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Coronavirus

Google und Apple kooperieren bei Corona-Tracking

Veröffentlicht: 14.04.2020 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 14.04.2020
Play Store und App Store

In der Krise werden auch die größten Konkurrenten zu Partnern. Apple und Google wollen die Entwicklung von Corona-Apps erleichtern und eine gemeinsame technologische Grundlage anbieten. Dabei soll vor allem auf das Erkennen von Abständen via Bluetooth und Verschlüsselung gesetzt werden. In einer gemeinsamen Mitteilung betonen beide Konzerne, dass die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer dabei im Mittelpunkt stehen solle.

Konkret wolle man in den kommenden Wochen eine Lösung auf den Markt bringen, die Schnittstellen und Technologien auf Betriebssystemebene umfasst. Smartphones sollen dabei unabhängig vom Betriebssystem temporäre Identifikationsnummern austauschen. Die Kontaktdaten werden nur auf den Smartphones der Nutzer gespeichert. Erst, wenn ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet wurde, werden die Informationen – erst nach Zustimmung – auf die Server übertragen.

Die Lösung soll in zwei Schritten implementiert werden. Im Mai sollen zunächst APIs veröffentlicht werden, die eine Interoperabilität zwischen Android- und iOS-Geräten mithilfe von Apps der Gesundheitsbehörden ermöglichen sollen.

Bluetooth-Lösung für Kontaktmessungen

Im zweiten Schritt arbeiten beide Unternehmen gemeinsam an einer Bluetooth-basierten Plattform für Kontaktmessungen. Dabei soll die Funktionalität direkt in die jeweiligen Plattformen integriert werden. „Eine solche Lösung ist robuster als eine Programmierschnittstelle und ermöglicht zudem die freiwillige Teilnahme von weit mehr Einzelpersonen an einem solchen System“, heißt es von den Unternehmen. Damit werde die Interaktion mit einem breiteren Ökosystem von Apps und Gesundheitsbehörden möglich. Datenschutz, Transparenz und Freiwilligkeit seien dabei „von größter Bedeutung“.

Der Programmcode soll zur freien Einsicht veröffentlicht werden, um Vertrauen zu schaffen. Benutzer werden dabei nicht identifiziert und es würden keine Ortungsdaten verwendet. „Google und Apple sehen nicht, wer krank oder wer gesund ist“, beteuern die Konzerne. Es solle zudem deutlich gemacht werden, wie man eine Beteiligung ablehnen könne. Es werden Android-Geräte ab der Version Android 6 (Marshmallow) unterstützt. Apple wolle dafür sorgen, „dass quasi sämtliche iOS-Geräte mit einem entsprechenden Update versorgt würden“, heißt es bei Heise.

„Wir alle bei Google und Apple sind der Überzeugung, dass es noch nie einen wichtigeren Moment gegeben hat, um gemeinsam eines der dringendsten Probleme der Welt zu lösen“ heißt es am Ende der gemeinsamen Mitteilung. Man hoffe, „durch die enge Kooperation und Zusammenarbeit mit Entwicklern, Regierungen und Anbietern des öffentlichen Gesundheitswesens die Kraft der Technologie nutzen zu können, um Ländern auf der ganzen Welt dabei zu helfen, die Verbreitung von COVID-19 zu verlangsamen und eine Rückkehr zum normalen Alltag zu befördern.“

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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