Gastartikel

Corona und der laute Ruf nach Nachhaltigkeit

Veröffentlicht: 30.03.2021 | Geschrieben von: Gastautor | Letzte Aktualisierung: 30.03.2021
Konzept: Trends 2021

Bereits zum vierten Mal in Folge befragte die Shopping- und Vergleichsplattform idealo Verbraucher und Verbraucherinnen zu aktuellen Branchentrends und ihrem Einkaufsverhalten stationär und online. Die E-Commerce Trends 2021 nehmen die gegenwärtig wichtigsten Themen im Online-Handel unter die Lupe: die Corona-Pandemie und Nachhaltigkeit. Haben sich Lockdown und Kontaktbeschränkungen auf die Häufigkeit des Online-Shoppings ausgewirkt? Wie wollen die deutschen Konsumenten und Konsumentinnen ihr Shopping-Verhalten gestalten, wenn die Pandemie vorbei ist? Und wie viel Wert legen sie auf Nachhaltigkeit während und nach der Pandemie, wenn sie im Internet einkaufen?

Nicht häufiger, aber mehr – so shoppten deutsche Verbraucher 2020 online

Auf die Frage „Was meinen Sie, wie hat sich Corona auf Ihr Online Bestellverhalten ausgewirkt?“ gaben 29 Prozent der Studienteilnehmer an, dass sie einmal pro Woche Waren über das Internet bestellten. Dies stellte keine bedeutende Steigerung im Vorjahresvergleich dar. Das Bestellvolumen hingegen wuchs deutlich. 38 Prozent kauften demnach mehr Produkte online seit Beginn der Pandemie. Für 59 Prozent sei die Bestellmenge dieselbe geblieben. Bemerkenswerte 87 Prozent der Studienteilnehmer, die während der ersten Pandemie-Welle mehr online bestellt haben als vorher, wollen dies auch in Zukunft fortsetzen.

Besonders die weiblichen Verbraucher schätzen sehr, dass es online mehr Auswahl als im stationären Handel gebe. Für 71 Prozent liegt der Vorteil in der Zeitersparnis. Sie gaben an, online schneller mit dem Einkauf fertig zu sein als im Laden. Beim Thema „Beratung“ scheint jedoch noch etwas Luft nach oben zu sein. Nur 40 Prozent der weiblichen Online-Shopper fühlen sich online besser beraten als stationär, bei den männlichen Verbrauchern ist es exakt die Hälfte.

Die Profiteure der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Bestell-Boost kamen aus den Bereichen Bücher & Unterhaltungsmedien und Lebensmittel. In diesen Kategorien haben 20 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch die Corona-Pandemie mehr bestellt.

Überraschend waren jedoch die E-Commerce Verlierer 2020. Welche das waren und in welchen Branchen noch großes Potenzial für 2021 steckt, ist der gesamten Studie zu entnehmen.

Onlinegeschäft als Standbein für den stationären Handel unverzichtbar

Knapp die Hälfte (46 Prozent) der Verbraucher und Verbraucherinnen sieht eine Veränderung des Konsumverhaltens und geht davon aus, dass durch eine verminderte Kaufkraft allgemein weniger konsumiert werden wird. Ebenso viele (45 Prozent) vertreten die Position, dass es nach der Pandemie rein stationäre Händler ohne Online-Angebot nicht mehr geben wird. 

Für mehr Nachhaltigkeit und bewussten Konsum wird gern tiefer in die Tasche gegriffen

Der Trend, bewusst und nachhaltig im Internet zu agieren, zeichnete sich bereits in den vergangenen Jahren ab. Die Zahl der Online-Shopper, die aktiv auf klimafreundliche Produkte, Versand und Unternehmen achten, nahm auch bei der diesjährigen Studie weiter zu. Demnach schickten 62 Prozent der Konsumenten und Konsumentinnen ungern Produkte zurück, weil es umwelt- bzw. klimaschädlich sei. Nahezu alle (90 Prozent) Befragten wären gegenüber Mehrwegverpackungen nicht abgeneigt und knapp zwei Drittel (60 Prozent) finden es eher wichtig bis wichtig, dass ein Shop verantwortungsvoll nachhaltig handelt. Stärkere unternehmensseitige Aufklärung bezüglich der Bedingungen, unter welchen die angebotenen Produkte hergestellt wurden, wünschen sich 69 Prozent. Für 63 Prozent sollte sogar die Politik Unternehmen zu nachhaltiger Produktion zwingen.

Jedoch nicht nur die Unternehmen sollten laut der Studienteilnehmer nachhaltig agieren. 65 Prozent stimmen (eher) zu, dass auch Konsumenten weniger oder zumindest bewusster konsumieren sollten. Um einen Beitrag dafür zu leisten, wären sie größtenteils bereit, auch etwas mehr Geld für den Versand auszugeben. 72 Prozent der Studienteilnehmer wären bereit, bis zu drei Euro zusätzliche Versandkosten zu investieren, wenn damit ein klimafreundlicher Versand garantiert werden kann. So befürwortete fast ein Viertel (24 Prozent) 0,20 Euro bis 0,50 Euro mehr zu bezahlen. 18 Prozent der Verbraucher sind indes bereit, einen Euro mehr auf die Versandkosten draufzupacken.

Zusammengefasst belegt die idealo Studie zu den E-Commerce Trends 2021, dass trotz der pandemiebedingten Unsicherheiten und Herausforderungen deutsche Online-Shopper weiter und zunehmend stärker an einem klimafreundlichen Konsum mitwirken wollen.

Die ausführliche Studie zu den E-Commerce Trends 2021 inklusive Zielgruppen und Kategorien en detail sowie weiteren Insights zum Online-Kaufverhalten in der Pandemie können Sie sich hier kostenlos downloaden.


Katharina Fentem idealo

Über die Autorin

Katharina Fentem arbeitet seit 2010 bei idealo. Die E-Commerce-Expertin verantwortet als B2B Redakteurin unter anderem den B2B Blog und den B2B Newsletter. idealo.de ist seit über 20 Jahren Deutschlands beliebte Shopping- und Vergleichsplattform und Ihr Zugang zu über 30 Mio. Kund*innen im Monat.

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