazu ein entsprechender Beschluss gefasst werden: Ein wichtiger Punkt im Rahmen dieses Beschlusses sei nach Informationen der Süddeutschen und des NDR die Forderung nach einer zentralen Ansprechstelle bei den Ermittlungsbehörden. Diese Stelle solle künftig gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband den Kampf gegen betrügerische Fake-Shops aufnehmen.

Bis dato seien entsprechende Maßnahmen gegen Fake-Shop-Betreiber „allenfalls schleppend oder unzureichend“ gelaufen. Grund hierfür sei allerdings nicht etwa die mangelhafte Arbeit der Behörden, sondern die Vorgehensweise der Betrüger – diese zeigen sich in der Praxis äußerst agil und schnell. „Oftmals ist ein Fake-Shop nur wenige Tage online und das verknüpfte Bankkonto unter falschem Namen gemeldet. Wenn die Behörden erstmals Wind davon bekommen, ist das Geld in vielen Fällen bereits über diverse Konten ins Ausland geflossen und der Fake-Shop geschlossen oder inaktiv“, schreibt das Blatt weiter.

Liste von Fake-Shops und Änderungen bei der Domain-Anmeldung

Eine weitere grundlegende Maßnahme, die die Verbraucherschutzminister der Länder in den Fokus rücken, sei eine Liste bereits bekannter Fake-Shops. Diese Liste soll öffentlich und online einsehbar sein, sodass sich Verbraucher im Zweifelsfall schnell und einfach orientieren können. Auch sei geplant, dass der Online-Aushang stetig aktualisiert werden soll. Dennoch, so schreibt die Süddeutsche, könne aufgrund der sehr schnellen Vorgehensweisen der Betrüger nicht sichergestellt werden, dass die Liste „tatsächlich mit der rasanten Entwicklung bei Fake-Shops mithalten kann“.

Auch hinter den Kulissen soll sich einiges ändern. Bisher ist es beispielsweise so, dass Nutzer, die eine Domain mit der Endung .de anmelden, keinen Identitätsnachweis erbringen müssen. Dies soll sich ändern: Durch eine entsprechende Identitätsprüfung soll verhindert werden, dass sich Betrüger das Vertrauen argloser Shopper durch die Verwendung von de-Domains erschleichen sowie, dass ständig neue Fake-Shops angelegt werden.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#1 oejendorfer 2019-05-24 12:11
Ich meine, als Verbraucher kann ich mich vor Fake-shops schützen, indem ich nur mit PayPal bezahle. Wer jedenfalls höhe Beträge als Vorkasse überweist, ist gelinde gesagt ein "Ideot" und hat selbst Schuld, wenn das Geld weg ist
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