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Wegen fehlerhafter Gesichtserkennung

18-Jähriger verklagt Apple wegen falscher Verhaftung

Veröffentlicht: 25.04.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 25.04.2019
Apple Store

Das könnte teuer werden: Im November vergangenen Jahres wurde der 18-jährige Ousmane Bah in seiner Wohnung in New York verhaftet. Der Vorwurf lautete, dass Bah für eine Reihe von Einbrüchen in Apple Stores verantwortlich sei. Bah wies von Beginn an jegliche Schuld von sich und verklagt nun seinerseits Apple. Er behauptet, die Gesichtserkennung in den Apple Stores hätte ihn fälschlicherweise mit den Einbrüchen in Verbindung gebracht. Bah fordert nun eine Milliarde US-Dollar von Apple, berichtet die Washington Post.

Der Haftbefehl enthielt ein Foto des Täters, das mit dem Beschuldigten aber keinerlei Ähnlichkeit habe, so Bah in der Anklage. Der Teenager hat für einen der Einbrüche außerdem ein Alibi: An einem Tag im Juni wurde in einem Apple Store in Boston eingebrochen. An diesem Tag nahm Ousmane Bah allerdings am Abschlussball seiner Schule in Manhatten teil. Bah wurde in mehreren Distrikten angeklagt. Drei der Anklagen wurden mittlerweile fallen gelassen, eine in New Jersey laufe aber noch.

Gar keine Gesichtserkennung im Apple Store

Bah gab an, seine Fahrerlaubnis verloren zu haben und mutmaßt, dass der echte Täter diese möglicherweise gefunden oder gestohlen und als ID im Apple Store genutzt hat. Daher sei sein Name wohl fälschlicherweise mit dem Gesicht des Täters in Apples Gesichtserkennungssystem verknüpft worden. Diese nutze Apple, um Kunden zu identifizieren, die des Diebstahls verdächtigt werden. Ein Polizist des New York Police Department bestätigte, dass der Dieb, der von einer Überwachungskamera gefilmt wurde, Bah in keiner Weise ähnelte.

In der Beschwerde von Bah heißt es, dass er dazu gezwungen gewesen sei, auf mehrere falsche Anschuldigungen zu reagieren, was zu starkem Stress und großer Belastung geführt habe. Gegenüber Bloomberg teilte Apple knapp mit, dass man keine Gesichtserkennung in den Apple Stores benutze. Mitangeklagt ist die Sicherheitsfirma Industry Specialists, die einen Kommentar gegenüber Bloomberg allerdings ablehnte.

Der Fall wird nun am U.S. District Court im Southern District of New York (Manhatten) verhandelt.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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