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Fälscherbanden

Produktpiraterie im Höhenflug – 15 Milliarden Verlust pro Jahr für die EU-Staaten

Veröffentlicht: 11.06.2020 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 11.06.2020
Betrug: Mann mit weißer Maske in der Hand

Produktfälschungen sind für Betrüger ein Milliardengeschäft. Dabei scheinen die Verantwortlichen immer ausgefeiltere und aufwendigere Aktivitäten in Kauf zu nehmen. Ein aktueller Bericht der zuständigen EU-Behörde gibt Einblicke, wie gravierend der Schaden durch die Produktfälscher überhaupt ist.

Die Ausmaße der Produktpiraterie werden immer größer

Laut den Untersuchungen entgehen den Staaten der Europäischen Union durch Produktfälscher Steuereinnahmen von 15 Milliarden Euro im Jahr. Auch konkrete Zahlen für gewisse Branchen liegen vor: Hierzulande entgehen dem Bund nach Angaben von W&V beispielsweise rund 2,3 Milliarden Euro allein in jenen vier Branchen, in denen die Fälscher besonders aktiv sind: nämlich in den Bereichen Kosmetik & Körperpflege, Wein & Spirituosen, Spiele & Spielwaren sowie pharmazeutische Erzeugnisse.

Aus Vergleichen mit den Vorjahren lässt sich außerdem schließen, dass sich die Situation immer weiter verschärft. Betrachtet man nur die Kosmetik- und Körperpflegebranche, so seien die Umsatzeinbußen im Vergleich zum letzten Jahr von 2,5 Milliarden auf 9,6 Milliarden Euro angestiegen. Und diese 9,6 Milliarden entsprechen satten 14,1 Prozent des gesamten Sektor-Umsatzes innerhalb der Europäischen Union.

Gesundheitsrisiken durch Produktfälschungen sind hoch

Doch nicht nur für die Wirtschaft und die Händler allgemein ist diese Entwicklung gravierend. Auch für die Kunden solcher Produkte bestehen zahlreiche Risiken: Gefährliche Giftstoffe in Materialien oder eine mangelnde Qualität und Verarbeitung der Produkte können die Gesundheit gefährden oder je nach Artikel auch für Unfälle oder Verletzungen sorgen. Ganz zu schweigen von den Gefahren, die von gefälschten Medikamenten ausgehen.

„Bei nicht weniger als 97 Prozent der an den EU-Außengrenzen sichergestellten und als gefährlich eingestuften Fälschungen seien ,ernsthafte Risiken‘ festgestellt worden. Es habe sich darunter nicht nur um Medikamente oder Kosmetika gehandelt, sondern unter anderem auch um Spielzeug, Babyartikel oder Kinderbekleidung“, heißt es bei W&V weiter.

Erlöse unterstützen die organisierte Kriminalität

Christian Archambeau, Exekutivdirektor beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) verweist außerdem darauf, dass Produktfälschungen auch Hunderttausende Arbeitsplätze zerstören: Innerhalb der EU liegt die Zahl nach Einschätzung der Spezialisten bei mindestens 671.000 vernichteten Jobs. Überdies verweist Archambeau auch auf den Geldfluss, der durch die Fälscherbanden entsteht: Denn die Erlöse stützen erfahrungsgemäß auch die schwere organisierte Kriminalität wie etwa den Drogenhandel.

Über die Autorin

Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#1 Peter 2020-06-11 11:43
Hallo Frau Plewinski,

könnten Sie kurz erläutern, wie diese Verluste errechnet werden?
Wird hier jede sicher gestellte fake-Rolex einer nicht verkauften Original-Rolex gleichgestellt...?
Das würde das Problem sicherlich extrem dramatisieren, oder was meinen Sie?
Danke!

_____________________

Antwort der Redaktion:

Hallo Peter,

leider liegen uns keine konkreten Informationen dazu vor, wie die Verluste berechnet wurden. Auch auf der Seite des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum haben wir bis dato dazu nichts gefunden.

Sollten wir hierzu weitere Details erhalten, werden wir das an dieser Stelle natürlich gern ergänzen.

Beste Grüße,
die Redaktion
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