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Studie

90 Prozent der Einkaufswagen wurden am Black Friday von Bots gefüllt

Veröffentlicht: 19.12.2019 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 19.12.2019
Black Friday Claim

Die besten Rabatte nützen nichts, wenn die Kunden nichts davon haben und nicht shoppen. Wenn Bots Webseiten und Produktkataloge blockieren, bleiben die echten Kunden auf der Strecke. Einer Analyse von Radware zufolge ist dieser Umstand keine Ausnahme, sondern ein massives Problem. In den vergangenen 14 Tagen analysierte das Unternehmen weltweit Millionen von Transaktionen und kommt zu alarmierenden Ergebnissen. Die aufgrund ihres vermehrten Auftretens im Weihnachtsgeschäft „Jingle Bots" genannten Schadprogramme machten demnach zuletz zwei Drittel der Besucher von Online-Shops weltweit aus – nur ein Drittel seien tatsächlich Menschen gewesen.

Der Analyse zufolge betrug das Bot-Aufkommen am Black Friday und am Cyber Monday sogar 90 Prozent! Die Jingle Bots blockieren dabei Lagerbestände, indem sie Produkte in den Einkaufswagen legen, diese dann aber nicht kaufen. Zusätzlich sorgen sie für eine hohe Auslastung und lange Wartezeiten. Echte Käufer werden dadurch aus dem Online-Shop hin zu anderen Anbietern getrieben.

Künstliche Verknappung durch Bots

„Wenn man derzeit online Geschenke kaufen will und diese laut Shop nicht lagernd sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um eine durch Bots verursachte, künstliche Verknappung handelt", mutmaßt Michael Tullius, Regional Director DACH bei Radware, laut IT-Daily. Es sei dann ratsam, zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukehren, da die Chance besteht, dass sich der Lagerbestand im Laufe des Tages ändert.

45 Prozent des Traffics auf E-Commerce-Webseiten habe auch aus Bots bestanden, die Produktinformationen und Preisdetails von Wettbewerbern abfragen (Scraping). Damit lassen sich Preise von Wettbewerbern analysieren und automatisiert unterbieten. Beschränkte Angebote oder Sondereditionen bestimmter Produkte werden von Hackern oder Wettbewerbern über die Bots sogar tatsächlich gekauft, um sie dann selbst teurer zu verkaufen.

Ein probates Mittel gegen die Bots sind Zeitlimits für den Einkauf, um sicherzustellen, dass die Ware für den Kunden verfügbar bleibt. Der Kaufvorgang wird dabei nach einigen Minuten automatisch abgebrochen, wenn er vom Kunden – oder eben vom Bot – nicht fortgesetzt wird. Für Händler ist es oft schwierig, bösartige Bots zu erkennen. Tullius rät, auf bestimmte Anzeichen zu achten, etwa ungewöhnlich geringe Web-Performance, auffallende Traffic-Spitzen, hohe Absprungraten oder verdächtige IP-Adressen.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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