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Ansprache von Minderjährigen

Facebook soll Kinder in Werbekategorien „Alkohol“ und „Glücksspiel“ einordnen

Veröffentlicht: 11.10.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 11.10.2019
Facebook-Logo auf einem Smartphone

Um Nutzer möglichst genau mit Werbung anzusprechen, analysiert Facebook seine Mitglieder, beleuchtet ihre Aktivitäten und Interessen und ordnet sie anhand der Analyse dann in verschiedenste Werbekategorien ein. An dieser Praxis gibt es derzeit Kritik – zumindest mit Blick auf minderjährige User. Diese soll Facebook als „interessiert an“ Alkohol sowie an Glücksspiel markiert haben.

Keine Einzelfälle

Eine Untersuchung des Guardian sowie des Dänischen Rundfunks soll ergeben haben, dass Unternehmen durch dieses Prozedere die Möglichkeit erhalten haben, Minderjährige mit Werbung für Alkohol oder Glücksspiel anzusprechen und zu bewerben. Und dabei soll es sich nicht um Einzelfälle gehandelt haben.

Insgesamt wurden demnach 940.000 Minderjährige als interessierte Nutzer in die Kategorie Alkohol und 740.000 Kinder sowie Jugendliche in die Kategorie Glücksspiel eingeordnet. „Firmen, die Videospiele mit In-App-Käufen vertreiben, könnten sich so zum Beispiel an glücksspielinteressierte Jugendliche wenden“, schreibt Golem.

Facebook verweist auf strenge Werberegeln für Minderjährige

Facebook selbst habe sich zu den Vorwürfen bereits geäußert und verwies darauf, dass der Konzern „keine Werbung, die den Verkauf von Alkohol oder Glücksspiel an Minderjährige auf Facebook fördert“ erlaube. „Das setzen wir auch durch, wenn wir welche finden“, zitiert Golem eine entsprechende Stellungnahme. 

Auch die enge Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden sei dabei sehr wichtig. Eine offizielle Zahl oder Quote, wie oft die Kontrollmechanismen von Facebook greifen, um unerlaubte Werbung zu verhindern, gibt es derzeit wohl nicht. 

Bereits in der Vergangenheit stand Facebook wegen seiner Werbepraxis in der Kritik. Beanstandet wurde etwa, dass der Netzwerkriese Nutzer nach ihren sexuellen Vorlieben oder ihrem Interesse an Religion oder Politik eingeordnet hat, obwohl gerade diese Kriterien äußerst sensibel sind und tief in die Privatsphäre der User greifen.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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