Missbrauch von Applecare+

Dreister Millionen-Betrug mit gefälschten iPhones

Veröffentlicht: 06.08.2020 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 06.08.2020

Dreiste Betrugsmasche in der Schweiz: Eine Mutter und ihr Sohn haben mit Fake-iPhones über vier Jahre hinweg den Garantieservice von Apple ausgenutzt und so rund eine Million Euro Schaden verursacht, wie futurezone berichtet. 

Wie funktionierte der iPhone-Betrug?

Und so lief der Betrug: Der Mann ging mit gefälschten iPhones in Schweizer Apple Stores oder in Läden der Kette Data Quest. Dort reklamierte er jeweils die Fake-iPhones und bezog sich dabei auf den Garantieservice Applecare+. Apple bietet seinen Kunden im Rahmen dieses Services auch bei selbstverschuldeten Schäden ein neues Gerät, der Apple-Nutzer muss dafür nur eine Pauschale von 99 Franken (etwas 92 Euro) draufzahlen – ein Bruchteil des Preises eines neuen iPhone-Modells.

Auf diese Art konnte der chinesisische Staatsbürger Tausende neuer Apple-Smartphones ergaunern. Der Schaden beläuft sich auf über eine Million Schweizer Franken, das sind rund 930.000 Euro.

Die gefakten iPhones stammten aus Hongkong. Die chinesische Mutter und ihr Sohn sind wohl nur die kleinen Fische, die Schweizer Staatsanwaltschaft vermutet eine professionelle Betrüger-Bande aus Hongkong hinter der Masche. So haben die beiden Kleingauner in der Schweiz auch nur eine „Provision“ von rund zehn Franken pro Gerät erhalten. 

Schweizer Zoll entdeckt iPhone-Fälschungen

Dass die Betrugsmasche auffiel, ist eher Zufall. Denn im Laden hatte der 34-jährige Mann jeweils behauptet, es handele sich bei der Reklamation um einen Wasserschaden – in diesem Fall wird das Gehäuse des iPhones nicht geöffnet, sonst wären die Fälschungen wohl eher aufgeflogen. Stattdessen hatte der Zoll in Basel 50 der täuschend echten iPhones bei einer Kontrolle entdeckt. Die Fake-Phones hatten sogar eine eigene geklonte IMEI-Nummer (individuelle Identifikationsnummer) von einem echten Gerät.

Das Urteil für das familiäre Verbrecherduo: Die Mutter erhielt eine 18-monatige Bewährungsstrafe, ihr Sohn muss dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Außerdem darf der Mann, der seit zwanzig Jahren in der Schweiz lebt, danach für sieben Jahre nicht einreisen.

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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