Deloitte-Studie

Deutsche Tech-Unternehmen wollen nachhaltig sein – sind es aber kaum

Veröffentlicht: 30.03.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 30.03.2021
Mann vor virtueller Wand mit Umweltsymbolen

Nachhaltigkeit gehört zu den derzeit wohl am häufigsten gebrauchten Schlagworten: Verbraucher wollen laut diverser Studien immer nachhaltiger konsumieren, Politiker immer mehr gegen Klimawandel und die Folgen tun und Unternehmen umweltbewusster agieren. In der Realität und im echten Handeln sieht die Sache aber manchmal anders aus, wie auch die Deloitte-Studie „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Wie nachhaltig sind Deutschlands Tech-Unternehmen?“ zeigt. Für die Studie wurden im Januar 2021 173 Experten aus deutschen Tech-Unternehmen befragt.

Nachhaltigkeit: Zwei Drittel sehen Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Die Haupterkenntnis: Die Tech-Unternehmen finden Nachhaltigkeit wichtig, handeln aber nicht so. Demnach sehen 86 Prozent der deutschen Technologiekonzerne Nachhaltigkeit als wichtigen Bestandteil ihrer Geschäftstätigkeit. Zwei Drittel erkennen aber auch eine Diskrepanz zwischen Anspruch und tatsächlichem Engagement in ihrem Unternehmen, bei den großen Firmen mit mehr als 10.000 Angestellten sind es sogar 82 Prozent. Vor allem größere Firmen hätten aber auch höhere Ziele bei dem Thema, heißt es. Die Umsetzung der hehren Wünsche ist wohl deutlich schwieriger. Als größtes Problem sehen die Befragten den immensen Ressourcenverbauch: Viele Rohstoffe und Prozesse der Branche seien schwer zu ersetzen. Am bloßen Willen mangelt es aber nicht: Nur ein Zehntel glaubt, dass Mitarbeiter und Management ein Problem bei der Umsetzung seien.

Auch bei Nutzern offenbaren sich oft große Unterschiede zwischen dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit und dem eigenen Verhalten, wie etwa Ebays Nachhaltigkeitsstudie zeigte.

Das können Firmen für mehr Nachhaltigkeit tun

„Natürlich steht die Tech-Branche beim Thema Nachhaltigkeit vor großen Herausforderungen, doch das Potenzial, dass hier schlummert ist noch größer. Unsere Ergebnisse zeigen, dass es sinnvoll ist, im Zweifelsfall kleine, kontinuierliche Schritte zu mehr Nachhaltigkeit zu machen, um die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht unnötig groß werden zu lassen“, erklärt Milan Sallaba, Leiter des Technology Sektors bei Deloitte. „Anlass zum Optimismus gibt aber nicht zuletzt die Tatsache, dass Dynamik und Innovation fester Bestandteil der DNA von Technologie-Unternehmen sind. Jede Organisation hat passende Hebel, um Nachhaltigkeit voranzubringen – man muss sie nur betätigen.“

Hier gibt es die komplette Studie zum kostenlosen Download. 

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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