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TikTok bombardiert Jugendliche mit Corona-Fake-News

Veröffentlicht: 11.10.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 11.10.2021
TikTok

Schon kurz nach der Anmeldung zeigt TikTok Kindern und Jugendlichen Fake News über das Coronavirus. Dies geht aus einer Untersuchung des Portals NewsGuard hervor. Entsprechende Falschinformationen und Verschwörungstheorien blieben demnach monatelang verfügbar. Kinder zwischen 9 und 17 Jahren registrierten sich für einen Test bei dem Kurzvideo-Portal – eigentlich ist die Anmeldung erst ab 13 Jahren möglich. Im Test zeigte sich: Schon innerhalb der ersten 35 Minuten werden den Minderjährigen Fake News präsentiert.

Schon im Juni hatte NewsGuard die Erkenntnisse veröffentlicht und sowohl der britischen Regierung als auch der WHO zur Verfügung gestellt. Vier Monate später seien viele Inhalte immer noch zugänglich, obwohl TikTok versprochen hatte, das Problem anzugehen, wie der Guardian berichtet. „Das Versäumnis von TikTok, die Verbreitung gefährlicher Fehlinformationen über seine App zu stoppen, ist unhaltbar und grenzt an gefährlich. Trotz der Behauptung, gegen Fehlinformationen vorzugehen, erlaubt die App immer noch die relativ ungehinderte Verbreitung von Anti-Impf-Inhalten und Gesundheitsschwindeln“, so Alex Cadier von NewsGuard.

Take a break: Instagram kündigt Pausenfunktion an

Instagram hat ein neues Feature angekündigt. „Take a break“ soll die Nutzer vor gefährlichen Inhalten schützen. Wenn vermehrt Inhalte konsumiert werden, die „dem Wohlbefinden möglicherweise nicht förderlich“ seien, solle in Zukunft eine Warnmeldung angezeigt werden, wie Nick Clegg von Facebook bei CNN erklärte. Wann die Funktion kommt, ist noch unklar. Die Äußerungen Cleggs kommen eine Woche, nachdem Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen ausgesagt hatte, dass Instagram schädlich für Jugendliche sei und der Konzern das auch wisse.

Nobelpreisträgerin Ressa: Facebook ist eine Gefahr für die Demokratie

Die Journalistin Maria Ressa, die in der vergangenen Woche mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, hat sich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters kritisch über Facebook geäußert. Der Konzern schütze die Nutzer nicht ausreichend vor Hass und Desinformation und sorge mit seinen Algorithmen dafür, dass die Verbreitung von Lügen der Verbreitung von Fakten vorgezogen wurde, so der Spiegel. Facebook sei der größte Verbreiter von Nachrichten, aber voreingenommen gegenüber Fakten und Journalismus. „Wenn man keine Fakten hat, kann man keine Wahrheiten haben, kann man kein Vertrauen haben. Wenn man nichts davon hat, hat man keine Demokratie“, so Ressa.

Über den Autor

Christoph Pech
Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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