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Mehr Transparenz im Wahlkampf?

Google schränkt zielgerichtete Werbung von Parteien ein

Veröffentlicht: 22.11.2019 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 22.11.2019
Aussuchen von Personen zur zielgerichteten Werbung

Werbung, die bestimmten Zielgruppen ausgespielt wird, ist mittlerweile auch im Wahlkampf angekommen. Die vor allem durch Trumps US-Wahlkampf bekannt gewordene Methode ist nicht unumstritten. Nachdem Twitter diese Form der Werbung bereits eingeschränkt hat, zieht Google nun nach.

Zunächst sollen die neuen Regeln mit Blick auf die Wahl des Parlaments am 12.12. in Großbritannien binnen einer Woche eingeführt werden.

Eigene Kontaktliste für gezielte Ansprache

Wie der Spiegel unter Bezug auf Bloomberg berichtet, ist derzeit bei Google in Sachen Zielgruppen-Werbung noch einiges möglich: So können eigene Kontaktlisten zur gezielten Ansprache von Nutzern hochgeladen werden. So können Parteien wie auch Firmen Personen ausfindig machen, zu denen bereits ein Bezug besteht und ihnen die passende Werbung ausspielen. Diese Technik soll politischen Parteien in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen.

Sortierung nach drei Merkmalen

Außerdem sollen Nutzergruppen nur noch durch drei Merkmale eingestellt werden können: Alter, Geschlecht und Postleitzahl. Es soll aber weiterhin möglich sein, Werbung auf bestimmte Suchbegriffe, wie „Wirtschaft“, zu schalten.

Das könnte das sogenannte Microtargeting unterbinden. Darunter versteht man Werbung, die auf eine sehr kleine Zielgruppe zugeschnitten ist. So hat die CSU laut Netzpolitik im Frühjahr 2017 Wahlwerbung in russischer Sprache betrieben. Mitbekommen haben das allerdings nur die wenigsten Internetnutzer. Entsprechend der eingestellten Merkmale sprach die CSU damit den Teil der Bevölkerung an, die – ganz klar – Russisch verstehen.

Möglich machen solche und andere Aktionen Merkmale, wie etwa „Pendler“, „soziale Themen“, „Fernbeziehung“, „Feminismus“ und „Homosexualität“. Diese Merkmale schreiben Plattformen wie Google und Facebook einem Menschen aufgrund seines Nutzungsverhaltens zu.

Kampf gegen falsche Angaben

Auch falschen Angaben soll der Garaus gemacht werden. Manipulierte Medien in jeglicher Werbung würde gegen die Regeln der Suchmaschine verstoßen. Google glaubt, dass sich die Parteien an die neuen Regeln halten werden und das Unternehmen daher nur in seltenen Fällen eingreifen müsse. 

Twitter indes geht einen Schritt weiter: Die soziale Plattform will in Zukunft gar keine politischen Botschaften mehr als Werbung schalten lassen.

Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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